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Bewertung und Kritik zu

GORKI - ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND?
von Oliver Frljić
Regie: Oliver Frljić
Premiere: 15. März 2018 
Maxim Gorki Theater, Berlin 

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© Esra RotthoffZum Inhalt: Wie bereits in der Vergangenheit geschehen, erleben wir heute wieder wie antidemokratische Kräfte mit Mitteln der Demokratie legitimiert werden, mediale und reale Präsentationsräume erhalten und ihre Ansichten salonfähig werden. Dann können sie ganz legal anschließend die Demokratie umstürzen und eine autoritäre Diktatur fordern – nicht nur in Polen oder Ungarn, sondern auch in Deutschland. Oliver Frljić hat drei Jahre lang das Nationaltheater in Rijeka geleitet und wurde von seinem Publikum begeistert unterstützt, von katholisch kroatischen Nationalisten erbittert bekämpft. Seitdem inszeniert er in unterschiedlichen Ländern, zuletzt in Österreich und Polen, wo seine Arbeit Klątwa (Der Fluch), die im Juni 2017 im Gorki zu Gast war, in Warschau für Jubel und Protest sorgte. Im Gorki will er der Logik der Politik folgen, um das Theater in Frage zu stellen und das demokratische System zu überdenken. Pünktlich zum 150. Geburtstag von Maxim Gorki untersucht Frljić, ob Gorki dem Gorki helfen kann, die Alternative für Deutschland zu verstehen. Und ob die Alternative für Deutschland helfen kann, das GOЯKI zu verstehen. Oder andersherum? Was ist Demokratie wert, wenn ihre Gegner*innen in ihren Räumen groß aufspielen können? Was ist Theater wert, wenn in seinen Räumen seine Gegner*innen nicht aufspielen können?

Regie: Oliver Frljić 

Bühne: Igor Pauška
Kostüme: Sandra Dekanić
Dramaturgie: Aljoscha Begrich
Licht: Jens Krüger
Ton: Hannes Zieger

 
Meinung der Presse zu „Gorki - Alternative für Deutschland?“

Maxim Gorki Theater , Berlin


rbb
★★★☆☆

nachtkritik
★★★★☆

Die Welt
★★☆☆☆


Zitty
★★★☆☆

tip
★☆☆☆☆


WIR EMPFEHLEN

DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Mut zur Wahrheit!?
  · 16.03.18
''Der Abend gefällt sich aber zunehmend in der Präsentation rechten Gedankenguts im gewohnten Stil der plakativ verpackten Bloßstellung und ironischen Selbstbespiegelung oder arbeitet mit besonders fiesen Showeffekten. So wird zum Beispiel ein Monologwettbewerb zwischen den beiden deutschen Schauspielerinnen Mareike Beykirch und Swenja Liesau um den tränenrührigsten Seelenstriptease ausgetragen. Als schmieriger Spielleiter erklärt Mehmet Ateşçi das Publikum zum Entscheider per Applausometer, wer von den beiden das Ensemble verlassen muss. Beykirch spielt die Ossikarte und will nicht in die Unterschicht zurück. Liesau berichtet von einer Vergewaltigung durch ihren syrischen Exfreund und präsentiert das aus dieser Tat entstandene Kind (Alexander Sol Sweid).Trash, Parodie und gezielte Provokation sind die bekannten Mittel von Oliver Frljić‘ Theater. Der Regisseur verfolgt hier laut eigener Aussage auf Deutschlandradio Kultur das „Konzept der subversiven Affirmation“, wie es in den 1970er- und 80er-Jahren in der Sowjetunion oder in Jugoslawien von regimekritischen Künstlern praktiziert wurde. So arbeitet u.a. auch die slowenische Rock-Band Laibach. 

Falilou Seck spricht an einem Rednerpult von der konservativen Revolution und der Ausnutzung der parlamentarischen Demokratie zum Ziele ihrer Abschaffung. Hier sind Aussagen des AfD-Politikers Marc Jongen und des nationalsozialistischen Propagandaspezialisten Joseph Goebbels miteinander verknüpft. Das macht durchaus Sinn. Wer die Wiederherstellung der Marktwirtschaft und die Kritik an Lobbyismus und Bankenkrise mit der nationalen Identität der Deutschen verbindet, geht mit gleichen Mitteln auf Stimmenfang wie die Nazis in der Weimarer Republik. Diese politischen Aha-Momente sind allerdings recht selten. Es überwiegt die platte Provokation. Zuvor schon hatte Gorki-Kolumnistin Mely Kiyak gegen Linke wie Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine ausgeteilt. Und natürlich darf die durchaus gerechtfertigte Stellung der sozialen Frage die Verantwortung des Westens für das Geschehen in der Welt nicht in den Hintergrund rücken lassen. Zu diesem entscheidenden Punkt vermag Frljić lauthals schreiende Inszenierung aber gar nicht mehr vorzudringen.'' schreibt Stefan Bock am 16. März 2018 auf KULTURA-EXTRA
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Zu viel Ironie?
  · 16.03.18
''Was auf dem Papier spannend klingt, wird auf der Bühne allerdings viel zu didaktisch inszeniert. Hier tappt Frljić in jene Fallen, die er im Text so schön umschifft hat. Die erste Szene, in der das Gorki angegriffen wird, kann nur dann zur Verunsicherung im Publikum führen, wenn die Spieler die Argumente mit großer Ernsthaftigkeit, Nachdenklichkeit vortragen. Hier aber stehen die sechs Schauspielerinnen und Schauspieler an der Rampe und proklamieren derart ironisch, dass man sie von der ersten Sekunde an nicht ernst nehmen braucht. 

Wenn Falilou Seck mit hoch erhobenem Zeigefinger herumschreit wie ein Nazi beim Morgenapell, ist sofort klar, dass es sich um Satire handelt. Ein viel zu leicht durchschaubares Verfahren, das so nicht nur sein Verführungs-, sondern auch sein Verunsicherungspotential verliert.

Später wird das klassizistische Gebäude des Gorki-Theaters in Miniaturform auf die Bühne gefahren. Till Wonka beschwört erst die deutsche Geschichte des Hauses, bis es dann (wenig subtil) von den Mitspielern eingerissen und mit AfD-Lettern überschrieben wird. Als dann drei Schauspieler, eigentlich auch eine schöne Volte, auftrumpfen, für dieses Theaterprojekt in die AfD eingetreten zu sein und vom Gorki den Mitgliedsbeitrag bezahlt zu bekommen, wird derart herumgebrüllt, dass die vermeintlichen Argumente für die Partei völlig untergehen.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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Selbstironie und Goebbels-Vergleiche
  · 16.03.18
Der Einstieg ist vielversprechend: Selbstironisch setzt sich das Gorki Theater mit den Vorwürfen auseinander, die Shermin Langhoffs Intendanz seit dem Start im Herbst 2013 begleiten. Nika Miškovíc, die Regisseur Oliver Frljić als Gast mitgebracht hat, wirft ihren Mitspielerinnen und Mitspielern vor, dass sie sich in ihrer Nische gemütlich eingerichtet haben. Talent müsse man nicht vorweisen, ein Migrationshintergrund reiche völlig, am besten habe man noch eine queere sexuelle Orientierung, dann stehe einem Engagement am Gorki nichts mehr im Weg. Der Spielplan komme nicht über eine Nabelschau von und für Minderheiten hinaus. Schon dieser erste Teil verheddert sich aber etwas zu sehr in seinen ironischen Wendungen. 

Zu platt ist die letzte Szene geraten, in der Provokateur Frljić die neu in den Bundestag eingezogene AfD gedanklich mit einem berühmten Goebbels-Zitat kurzschließt, der darüber spottete, dass sich die Demokratie ihren Feinden wehrlos ausliefere und ihnen alle Mittel an die Hand gebe, sie abzuschaffen. 

Leider endet „Gorki – Alternative für Deutschland?“ dort, wo die Auseinandersetzung und der Streit beginnen müssten, so dass der Abend nicht über ein launiges Intro in sein brisantes Thema hinauskommt. 

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www.gorki.de
Am Festungsgraben 2 - 10117 Berlin
Telefon: 030 202210
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