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Bewertung und Kritik zu

DIE GLASMENAGERIE 
von Tennessee Williams
Regie: Katharina Thalbach 
Premiere: 6. März 2016 
Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater, Berlin
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Die GlasmenagerieZum Inhalt: Amanda Wingfield lebt mit ihren beiden erwachsenen Kindern Tom und Laura in einer kleinen Wohnung in St. Louis. Seit dem Verschwinden des Vaters sind die drei ganz auf sich allein gestellt; zurück blieben nur sein Foto und ein Grammophon. Vor der Tristesse des ärmlichen Alltags entflieht jedes Familienmitglied auf seine eigene traumwandlerische Art und Weise: Mutter Amanda schwärmt von ihrer Jugend und einer verlorenen Zeit, in der sie gesellschaftlich anerkannt war; Sohn Tom verbringt jede freie Minute im Kino und schreibt heimlich Gedichte; und Tochter Laura konzentriert sich ganz auf ihre Sammlung zerbrechlicher Glastiere – ihre Glasmenagerie, die sie ihr eigenes graues Leben immer wieder vergessen lässt. Mit Jim O´Connor, einem Arbeitskollegen von Tom, tritt die Realität in das Leben der Familie: Für Mutter Amanda wäre er der optimale Heiratskandidat für Laura, doch nach anfänglicher Annäherung der beiden zerbricht nicht nur eines von Lauras geliebten Glastierchen, sondern auch der Traum, dass alles möglich gewesen wäre …

mit Anna Thalbach, Nellie Thalbach, Leonard Scheicher und Florian Donath

Regie: Katharina Thalbach

TRAILER



 
Meinung der Presse zu „Die Glasmenagerie“ - Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater


Zitty
★★★☆☆

 


WIR EMPFEHLEN

DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Geplatzte Illusionen
  · 23.03.16
Es ist eine Freude, dem Quartett zweieinhalb Stunden zuzusehen. Anna Thalbach legt ihre Rolle als einer Vorläuferin der berüchtigten Helikopter-Mütter an. Wenn sie nicht in Erinnerungen von angeblich siebzehn gleichzeitigen Verehrern aus ihrer Jugend schwelgt, liegt sie ihren beiden Kindern Laura und Tom mit wohlmeinenden Ratschlägen in den Ohren: Die eine muss dringend unter die Haube gebracht werden, damit sie nicht als „alte Jungfer“ endet. Der Andere sollte mehr aus seinem Talent machen als nur in einer Lagerhalle zu schuften, findet sie.

Als Tom seinen Arbeitskollegen Jim anschleppt, ist Mutter Amanda ganz aus dem Häuschen. Sie wirft sich in Schale und will die Familie Wingfield von ihrer Schokoladenseite präsentieren, um den potentiellen Schwiegersohn zu ködern.

Als dieser Plan scheitert, geht mehr zu Bruch als nur eine Pferde-Figur aus Lauras geliebter Glasmenagerie. Für Familie Wingfield ist eine weitere Illusion geplatzt, Ein weiterer Strohhalm, an den sie sich klammerten, hat sich als haltlos erwiesen. Das Publikum durfte hingegen einen sehenswerten Theaterabend erleben.

Florian Donath, der schon in „Fabian“ an der Schaubühne zu erleben war, überzeugt als schlaksiger Verehrer. Leonard Scheicher stellt erneut sein großes Talent unter Beweis, auch wenn ihm diesmal sein Partner Felix Strobel fehlt, mit dem er in „Zwei Herren aus Verona“ am Berliner Ensemble kongenial zusammenspielte, und obwohl er sein komisches Talent in diesem melodramatischen Stück zu selten zur Geltung bringen durfte.

Da auch Mutter und Tochter Thalbach sehr gut harmonieren, sollte man die Gelegenheit nutzen, der Familie Wingfield am Kudamm einen Besuch abzustatten. Weiterlesen
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Tragische Familiengeschichte mit zwei spielfreudigen Thalbachs!
  · 15.11.17
Ein junger Mann schwelgt in Erinnerungen, er erzählt die Geschichte seiner Familie, wie er sich an sie erinnert. Er erzählt von seiner Mutter, von seiner Schwester und von den zwei Männern, die für seine Geschichte wichtig sind. Einer wird gar nicht erscheinen, er wird nur oft erwähnt und für vieles verantwortlich sein: der Vater. Ohne ein Wort verließ er die Familie bereits vor vielen Jahren. Und der andere wird nur kurz erscheinen, im letzten Teil der Erzählung. Nachdem er das Publikum so vorbereitet hat, verschwindet der junge Mann kurz hinter dem Vorhang und ist nun statt Erzähler einer der Mitspielenden.
Die 1930er Jahre, eine kleine Seitenstraße in St. Louis. Eine kleine Wohnung in der drei Menschen zusammenwohnen: Amanda Wingfield (Anna Thalbach), die Mutter und ihre beiden Kinder Tom (Louis Held) und Laura (Nellie Thalbach), beide junge Erwachsene. Nachdem der Vater die Familie auf der Suche nach dem Glück verlassen hat, hängt er nun nur noch als düsterer Erinnerungsschatten über dem Haushalt. Amanda ist noch immer verletzt, noch immer voller Unglauben. Schließlich war sie eine grandiose Südstaatenbelle! Einmal warteten ihr tatsächlich nicht weniger als siebzehn Verehrer an einem einzigen Nachmittag auf! Und aus all diesen Charmeuren mit großer Zukunft suchte sie sich gerade den heraus, der sie dann verließ und mittellos und mit zwei Kindern zurückließ. Amanda hängt nun all ihre Zukunftshoffnung und all ihre Sehnsüchte an ihre Kinder.
Tom ackert in einem langweiligen, mies bezahlten Hilfsjob, um seine Familie zu unterstützen. Er hat große Ideen und große Träume, die unter der Last seiner Verantwortung aber immer kleiner und kleiner zu werden scheinen. Um seiner sich ständig einmischenden Mutter zu entkommen, flieht er so oft wie es nur geht ins Kino und bleibt oft stundenlang aus, was seine Mutter wiederum besorgt, sie zu neuen Einmischungen und Vorträgen antreibt und ihn wieder aus dem Haus. Laura ist stumme Zeugin dieses Teufelskreises. Sie hat eine leichte Behinderung, die in ihrem eigenen Kopf allerdings gigantisch groß ist und jedes normale Leben für sie unmöglich macht. Statt am wahren Leben teilzuhaben, hat sie sich eine eigene kleine Welt geschaffen, in der sie sich wohl und sicher fühlt. Sie spielt die alten Schallplatten ihres Vaters und hegt und pflegt ihre Glasmenagerie, eine Sammlung von zerbrechlichen kleinen Glasfigürinchen.
Für alle Familienmitglieder ändert sich alles, als der Plan der Mutter, Laura endlich unter die Haube zu bringen, erste Früchte zeigt. Tom hat, nach langem Genörgel und Getrietze, endlich eingewilligt und hat einen Arbeitskollegen zum Abendessen eingeladen, damit Laura ihn treffen kann. Während Amanda sich vor Aufregung beinahe überschlägt und mit den Vorbereitungen vollkommen übertreibt, ist der schüchternen Laura vor Aufregung schlecht. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten trifft sie den charmanten Jim O’Connor (Sven Scheele) dann aber doch noch und das Schicksal nimmt seinen Lauf.
Ein wunderbares Stück, heute (15.11.) und im Januar (8. und 9.) habt ihr nochmal die Chance es zu sehen, Regie führt Katharina Thalbach und ihre Tochter und Enkelin spielen die Hauptrollen, beide einfach unheimlich gut. Ob Anna Thalbach als ehemals reiche Südstaatenbelle, die verbissen und voller Inbrunst an altem Glanz hängt oder Nellie Thalbach als sanfte und schüchterne Laura, die keinen Ärger wünscht und sich dem Diktat der Mutter beugt. Beide sind einfach wunderbar in ihren grundverschiedenen Rollen. Die Mutter nimmt mit ihrem Wesen, ihrer Lautstärke, ihren Wünschen immer mehr Raum ein und man kann beinahe sehen, wie sich Laura immer kleiner und kleiner macht, während für den aufmüpfigeren und freiheitsliebenden Tom schließlich einfach kein Platz mehr da ist.
Auch die schöne Bühnendekoration mit den südstaatenhaft hellen Leinenvorhängen, die sich mit der Situation drehen können, tut das Ihrige, um den Zuschauer in die Familiengeschichte hineinschlüpfen zu lassen.
©Nicole Haarhoff
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Die Glasmenagerie - Ein großer Wurf
  · 09.06.17
Katharina Thalbachs Inszenierung von »Die Glasmenagerie«, dem Klassiker von Tennessee Williams, ist ein großer Wurf:
Das traurige Stück über eine alleinstehende Mutter im St. Louis der 30er Jahre, die im Kampf um die Zukunft ihrer Kinder an den aussichtslosen Verhältnissen scheitert, wirkt überhaupt nicht antiquiert. Noch immer sind die Familien alleinerziehender Mütter oft auch die ärmsten.

Bei Williams stammt die Mutter Amanda aus dem reichen »Landadel« des Südens. Ihr Sohn Tom ist auf jeden Fall Arbeiterklasse und unzufrieden. Ihre Tochter Laura träumt in ihrer Glasmenagerie vor sich hin. Katharina Thalbach hat einen Sinn fürs Komische, und doch wirken bei ihr die Frauenfiguren Amanda und Laura nie karikiert. Auch das Gegenteil wird vermieden: Sie gleiten nicht ins Tragisch-Depressive ab, sondern bleiben stets dazwischen, sie bewegen sich auf einem schmalen Grat.
Stärke, die in Verweigerung besteht
Das hier ist ein Familienunternehmen in der Komödie am Kurfürstendamm. Thalbach hat die Amanda mit Anna Thalbach, ihrer Tochter, und die Laura mit Nellie Thalbach, ihrer Enkelin, besetzt. Das erscheint zunächst als strategische Entscheidung, und doch wirkt hier nichts manieriert, unecht oder eitel. Die Frauenfiguren sind stark und schön gestaltet! Ganz im Sinne tennessee Williams. Die Wutausbrüche und Streitigkeiten, die sich mit melancholisch-liebevollen Szenen abwechseln, lassen die Charaktere sehr ausdrucksstark erscheinen, selbst die unterwürfige Laura hat ihre Stärke, die in der Abkehr, in der Verweigerung besteht.
Ein ganz anderes Leben
Highlight des Abends ist Leonard Scheicher in der Rolle des Sohnes Tom... weiterlesen
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Katharina Thalbach inszenierte Tennessee Williams
  · 11.03.16
''In ständiger, sparsam beleuchteter Düsternis werfen ferne, kaum hörbare Rufe und vage Umrisse hinter den Vorhängen Schatten böser Ahnungen voraus. In Tennessee Williams Drama einer zerbrechenden Südstaatenfamilie wechseln Wut und Emotionen mit Melancholie und Depression. Mit dem Mut der Verzweiflung versucht Mutter Wingfield alles zusammenzuhalten. Letztendlich nur ein kurzer Hoffnungsschimmer, ein letzter Griff nach dem rettenden Strohhalm. Anna Thalbach spielt das ganz resolut mal als gluckendes, schnarrendes Muttertier, mal als Dame von Welt mit Ambitionen zu Höheren. In die Zukunft der Kinder investiert sie alles, nur die Ungeduld des unzufriedenen Sohns, das schwindende Selbstvertrauen und der fehlende Lebensmut der Tochter torpedieren immer wieder die Bemühungen der Mutter. (...) Nelli Thalbach schafft es sehr gut, der stets schüchternen, leicht gehandicapten Laura ein paar einfühlsame Facetten abzugewinnen. Die dankbareren Rollen haben aber sicherlich die beiden Ernst-Busch-Schauspielschüler Leonard Scheicher und Florian Donath, die ihre Figuren spielerisch hervorragend beherrschen und die recht einfache, konventionelle Inszenierung tragen. Das muss kein Nachteil sein. Katharina Thalbach zeigt, wie mit ein paar gezielten Lichtwechseln, Musik und Kerzenschein sowie gutem Schauspiel die düstere Gotik Tennessee Williams zu glänzen beginnt.'' schreibt Stefan Bock am 11. März 2016 auf KULTURA-EXTRA
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