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    Haus der Berliner Festspielewww.berlinerfestspiele.de
    Schaperstraße 24 - 10719 Berlin
    Telefon: 030 254 89-0

    SPIELPLAN & KARTEN

    Put your heart under your feet... and walk!

    Bewertung und Kritik zu

    PUT YOUR HEART UNDER YOUR FEET... AND WALK! 
    Steven Cohen
     
    Premiere: 24. Juni 2017 (Centre Dramatique National als Teil von Montpellier Danse) 
    Deutschland-Premiere: 13. Oktober 2023
    Haus der Berliner Festspiele 

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    Zum Inhalt: Ein Gedicht der Trauer um den Tod eines geliebten Menschen: Der aus Südafrika stammende Choreograf und Performer Steven Cohen errichtet für seinen verstorbenen Geliebten Elu, mit dem er zwanzig Jahre gemeinsam verlebt hat, eine heilige Stätte. Ganz allein stellt er sich seinem Leid in einer Trauerzeremonie von unerträglicher Schönheit.

    Auf Schuhen mit Kindersärgen als Absätzen und auf wacklige Krücken gestützt, bewegt der Performer sich unsicheren Schrittes vorsichtig vorwärts – rastlos umherirrend auf der Suche nach dem höchsten Wesen. Mal in Ballettschuhen, mal in einem Video, in dem er im weißen Tutu inmitten einer Schlachthofszene zwischen blutüberströmten Rindern tanzt. Das Ritual, in dem er sich dem Abgrund der Welten zwischen den Lebenden und den Toten nähert, ist rau und kathartisch.

    Steven Cohen – Choreografie, Bühne, Kostüme, Interpretation
    Yvan Labasse – Licht
    Richard Muller & SHU – Videos
    Baptiste Evrard – Videomanagement
    Catherine Cossa – Außenblick
    Samuel Mateu – Inspizienz

    2.5 von 5 Sterne
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    Abstoßendes und Anrührendes
    8 Monate her.
    Kritik

    ''Diese in Teilen verstörende Performance, in der Abstoßendes und Anrührendes sich die Waage halten, ist der Versuch, mit künstlerischen Mitteln Tod, Trauer und Schmerz nahezukommen und für Steven Cohen war die Arbeit am Stück anfangs sicherlich eine Form der Trauer-Bewältigung. Aber er zeigt es nun auf Theaterbühnen, sein Schmerz wird öffentlich ausgestellt, soll für uns Zuschauer verstehbar werden, vielleicht kathartische Wirkung erzeugen. Und hier hat das Stück seine Schwächen – wegen der Überformung in extreme Künstlichkeit, die Identifikation und Mitleid fast unmöglich machen und wegen der Provokationen.

    Das Schlachthof-Video, die Kindersärge, das Spiel mit religiösen Traditionen wirken überspannt, aggressiv, wirken wie eine demonstrative Herausforderung, bleiben jedoch indifferent und unklar in Aussage und Bedeutung. Zudem findet Steven Cohen kein Mittel, seine Botschaften in dazu passende Bewegung, in Tanz zu übersetzen.

    Auch wenn das Stück nicht restlos überzeugt, ist es eine außergewöhnliche Performance, mit der die Berliner Festspiele ihre neue Performing Arts Saison eröffnet haben.'' schreibt Frank Schmid auf rbbKultur

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    Merkwürdige Fingerübung als Trauer-Ritual
    9 Monate her.
    Kritik

    Mit einer rätselhaften einstündigen Hinterbühne-Performance eröffneten die Berliner Festspiele ihre Performing Arts Season, eines der neuen Formate, die Matthias Pees ausprobiert.

    Der weiße, schwule, jüdische, südafrikanische Performer entwickelte diese Arbeit bereits 2017 für Montpellier Danse und tourte vor den Corona-Lockdowns über diverse Festivals wie ImPulsTanz in Wien. An diesem Wochenende gastiert er erstmals in Deutschland (drei Vorstellungen vom 13.-15. Oktober). Die Arbeit ist als sehr persönliches Trauerritual gedacht, da Cohen seinen langjährigen Lebenspartner Elu verloren hat. Der Titel stammt aus einem Gespräch mit einer Freundin, die ihm diesen Rat mit auf den Weg gegeben hat.

    In schillernd-androgynen Kostümen, die vor allem in der zweiten Hälfte mit Schmetterlingsmotiven spielen, und auf überdimensionalen High Heels stakst Cohen über die kleine Bühne, über lange Zeit stumm, selten von melancholischen Songs z.B. von seinem wesentlich bekannteren Namensvetter Leonard Cohen, begleitet.

    Als Schockeffekt werden sehr explizite Video-Aufnahmen aus Schlachthöfen eingeblendet: Cohen stakst zwischen den Leichen der Tiere umher, die Gedärme quellen auf den Boden, er watet durch Blutlachen. Eine merkwürdige Parallele versucht Cohen zwischen dem Tod seines Partners und den Kadavern der Tiere, die zur Fleischerzeugung wie am Fließband industriell geschlachtet werden. Die Reihen lichten sich, viele gehen zum Ausgang.

    Kurz vor Schluss richtet Cohen ein paar persönliche Worte an sein Publikum, bevor sich seine Schmettterlingsfigur im wabernden Bühnennebel auflöst und bewusst auf den Applaus verzichtet.

    Mit dieser kleinen Fingerübung trafen die Berliner Festspiele eine seltsame Wahl zur Eröffnung der Reihe. In den nächsten Monaten werden einige bekannte Künstler folgen, manche erstmals in Berlin, manche bewährte Stammgäste auf den Bühnen der Stadt. Mit diesen Auftritten werden die Berliner Festspiele hoffentlich eine glücklichere Hand haben als mit den „10 Treffen“ im Rahmenprogramm des Theatertreffens vom Mai 2023 und dem aktuellen Gastspiel.

    Weiterlesen: https://daskulturblog.com/2023/10/14/put-your-heart-under-your-feet-and-walk-performance-kritik/

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