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Bewertung und Kritik zu

DAS ABSCHIEDSDINNER
von Matthieu Delaporte / Alexandre de la Patellière
Regie: Jürgen Wölffer 
Premiere: 11. Dezember 2016 
Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater, Berlin

Was soll man tun, wenn man eine Freundschaft beenden will, weil diese nur noch Verpflichtung ist? Peter und Katja stellen sich diese Frage, denn ihre langjährige Freundschaft zu Anton ist schon lange nicht mehr das, was sie mal war. Sie geben also ein Abschiedsdinner, ohne dass der Freund weiß, wozu er gebeten ist: Sie servieren eine Flasche Wein aus Antons Geburtsjahr, spielen seine Lieblingsmusik auf und tragen Kleidungsstücke aus der Blütezeit ihrer gemeinsamen Freundschaft – nur um danach den Kontakt abzubrechen. Doch leider geht alles schief – Anton kommt den beiden auf die Schliche und beginnt zu kämpfen – um die Freundschaft!

mit Ingolf Lück, René Steinke und Rebecca Immanuel

Regie: Jürgen Wölffer 
Bühne: Julia Hattstein
Kostüm: Anna Meerwein

 


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nussknacker ingolf lück trifft auf darling rené steinke
  · 11.12.16
was tun, wenn eine freundschaft krampfig wird? sich tot stellen oder erschlafft ein geheucheltes abschiedsdinner geben? für letzteres entscheiden sich katja und peter. erleichterung macht sich breit, gar leichte entkrampfung. bea und anton sind die ersten auserwählten, die man zum finale charmant und stilvoll, aber vorsätzlich verabschieden will. doch es kommt nur anton vorbei. denn die verspannte und prinzipienstarke autorengattin bea muss mit ihrer theatertruppe performen.
ingolf lück ist anton und brettert die rolle sofort hölzern auf die leicht schräge wohnzimmer-bühne, zitiert sich selbst aus klamaukigen wochenshow-zeiten in mimik und ausdruck und das strengt an. antoningolf, der nussknacker. der sich hier finden soll in einer ziemlich konstruierten rolle - antoningolf muss überdreht auftreten, ekstatisch vom ungarischen psychotherapeuten berichten, die adoption eines afrikanischen kindes ankündigen, endlose anekdoten widergeben, sich breit machen und laut sein. und anton stinkt. auf dem hinweg hat er, warum auch immer, mit einem penner den parka getauscht, verwirrtes großes herz. und schnupfen hat er auch. so windet sich das freundespaar schon bei der halbgaren begrüßung. rené steinke glänzt als sympathischer lebhafter peter und wird zum ensemble-darling des komödienabends. die kunst, genau zu dosieren, dürfte sich auch aus seinen jahren an der renommierten ernst-busch-schule speisen. ingolf lück kann als anton nur das comedy-temperament anbieten und das wird für den zuschauer zum theater-spagat. lück sollte sicher das zugpferd sein auf postern und in pressemitteilungen, aber schauspieler rené steinke ist der, der überzeugt, und das ganz uneitel und natürlich. seine frau katja wird von rebecca immanuel gespielt und katja ist die sinnliche, temperamentvolle und komische göttergattin.
in teil 2 des finalen freundschaft-todes-dinner begreift anton endlich, was hier vor sich geht und die enttäuschung lässt ihn erstarren. doch peter hat ein weiches herz. vorher muss er aber noch einen rollentausch überstehen, sogar die kleidung wechseln (ja, die ü50-herren zeigen viel nackte haut) um sich in anton mal hineinzufühlen. anton, der spirituell überdrehte therapie-konsument. steinke als peter läuft in der verdrehten rolle als anton zu großartiger form auf. wie er anton anton präsentiert ist fabelhaft lustig. lück bleibt auch hier eher steif und drückt seinen unmut stampfend aus. also ein boulevard-theater-abend, der ambivalent matt glänzte.
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