Still Life

Bewertung und Kritik zu

STILL LIFE 
von Marta Górnicka
Premiere: 31. Juli 2021 
Maxim Gorki Theater, Berlin 

Zum Inhalt: Wessen Leben zählt als Leben? Demokratische Gesellschaften beruhen auf der Ausgrenzung, Kontrolle und Ausbeutung von als überflüssig geltenden Existenzen. Grenzen, Mauern, Lager und digitale Identifikationstechniken garantieren dem globalen Norden ein sorgenfreies Dasein.

Still Life ist ein chorisches Manifest einer neu konzipierten Gesellschaft. Der Chorus stellt die Frage, wie wir in einer Ära der Massenepidemie, der Massendigitalisierung und des Massensterbens Verbindungen aufrechterhalten und wiederaufbauen können. Der Chorus erschafft ein brutales, grenzüberschreitendes Lied, um die allgegenwärtigen Mechanismen von Ausgrenzung und Gewalt offenzulegen, deren schrecklichste Steigerung die Genozide sind, die aus »Nie wieder« ein »Auschwitz kein Ende« machten. Diesem schonungslosen Lied wird eine ekstatische Hymne unendlichen Lebens entgegengesetzt, um die gemeinsame Welt durch einen Chorus aller Lebewesen wiederaufzubauen: Menschliches und nicht-menschliches Leben, Lebende und Tote, Tiere, Pflanzen, Bakterien und Viren. Verbindende Kraft wird der Gott des ungeteilten Lebens, der vor- und nachmenschlichen Zeit sein: ein vervielfachter digitaler Dionysos.

Regie & Libretto: Marta Górnicka 
Komposition: Polina Lapkovskaja
Choreografie: Anna Godowska
Bühne: Robert Rumas
Kostüme: Sophia May
Sounddesign: Rafał Ryterski
Video: Expander Film (Stefan Korsinsky, Lilli Kuschel, Mikko Gaestel)
3d Video-animationen: Luis August Krawen, Alexander Pannier
Dramaturgie: Agata Adamiecka-sitek, Clara Probst
Puppenbau: Atelier Judith Mähler
Übersetzung: Andreas Volk


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