Bewertung und Kritik zu

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NACH DEM KUSS
von Oliver Bukowski
Regie: Anselm Lipgens 
Premiere: 24. Juli 2019 
Globe Berlin 

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Zum Inhalt: Die Liebe verliert ihren Reiz nicht. Auch dann nicht, wenn der Autor von „Nach dem Kuss“ ihr die romantische Verklärung nimmt und sie einem Realitätscheck unterzieht. Denn sie beinhaltet in ihren Anfängen immer auch eine Sehnsucht auf ein besseres Leben, auf einen Neuanfang zu zweit, der das Paar aus seinen bisherigen Lebensbahnen entführen soll.
Das tragikomische Moment an Bukowskis Liebesschwank liegt nun aber darin, dass die Liebe es zwar immer wieder schafft, Hoffnungen auf ein besseres Leben auferstehen zu lassen, sich am sozialen Aufstieg selber aber überhebt. Wird sie an solcherlei „große Träume“ gekoppelt, ist sie überfordert, muss sie selber sterben.
Mit dieser Wendung verkehrt Bukowski die Aussage der Shakespearschen Vorlage auf humoristische Weise ins Gesellschaftskritische: Wo bei Shakespeare die Aussicht auf Frieden erst nach dem Tod der Liebenden zur sozialen Möglichkeit wird, stirbt bei Bukowski mit den Liebenden ebenfalls die Hoffnung auf den Ausbruch aus den festgefahrenen sozialen Milieugrenzen.
Wenn dieses Stück nicht so liebenswert komisch geschrieben wäre, wäre es zum Heulen. So ist es beides zugleich: ein auf bezaubernde Weise desillusionierendes Stück Theater!

Weiterlesen: Nach dem Kuss


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