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Bewertung und Kritik zu

WIR SIND DIE NEUEN
nach dem gleichnamigen Film von Ralf Westhoff
Regie: Martin Woelffer
Premiere: 30. April 2017 
Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater, Berlin

Die drei Alt-68er Anne, Johannes und Eddi – alle im frühen Rentenalter – beschließen, ihre alte Hippie-WG wieder aufleben zu lassen und ziehen nach mehr oder weniger erfolgreichen Jahren wieder zusammen. Doch mit der Studenten-WG einen Stock höher kommt es immer wieder zu Konflikten, denn die Jungen fühlen sich von den Alten zunehmend in ihrer Ruhe gestört: Während die entspannten Best Agers nachts laut Musik hören, trinken, rauchen und philosophieren, bestehen die Studenten auf die einzuhaltende Nachtruhe, damit sie tagsüber lernen können, um bald richtig durchstarten zu können. Verkehrte Welt! Wer ist denn hier spießig und angepasst?

mit Heinrich Schafmeister, Claudia Rieschel, Winfried Glatzeder, Eric Bouwer, Luise Schubert und Annalena Müller

Theaterfassung & Regie: Martin Woelffer
Bühne & Kostüm: Stephan Fernau


WIR EMPFEHLEN

DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Martin Woelffer landet den nächsten publikums-hit
  · 30.04.17
Martin Woelffer hat schon mit der produktion „im sommer wohnt er unten“ eine filmvorlage mit verspielter regie kombiniert, dazu ein paar ohrwürmer aus dem off als musikbogen gespannt und stephan fernau für ein atmosphärisches bühnenbild engagiert. der film „wir sind die neuen“ mit heiner lauterbach als macho eddie, gisela schneeberger als immer noch unabhängige anne (biologin im dienst der schleiereule) und michael wittenborn (nicht ganz so bekannt) als jovialer jurist johannes war ein amüsanter und wichtiger beitrag zum thema generationen und deren (un)mögliche konflikte miteinander. eddie, anne und johannes entschließen sich auch auf den brettern der komödie am kurfürstendamm aus kostengründen wieder in eine gemeinsame wg zu ziehen. die alt-hippies rasseln schon im hausflur mit katharina, barbara und thorsten zusammen, studenten 2017, mit strapazierten nerven und enormem erfolgsdruck. woelffer hat winfried glatzeder als eddie besetzt und der interpretiert die schroffe vorlage von lauterbach mit etwas mehr geschmeidigkeit. mimik-kauz heinrich schafmeister ist die optimale besetzung für den juristen, als johannes kann er humorvoll spötteln und vor sich hinmenscheln (und sporteln). tv-dame claudia rieschel ist der ursprünglichen anne sehr ähnlich und gibt sie etwas ernster. die drei funktionieren ab der ersten lustigen minute als sympathie kassierender freundestrupp. stephan fernau begeistert erneut mit seinem kompakten bühnenbild. wohnung 1 der kommune und wohnung 2 der studenten eine etage tiefer verschachteln sich schlau auf einer ebene und zwei etagen. mal agieren die oldies, mal die youngster, in der kulisse ist parallel platz für alle, die regie ist im fluss. generationenguckkasten für die amüsierten zuschauer, denn an diesem abend prallen die generationen immer wieder zusammen, mal schnoddrig, mal herzig.
die überstressten superstudenten mit den ewigen laptops kapitulieren irgendwann vor den überlebensfrohen supersenioren und so kann man sich doch noch annähern und auffangen und ein lied zur gitarre singen. das ist rührend wie in der filmvorlage, des zuschauers herz geht auf und die botschaft kommt an. besonders lustig: die aufgekratzte oldie-wg durchzecht die nacht und flippt zu „born to be wild“ aus, im bewusstsein, dass die als bieder verpönten studenten das gar nicht lustig finden werden und auch kaum ein müdes auge zukriegen. die schlafuntoten rächen sich prompt in den frühen morgenstunden mit rammsteins „(hier kommt) die sonne“. (da fallen die oldies glatt geläutert aus dem partykoma!). die regie ist so sprühend, dass sich die lebhaften szenen in einem seniorenflotten tempo aneinanderreihen und eddies bedrohliche krankheit nur kurz angerissen wird. mit unter zwei stunden netto hätte sich das stück ruhig noch etwas mehr zeit geben können, um die tiefe zu schärfen. dass „wir sind die neuen“ ein publikumsliebling wird, ist absolut anzunehmen. woelffer hat erneut auf ein erfolgsrezept gesetzt und das ensemble in alt und jung traumsicher besetzt.
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Generationskonflikt - mal anders.
  · 18.10.17
Damit hätte die Umweltbiologin Anne (Claudia Rieschel) nun wirklich nicht gerechnet: Mehr als 40 Jahre nachdem sie ihre Studenten-WG hinter sich gelassen hat, sieht sie sich plötzlich wieder damit konfrontiert, Mitbewohner zu brauchen. Ihr Job war zwar gut für ihr Gewissen und für die Umwelt, aber leider gar nicht gut für ihren Geldbeutel. Sie kann sich das Leben in der Stadt einfach nicht mehr leisten! Und aufs Land möchte sie auf keinen Fall ziehen. Was bleibt ihr also anderes übrig, als ihre alten Kommilitonen und Ex-Mitbewohner zu kontaktieren und ihre Hippie-Kommune neu zu beleben.
Nicht alle Studenten von damals sind von der Idee begeistert, aber schließlich findet sich Anne mit dem sozial engagierten Juristen Johannes (Heinrich Schafmeister) und dem Lebemann Eddi (Winfried Glatzeder) in einer WG wieder. Fröhlich beginnen die Drei, ihre wilde Studienzeit wieder aufleben zu lassen, mit lauter Musik und nächtelangen Streitgesprächen. Allerdings haben sie die Rechnung ohne ihre Nachbarn von oben gemacht. Dort leben nämlich die schnöseligen jungen Studenten Thorsten (Eric Bouwer), Katharina (Luise Schubert) und Barbara (Annalena Müller). Die sind im Prüfungsstress und haben absolut keinen Bock auf ihre neuen Nachbarn und ihren Lärm. Ganz im Gegenteil. Sehr von oben herab und abschätzig machen sie den Neuen unmissverständlich klar, dass die Senioren von ihnen keine etwaige Hilfe bei Einkäufen, Trips zur Apotheke oder sonstigem erwarten dürfen.
Die Fronten sind geklärt und die Stimmung fortan angespannt. Die jungen Studenten ätzen recht bösartig und trommeln bei jedem Lärmverstoss mit dem Besenstiel auf den Boden. Die Alt-Hippies haben ihre anfängliche Freundlichkeit schnell aufgegeben und reagieren mit Unverständnis auf die steifen und uncoolen Kids von heute. Ihre Studienzeit war eindeutig sehr viel lockerer! Dafür ist das Alter nichts für Feiglinge! Anne wurde von ihrem Mann für eine Jüngere verlassen, Eddis Frau und seine Kinder sprechen nicht mal mehr mit ihm.
Als den Schnöseln von oben plötzlich all das Studieren zu viel wird und außerdem Liebeskummer sie plagt, da ist das Wissen und die Hilfe der Alten dann doch gefragt. Ganz ohne Reibereien geht die langsame Annährung der Generationen nicht ab, aber es stellt sich schließlich heraus, dass man sich doch gegenseitig helfen kann.
Der neuste Streich im Theater am Kudamm ist ein sehr witziger Generationenkonflikt, in dem die Rollen vertauscht sind: Die Jungen sind es, die erst mal runterkommen müssen und die Alten sind es, die sich langsam über den Ernst des Lebens klar werden müssen. Sowohl die Spießer in der oberen Wohnung als auch die Revoluzzer in der unteren Wohnung sind großartig besetzt! Die garstigen und hochamüsanten Dialoge fliegen und funkeln nur so zwischen den Kontrahenten.  Sehr sehenswerte und unheimlich lustige Theaterfassung des Erfolgsfilm von 2014! Die Aufteilung der Bühne, so das man quasi in beide Wohnungen gleichzeitig hineinschaut, ist großartig gelöst.
©Nicole Haarhoff
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