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Maxim Gorki Theater
www.gorki.de
Am Festungsgraben 2 - 10117 Berlin
Telefon: 030 202210
SPIELPLAN & KARTEN

Ein Bericht für eine Akademie

Bewertung und Kritik zu

EIN BERICHT FÜR EINE AKADEMIE
nach Franz Kafka
Regie: Oliver Frljić 
Premiere: 8. Februar 2019 
Maxim Gorki Theater, Berlin 

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Zum Inhalt: Der Bericht für eine Akademie erzählt von einer Menschwerdung. Der Menschenaffe Rotpeter hat sich lückenlos in die k.-u.-k.-High Society integriert. Einstmals verschleppt und eingesperrt hat er sich in einem irrsinnigen Lernvorgang vom Zoo über das Varieté in die Mitte der menschlichen Gesellschaft gearbeitet. Die Assimilation hat einen hohen Preis: die Aufgabe des Ursprungs, die Verleugnung der Identität, die Erkenntnis, dass die Menschenwelt »äffischer« ist als die Welt der Affen. Wo ist der Platz für die Rotpeters, die Unnormierten, die Unbehausten, die Unangepassten? Was ist der Preis der Normierung, Integration, der Anpassung?

Kafka suchte in seinen Erzählungen immer wieder Sujets, in denen Tiere in die sozialen Systeme von Menschen geraten. Tiere als die Verwandten, die den Menschen ihre hinter der Maske der Zivilisation verdrängte Geschichte als Spiegel vorhalten, Tiere als Störfaktor, aber auch als Gejagte, Gefährdete und Ausgestoßene. Dahinter verbirgt sich auch die Frage nach zivilisatorischer Anpassung, die erforderlich ist, um ganz Mensch zu werden, auch wenn damit deren »Menschwerdung« mit der Unterjochung des eigenen Ursprungs verbunden ist. Oliver Frljić, bekannt für seine zivilisationskritischen Provokationen, nimmt deshalb nicht ohne Grund Kafkas Erzählung Ein Bericht für eine Akademie zur Grundlage seiner zweiten Inszenierung für das Gorki. Anhand des erzählerischen Materials entwickelt er eine Geschichte der gewaltsamen Menschwerdung und befragt diesen Akt der Selbst- und Fremdvergewaltigung dessen, der einst die Freiheit kannte und im Gefängnis der Privilegierten, der Angepassten, der Normierten landet.

Regie: Oliver Frljić 
Bühne: Igor Pauška
Kostüme: Sandra Dekanić
Dramaturgie: Johanna Höhmann
Licht: Jens Krüger
Ton: Hannes Zieger
Video: Karl Wedemeyer

TRAILER



 
Meinung der Presse zu „Ein Bericht für eine Akademie“

Maxim Gorki Theater


rbb
★★☆☆☆

nachtkritik
★★★★☆


Zitty
★★★★☆

tip
★★★★☆

3.4 von 5 Sterne
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    0
  • 4 Stern(e)
    4
  • 3 Stern(e)
    2
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    1
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    0
Kurz vor der Bücherverbrennung
6 Jahre her.
Kritik
''Mehmet Ateşçi (als Rotpeter), Jonas Dassler (als Kafka) oder Aram Tafreshian (als Zoodirektor Hagenbeck) überboten sich gegenseitig mit spielerischem Hyperaktionismus - beeindruckend der Solo-Auftritt des splitternackten Tafreshian, der "seine" große Hagenbeckrede zum Quasi-Mitmachtheater ausufern ließ, indem er, splitternackt so wie er war, urplötzlich durch die Sitzreihen des Publikums sich quetschte und über die Leute weg von einer Sitzkante zur andern stieg - grandioses Akrobatentum!  Mit von der Partie auch Lea Draeger, Svenja Lieslau, Nika Mišković, Vidina Popov, Sesede Terzziyan sowie der Pavian Jeany, der stark eingeschüchtert von dem Krach der Umsichherbrüllenden und dem abschließenden allzu lauten Beifallsjubel mit Bananenstückchen seines Trainers René Harsch beruhigend abgelenkt werden musste, dass er nicht zu sehr verstörte...  Und zum Schluss krachten die Tausende von Bücher (Bühnenbild von Igor Pauška) aus den bis zur Decke hochreichenden Buchregalen, was womöglich zwanghaft an die Bücherverbrennung von 1933 gemahnen sollte. Weit dahinter war der Reichstag/Bundestag verkleinert stilisiert, ja und Rotpeter - jener menschgewordene Affe aus Kafkas Bericht - hielt eine (fiktive?) Abgeordnetenrede; Quelle ihres Textes un-klar. Diesbezüglich endete der pausenlose zweistündige Abend.'' schreibt Andre Sokolowski am 9. Februar 2019 auf KULTURA-EXTRA
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Ausnahmetalent in zähem Abend
6 Jahre her.
Kritik
Was für ein Ausnahmetalent! Jonas Dassler schiebt zwischen Pressekonferenz und Gala-Premiere von Fatih Akins „Der goldene Handschuh“ mal eben eine Performance als Affe Rotpeter in Franz Kafkas „Ein Bericht für eine Akademie“ ein, die zu den Highlights des Theaterjahres zählt. Es ist eine Freude, diesem Energiebündel und Vollblutschauspieler dabei zuzusehen, wie er sich voll und ganz in seine Rolle wirft. Hier wird kein Risiko gescheut und keine Handbremse gezogen. Er springt über die Tische, wälzt sich am Boden und lässt sich von den Kolonialherrn, die ihn einfangen und domestizieren, Bananen in den Mund stopfen, bis er kaum noch Luft bekommt. Diese Szene erinnert natürlich an das berühmte, hoch umstrittene Waterboarding, das Franz Pätzold in Oliver Frljićs „Balkan macht frei“ über sich ergehen lässt, auch wenn es nur eine deutlich entschärfte, quasi die Light-Version ist. Hier sind wir beim Problem des Abends: der kroatischen Regisseur, dem im Marstall des Münchner Residenztheaters gedankenstarke, funkelnde Abende wie „Mauser“ und das zitierte „Balkan macht frei“, bleibt auch in seiner zweiten Gorki-Arbeit deutlich unter seinem Niveau. Viel zu zäh wird hier zwei Stunden lang Text abgespult. Viel zu platt und mit dem für Frljićs schwächere Arbeiten leider symptomatischen Holzhammer wird hier eingedroschen. Die gedanklichen Kurzschlüsse des Abends sind oft geradezu peinlich, wie Christian Rakow in seiner Nachtkritik mit Blick auf Sesede Terziyans Einstiegs-Monolog über den Holocaust und das Vernichtungslager Treblinka kritisierte. Es wird aber im Lauf des Abends nicht besser, am Schluss muss Jonas Dassler vor der Kulisse des Reichstags einen Bogen zur Migrations- und Überfremdungs-Debatte schlagen, bei dem es gewaltig knirscht. Weiterlesen
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