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Bewertung und Kritik zu

FUTURELAND
von Lola Arias
Premiere: 18. Oktober 2019 
Maxim Gorki Theater, Berlin 

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Zum Inhalt: Was bringt einen Teenager dazu, alleine eine gefahrenvolle Reise in ein unbekanntes Land anzutreten? Welche Situation führt Eltern dazu, ihr Kind in ein anderes, fernes Land zu schicken, um es in Sicherheit zu bringen? Und was sagt dies über die Welt, die Gesellschaft, in der wir leben, dass Millionen von Minderjährigen ihr Leben riskieren, auf der Suche nach einer Zukunft?
Fünfzig Prozent der Geflüchteten in Europa sind Minderjährige und viele davon sind unbegleitet. Kinder und Jugendliche kommen nach Europa, um ihr Überleben zu sichern und sind konfrontiert mit einem System, das sie nur zeitweise schützt. Laut Asylgesetz dürfen unbegleitete minderjährige Geflüchtete nicht abgeschoben werden. Mit anderen Worten: sie sind sicher bis zum achtzehnten Lebenjahr. Aber welche Zukunft haben junge Menschen, wenn sie sich davor fürchten müssen, erwachsen zu werden?

Mit Mamadou Allou Diallo, Ahmad Azrati, Fabiya Bhuiyan, Mohamed Haj Younis, Bashar Kanan, Sagal Odowa, May Saada, Sarah Safi

Regie: Lola Arias
Bühne: Dominic Huber
Musik: Santiago Blaum
Video: Mikko Gaestel
Choreografie: Colette Sadler
Kostüme: Tutia Schaad
Dramaturgie: Johanna Höhmann, Florian Malzacher

TRAILER


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Mit Tanzeinlagen und Songs aufgelockertes Dokutheater
  · 05.11.19
Dieses Dokutheaterstück ist ganz auf Jugendliche und Schulklassen zugeschnitten: Lola Arias lässt geduldete junge Flüchtlinge von ihrem Alltag, ihren Hoffnungen und Ängsten erzählen. Sie berichten von Befragungen und zum Teil als demütigend empfundendenen Untersuchungen in den Ankunftszentren erlebten, wo es darum ging, ihr genaues Alter festzustellen. Gegenseitig spielen sie sich mit verteilten Rollen ihre Befragungs-Prozeduren in den Asylverfahren, ihre Gespräche mit ihren Betreuern oder Telefon-Anrufe bei Verwandten und Eltern vor.

„Krass Neues“ erfährt man an diesem 90minütigen Abend nicht, wie eine Zuschauerin beim Verlassen des Gorki Containers bemerkte. Zeitungleser*innen dürften die meisten Fakten bekannt sein. Der Unterschied: an diesem Abend erfährt man sie aus erster Hand.

Ungewöhnlich ist die Art und Weise, wie die ernsten Themen präsentiert werden: nicht als bedrückendes, staubtrockenes Schwarzbrot-Dokumentartheater, sondern spielfreudig mit kleinen Tanz-Einlagen, eingestreuten Songs, Computer-Animationen und Avataren, die für die Instanzen der kühlen Bürokratie stehen.

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Unbegleitete Minderjährige
  · 25.10.19
''Die Jugendlichen spielen nun in kleinen Szenen durch, wie sich der Alltag im Aufnahmeheim und in der Schule abspielt, dazu werden in kleinen Soloauftritten von allen auch Persönliches über Heimat, Familie und Fluchthergang erzählt. Ahmad Azrati berichtet von seiner gefährlichen Flucht als 12-jähriger aus Syrien über die Türkei nach Griechenland. Seine Eltern sind tot. Andere der Jugendlichen würden ihre Eltern gern nachholen. Für Sagal Odowa, die mit ihrer Familie vor der Al-Shabab-Miliz nach Ägypten floh, wird dieser Traum wohl nicht mehr in Erfüllung gehen können, wie sie bei der Nachstellung einer Party zu ihrem 18. Geburtstag traurig feststellt. Zu hoch waren die bürokratischen Hürden und zu langwierig die Zeit für die Beschaffung von Visa für die Familie.

Die 14jährige May Saada floh vor einer Zwangsheirat aus Syrien und hat nun ihren Hijab abgelegt, was Sarah Safi aus Afghanistan nach einer Frage des Avatars aber nicht möchte. Ihr ist die Religion wichtig und mit ihrer Freundin Sagal aus dem Mädchenheim unterhält sie sich über ihre Pläne und was für sie Harām, also was nach muslimischem Glauben verboten ist, halten. Tanzen und Theater sind für beide aber nicht so schlimm und sie singen zusammen ein Lied. Auch für die 14-jährige Fabiya Bhuiyan aus Bangladesch ist Tanzen sehr wichtig, was sie oft und gern in ihrem Zimmer im Heim macht, während Mohamed Haj Younis aus Syrien am liebsten Computer-Games spielt. Eines davon hat dann auch die Inspiration für das Setting der Inszenierung geliefert. Nach den Berufswünschen befragt, haben die Jugendlichen bereits sehr konkrete Pläne. So möchte Bashar Kanan aus Syrien sogar mal Arzt werden und macht schon sein Abitur. Eine Berufsausbildung wird in jedem Fall die Chance, in „Futureland“ bleiben zu können, für alle erhöhen. „Aber, wenn die Ausbildung fertig ist, was passiert dann?“ fragt Mohamed schließlich. Doch darauf weiß der Avatar keine endgültige Antwort. Das Spiel ist also in echt für die Jugendlichen noch lange nicht zu Ende.'' schreibt Stefan Bock am 20. Oktober 2019 auf KULTURA-EXTRA
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Ein nachhaltiger Abend
  · 21.10.19
''Die bürokratischen Hürden, die selbst diesen Jugendlichen auferlegt werden, sind brutal. Doch es ist gleichermaßen bewegend, lehrreich, spannend, aufreibend, wie sportlich und erwachsen sie die Hürden nehmen. Nicht, dass man über all diese Umstände vorher nichts gewusst hatte. Wenn diese zarten Jungs und Mädchen allerdings ohne Pathos, ohne große Worte, erzählen, wie sie sich auf der Flucht verletzt haben oder fast ertrunken wären, kommt einem das emotional ganz anders nah.

Bei aller beeindruckenden Computerspielästhetik stehen die Menschen an diesem Abend zum Glück deutlich im Vordergrund. Lola Arias versteht es, die Geschichten der Jugendlichen nie voyeuristisch auszuschlachten, die Geflüchteten nicht zum bloßen Mittel eines sozialpolitischen Projekts zu machen.

Inzwischen überlegt die schon seit Monaten bestehende Jugendlichen-Gruppe, wie die Zusammenarbeit weitergehen könnte. Es ist ein nachhaltiger Abend, der den Zuschauern so viel gibt wie den Mitspielern.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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www.gorki.de
Am Festungsgraben 2 - 10117 Berlin
Telefon: 030 202210
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