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Bewertung und Kritik zu

ANATEVKA
von Jerry Bock
Regie: Barrie Kosky
Premiere: 3. Dezember 2017 
Komische Oper Berlin 

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Zum Inhalt: »Haben Sie Kinder? – Fünf!« Aus Liebe zur jüdischen Tradition im Sinne jüdischer Tradition: Der arme Milchmann Tevje im osteuropäischen Schtetl Anatevka will seine drei ältesten Töchter, Zeitel, Hodel und Chava, mithilfe der Heiratsvermittlerin Jente an möglichst gutsituierte Bräutigame vermählen. Doch die Mädchen haben eigene Vorstellungen vom Lebensglück … aus Liebe zur Liebe lässt Tevje sie gewähren – und akzeptiert mit Witz und Menschlichkeit alle ihrer Flausen. Fast alle! Im Angesicht antijüdischer Pogrome und im Moment der tragischen Flucht nach Amerika nehmen der Vater und seine von ihm verstoßene Tochter Chava schmerzvoll von einander Abschied.

Musikalische Leitung: Koen Schoots
Inszenierung: Barrie Kosky

Choreographie: Otto Pichler
Bühnenbild: Rufus Didwiszus
Kostüme: Klaus Bruns
Dramaturgie: Simon Berger
Chöre: David Cavelius
Licht: Diego Leetz

TRAILER


 
Meinung der Presse zu „Anatevka“

Komische Oper Berlin


Die Welt

★★★★☆

FAZ
★★★★☆


Der Tagesspiegel
★★★★★

Süddeutsche Zeitung
★★★★☆

Berliner Zeitung
★★★★☆

Zitty
★★★★☆

tip
★★★☆☆

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4.2/5 Insgesamt 12 Bewertungen (3 mit Rezension)
''Ein Plot fast ohne jede Fallhöhe, weshalb ihn Kosky über weite Strecken wie "Lyrische Szenen", also wie eine jüdische Variante von "Eugen Onegin" inszeniert. Es handelt sich um eine sehr untypische Musical-Inszenierung, da sie weder lustig noch rührend ist. Über weite Strecken scheint man einer Modellinszenierung beizuwohnen, die in dieser Eigenschaft zwar erstaunlich locker bleibt, aber oft auch auf der Stelle tritt. (...)

Ich gestehe offen, dass ich den musikalischen Erfolg "Anatevkas" – trotz Anleihen des Komponisten Jerry Bock bei Kollegen wie Leonard Bernstein und Frederick Loewe – nie ganz verstanden habe. Auch jetzt noch verstehe ich ihn nicht. Die Eleganz der Bildfindungen Koskys halte ich für kongenial. Eine Aufführung indes, die – mit über 3½ Stunden Gesamtdauer – zu lang ist, ist irgendwie auch nicht fertig geworden.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf kulturradio.de
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Fiddler on the Roof
  · 05.01.19
Ein kleiner Ort namens Anatevka, irgendwann und irgendwo in den Weiten Russlands. Am Rande des Dorfes befindet sich eine kleine jüdische Siedlung, in der vor allem eines wichtig ist: Tradition! Tradition! Die Frauen, sie putzen, sie kochen, sie backen, sie kümmern sich um die Kinder. Und die Männer, sie sind die Herren des Hauses, sie arbeiten, ernähren ihre Familie und wenn die Zeit gekommen ist, dann entscheiden sie, die Papas, wer wen wann heiratet, ganz genau so, wie es schon immer war! Tradition!
Tevje (Max Hopp) lebt in Anatevka, er ist der ansässige Milchmann und er ist zwar nicht mit Geld oder Hab und Gut gesegnet, dafür aber mit fünf hübschen Töchtern. Und da für die älteste Tochter nun die Zeit herangekommen ist, dass sie heiraten soll, hat Tevjes Ehefrau Golde (Dagmar Manzel) schon die Heiratsvermittlerin Jente (Barbara Spitz) auf den Fall angesetzt. Gut soll er sein, der potentielle Ehemann. Und mit einem schönen Geldpolster ausgestattet, das der ganzen Familie zu Gute kommen soll. So wie der Metzger zum Beispiel. Tevje mag ihn zwar nicht und recht alt ist er auch, aber wohlsituiert ist er nun einmal, das ist nicht zu leugnen. Tevje stimmt also zu. Nur hat er die Rechnung ohne seine Tochter Zeitel (Talya Lieberman) gemacht. Traditionen hin oder her, Zeitel ist schon seit ewigen Zeiten in den armen Schneider Mottel (Johannes Dunz) verliebt und will ihn heiraten! Und weil Tevje vor allem anderem ein liebevoller Vater ist, gibt er nach und in Anatevka wird eine rauschende Hochzeit gefeiert! Selbst der Fleischer lässt sich nicht lumpen und spendiert fünf Hühner! Aber ein Schatten der Vorahnung fällt über die Feierlichkeiten, als plötzlich Soldaten hereinstürzen, alles kurz und klein schlagen und die Gäste verschrecken. Gerüchte von Progrom und Vertreibung hängen in der Luft.
Mit ganz anderen Gewitterwolken muss sich unser Tevje herumschlagen: seine zweite Tochter Hodel will ebenfalls nicht so wie er will, sie hat sich in den Hauslehrer Perchik verliebt, der mit vielen aufrührerischen Ideen im Kopf die Welt verändern will. Nicht nur verloben sie sich ohne seine Zustimmung abzuwarten, nein, Hodel folgt ihrem Geliebten auch noch nach Sibirien, als dieser verhaftet und verbannt wird. Und als wäre das noch nicht genug, kommt dann als letzter Schlag auch noch die drittjüngste Tochter Chava mit einem Nicht-Juden heim! Aber da muss selbst der großherzige, watteweiche Tevje einen Schlussstrich ziehen, er, der er regelmäßig stille Zwiegespräche mit Gott führt, dem Tradition, aber vor allem der Glaube über alles geht - nein, das kann er nicht dulden. Er verstößt seine Tochter Chava, auch wenn sein Herz dabei blutet.
Und während Golde und Tevje noch mit ihren Familienkrisen hadern, da tritt schon ein, was die jüdische Bevölkerung bereits lange geahnt hatte: sie werden vertrieben. Drei Tage haben sie Zeit, um ihre Häuser zu verkaufen und mit Sack und Pack aus Anatevka zu verschwinden...
Es geht um Armut, um Repressalien, um Familienprobleme und schließlich gar um Vertreibung und Flucht. Ein düsteres Stück könnte man meinen, traurig und drückend. Stattdessen ist es ein fröhliches und lebensbejahendes Musical, voller Witz, Tanz, Musik und vor allem voller Liebe. Max Hopp spielt einen wunderbaren Tevje, liebevoll, lustig, augenzwinkernd. Aus jeder Geste, aus jeder Silbe heraus spürt man die Liebe für seine Mädchenschar und seine Golde. Und mit viel Chuzpe, Gottesglauben und durch lange, lange Jahre bitterer Erfahrungen mit Bedächtigkeit und Langmut ausgestattet, zieht diese Familie zum Schluss aus Anatevka fort und man hat als Zuschauer einen dicken Kloß im Hals. Anatevka ist ein sehr schönes Bild für die Resilienz des jüdischen Volkes und für die Gabe, auch in den schwierigsten Situationen den Humor nicht zu verlieren.
In typischer Barrie Kosky-Manier sind die Tänze natürlich wunderbar leidenschaftlich und wild, die Kostüme sind authentisch und das Bühnenbild... hach, das Bühnenbild von Rufus Didwiszus ist einfach großartig. Ich will nicht zu viel verraten, aber ich kann sagen, das ich die schiere Fantasie und Vorstellungsgabe bewundere, mit der man solche Bauten und ihre vielfältige Nutzung ersinnt! Insgesamt ein wundervoller Abend voller Gefühl, ein tolles Musical, in der Komischen Oper fabulös auf die Bühne gebracht!
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Der Fiedler auf dem Dach
  · 04.12.17
''Der Kosky transportiert - gemeinsam mit Koen Schoots (Dirigent) und Otto Pichler (Choreograf) - einen fast überschäumend-prallen Lebensaus- und -abschnitt dieses überschaubar kleinen im ganz großen Welten-Kosmos. Vor der Pause kippt dann allerdings die bis zum Stückschluss anhaltende "gute" Grundstimmung": Die Hochzeitsfeier von Tevjes und Goldes erstgebor'ner Tochter Zeitel (Talya Lieberman) mit Schneider Mottel Kamzoil (Johannes Dunz) wird durch einen 'ranrasenden Judenhasser-Mob auseinandergetrieben; er demütigt das Brautpaar, wenn er literweise Milch aus Tevjes Kannen über es und seine Eltern und Familien ergießt... Da stockt einem dann schon der Atem!

Karsten Küsters (als Wachtmeister) fordert die Juden letztlich auf, ihren Besitz und Hausrat in drei Tagen zu veräußern und ihr Schtetl unverzüglich zu verlassen; wer der Anweisung nicht nachkäme, würde mit Konsequenzen rechnen müssen... 

Und so zieh'n sie nach und nach - fast ohne jeden Groll, vermeinte man als Seher und als Hörer dieses Musicals gespürt zu haben - in die Welt hinaus; und das war (gottgewollt für die Betroffenen) noch Jahre und Jahrzehnte vor dem Holocaust. 

Bleibt dringender denn je zu hoffen, dass das Stück sehr lang im Repertoire verankert sein wird. Dass es auch oder vor allem junge Menschen sehen, nachempfinden und begreifen werden, was in Anatevka (oder anderswo und später) alles so an Folgeschwerem abgelaufen war!'' schreibt Andre Sokolowski am 4. Dezember 2017 auf KULTURA-EXTRA
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