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Bewertung und Kritik zu

NACH DEM KUSS
von Oliver Bukowski
Regie: Anselm Lipgens 
Premiere: 24. Juli 2019 
Globe Berlin 

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Zum Inhalt: Die Liebe verliert ihren Reiz nicht. Auch dann nicht, wenn der Autor von „Nach dem Kuss“ ihr die romantische Verklärung nimmt und sie einem Realitätscheck unterzieht. Denn sie beinhaltet in ihren Anfängen immer auch eine Sehnsucht auf ein besseres Leben, auf einen Neuanfang zu zweit, der das Paar aus seinen bisherigen Lebensbahnen entführen soll.
Das tragikomische Moment an Bukowskis Liebesschwank liegt nun aber darin, dass die Liebe es zwar immer wieder schafft, Hoffnungen auf ein besseres Leben auferstehen zu lassen, sich am sozialen Aufstieg selber aber überhebt. Wird sie an solcherlei „große Träume“ gekoppelt, ist sie überfordert, muss sie selber sterben.
Mit dieser Wendung verkehrt Bukowski die Aussage der Shakespearschen Vorlage auf humoristische Weise ins Gesellschaftskritische: Wo bei Shakespeare die Aussicht auf Frieden erst nach dem Tod der Liebenden zur sozialen Möglichkeit wird, stirbt bei Bukowski mit den Liebenden ebenfalls die Hoffnung auf den Ausbruch aus den festgefahrenen sozialen Milieugrenzen.
Wenn dieses Stück nicht so liebenswert komisch geschrieben wäre, wäre es zum Heulen. So ist es beides zugleich: ein auf bezaubernde Weise desillusionierendes Stück Theater!

Mit Ted Siegert, Mick Morris Mehnert, Johanna Paliege, Magdalena Thalmann u.a.

Regie: Anselm Lipgens 
Bühnenbild & Kostüm: Thomas Lorenz-Herting 
Musik: Bernd Medek 


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Im Spiel fehlt das Drastische
  · 30.07.19
''Anselm Lipgens stellt in seiner Inszenierung am Globe-Theater trotzdem die Romantik in den Vordergrund. Bei ihm geht es weniger um das Milieu, als um die beiden Verliebten. Und er setzt auf Mittel, die man schon aus der Romeo-und-Julia-Inszenierung des Globe-Theater-Chefs Christian Leonard kennt: Die Schauspieler machen Musik. Die Saufkumpane in der Kneipe spielen gemeinsam in einer Band und bringen herrlich schräge Melodien zu Gehör. Zudem sind sie körperlich sehr aktiv. Wenn einer eine Ohrfeige bekommt, kann es passieren, dass er einen Salto rückwärts über den Kneipentisch macht.

Doch trotz dieses Schwungs wirkt die Inszenierung über weite Strecken ungelenk – vor allem aufgrund der Sprache. Die Texte werden viel zu brav aufgesagt, und auch im Spiel fehlt das Drastische. In der Kneipe wird gelallt, geschrien und gekotzt. Aber man hat immer das Gefühl, dass die Schauspieler neben ihren Figuren stehen. Wut, Ekel, Verzweiflung – all die großen Emotionen, die in dem Stück stecken, kommen nur gebremst über die Rampe – und das, obwohl die Bühne in den halbrunden Zuschauerraum hineinragt und man sehr nah am Geschehen sitzt – das ist ja ein großer Vorzug des Globe-Theaters. Aber wenn die Schauspieler nicht mit ihren Rollen verschmelzen, sieht man das auch sehr genau.'' schreibt Oliver Kranz auf rbbKultur
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Oliver Bukowskis Shakespeare-Schwank über Ost-Verlierer
  · 30.07.19
''Die Liebe und der Suff sind die Triebkräfte dieser, von Bukowski selbst Shakespeare-Schwank genannten tragikomischen Farce. Ein paar Motive hat sich der Autor auch aus Romeo und Julia oder dem Sommernachtstraum geborgt. Suffkopp Robbi bekommt zum 30. Geburtstag eine russische Tänzerin zum Geschenk. Eine Traumfrau, wie er geradeso aus glasigen Augen erkennt. Der eine Blick reicht, um sich unsterblich in Juliane, genannt Jule (Magdalena Thalmann) zu verlieben. Nur ist die stolze Russin nicht einfach zu erobern, schon gar nicht für Loser Robbi. Das wäre schon mal die halbe Miete für ein luftig-leichtes Sommertheaterstück, wenn Autor Bukowski mit seiner explizit derben Kunstsprache, die hier sehr an den österreichischen Dramatiker Werner Schab erinnert, nicht immer dazwischen funken würde. Das Berliner Publikum nimmt‘s mit Humor, wenn Röpenack seine schlüpfrigen Sprüche und Witzchen macht und Wirt Majo über die miese Hoffnung philosophiert. (...)

Erst im zweiten Teil bekommt die Sache mehr Drive und Witz, wenn sich Robby und Jule ungeschickt näher kommen und auch mal so schöne Sätze wie „Dein ganzes Leben will in meinen Schoß.“ fallen. Da wechselt der derbe Bukowski-Ton kurzzeitig zu Shakespeare‘schen Jamben, bevor es wieder abwärts geht. Nach dem Kuss wird ja sonst meist abgeblendet. Hier geht es weiter vom verfrühten Happy End, Lieben und Entlieben, eine kaputte Kalaschnikow bis zum Wiedersehen auf dem Friedhof. Romantische Liebe ist eben nicht nur Hoffnung, sondern macht auch viele Probleme, vor allem wenn es ernst wird. Viel mehr geht nicht an einem Abend. Man muss es nur aushalten können.'' schreibt Stefan Bock am 26. Juli 2019 auf KULTURA-EXTRA
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