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Bewertung und Kritik zu

BLACK PRIVILEGE
Mamela Nyamza
 
Berlin-Premiere: 25. Juni 2019 
Hebbel am Ufer (HAU2), Berlin 

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Zum Inhalt: Seit ein paar Jahren mischt die Tänzerin, Choreographin und Aktivistin Mamela Nyamzadie internationale Szene auf. Dabei setzt sie stets ihre persönliche Biografie als Schwarze, lesbische Mutter ins Spannungsfeld zu den allgemeinen Debatten um die gescheiterte Regenbogennation Südafrika, in der Rassismen und Machismen ebenso wieder erstarken, wie die Trennung von Hoch- und Stammeskultur oder die von verschiedenen Sprach- und Stammesregionen. Statt Annährung, Aussöhnung und Austausch diagnostiziert die 1976 in Kapstadt geborene Ausnahmepersönlichkeit größere Abschottung, stärkere Rassentrennung und ein Klima der Angst, das die einstige Vorzeigenation der postkolonialen Idee fest im Griff hält.
In ihrer neuen Arbeit “Black Privilege” richtet Nyamza ihre Aufmerksamkeit auf die scheinheilige Grundstruktur unserer Gesellschaften, in denen jede*r permanent be- und verurteilt wird. Oszillierend zwischen einem Ritual, in dem sie verschiedene Facetten von starken Frauen anruft, und einem Gerichtsverfahren, in dem die Gräueltaten mächtiger Figuren angeklagt werden, verwischt Nyamza die Grenzen zwischen Spiritualität und Gesetz. Abgelehnte und verkannte Heldinnen des afrikanischen Unabhängigkeitskampfes werden wiederbelebt, gerichtet und vielleicht auch gefeiert.

Im Anschluss an die Vorstellung am 25.6.: Artist Talk mit Lisa Tracy Michalik. Lisa Tracy Michalik ist Medien- und Kulturwissenschaftlerin und freie Journalistin, u.a. für das Missy Magazine. Ihre Texte betreffen Themen wie Rassismus und Gender und gehen von ihrer gelebten Erfahrung als Schwarze Queere Frau in Deutschland aus. 

Choreografie, Tanz: Mamela Nyamza
Bodypainting: Morag Pringle
Dramaturgie: Sello Pesa
Bühne, Licht: Wilhelm Disbergen


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Rätselhafte Bilder für Gesellschaftskritik
  · 27.06.19
Aus Südafrika war die Choreographin Mamela Nyamza mit ihrer Performance „Black Privilege“ beim "The Present is not enough"-Festival zu Gast. Ihr geht es in dieser knappen Stunde um die geplatzten Hoffnungen nach dem Ende des Apartheid-Systems. Als schwarze Königin lässt sie sich von ihrem Zeremonienmeister über ein Schachbrettmuster tragen. Würdevoll thront sie weit über dem Publikum, das hinter einer roten Absperrung sitzt. 

Recht bald wird die Performerin auf einem Power Plate auf ihrem Thron durchgeschüttelt. Sie hat sichtlich Mühe, die Balance zu halten, klammert sich schmerzverzerrt fest.

Am Ende liegt Nyamza am Boden, kriecht über das Schachbrettmuster und folgt den monotonen Befehlen einer blechernen Navi-Stimme. Das Publikum wird, noch während die gestürzte schwarze Königin kriecht, vom strengen Zeremonienmeister mit großer Bestimmtheit aus dem Saal gescheucht.

Die fast wortlose Performance spielt mit rätselhaften Bildern und Motiven, die mythische Anklänge haben. Erst aus dem Begleittext auf dem Abendzettel wird die gesellschaftspolitische Botschaft deutlich, die Nyamza senden will.

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''Einer überzeugenden Choreographie in einem kargen, minimalistischen Arrangement, zumeist in völliger Stille. Dies ist Konzeptkunst, die einiges an Vorwissen verlangt, um das Geschehen deuten, in Kontexte setzen zu können – dafür sind die Bilder und Szenen eindrücklich und Mamela Nyamza ist eine sehr beindruckende Performerin und Persönlichkeit.

Und wenn man den Kontext mitdenkt, dass sie jedes Klischee von afrikanischem Tanz unterläuft, derartige falsche Erwartungen eher wie ein Spiegel zurückwirft, dass sie sich von starken, wenngleich auch mitunter umstrittenen Frauen Südafrikas inspiriert sieht: etwa von Winnie Mandela oder von der unumstrittenen Germaine Acogny, der berühmten Choreographin aus dem Senegal, maßgeblich für den zeitgenössischen Tanz in ganz Afrika – dann ist das ein sehr starkes Stück.

Eine ganz eigene Vision von politisch motiviertem zeitgenössischen Tanz, der nach Unabhängigkeit auch von amerikanisch-europäischen Vorbildern strebt, der über eine starke eigenständige künstlerische Handschrift verfügt. Das Publikum ist recht irritiert aus dem Saal gegangen – zumal uns der Zeremonienmeister sanft, aber sehr bestimmt des Saales verwiesen hat und es keinen Schluss-Applaus gab.'' schreibt Frank Schmid auf rbbKultur
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3.0
Durchschnittsnote aller Stücke
5 5
4 15
3 32
2 15
1 5
Kritiken: 61
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