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Bewertung und Kritik zu

Shakespeare: SOMMERNACHTSTRAUM
nach William Shakespeare
Regie: Peter Atanassow
Premiere: 22. Juli 2020 
Freilufttheater in der Jungfernheide Berlin

Zum Inhalt: Ein eifersuchtsgeladener Streit des Feenkönigspaars Titania und Oberon lässt die Naturgewalten tosen. Tobend schickt Oberon seinen Kobold Puck los, um die Feenkönigin durch eine Liebesdroge wieder gefügig zu machen. Auch im weltlichen Gefühlskosmos herrscht Verwirrung. Unter vier jungen, heißblütig Liebenden hat sich nur ein glückliches Paar gefunden. Die beiden anderen lieben zwar auch, aber nicht sich, sondern aneinander vorbei. Vor der strikten Ordnung ihrer Welt fliehen die vier und suchen Zuflucht im Wald. Unter dem Liebeszauber von Puck werden sie alle - wie Titania und eine Laienschauspieltruppe, die im Unterholz eine Tragödie der großen Emotionen probt - zu Marionetten. Der Idiot wird zum Esel, und die Feenkönigin entdeckt im Rausch der Liebesdroge ihre Vorliebe für Huftiere. Durch diese ungeheuerliche Verbindung wird Titania schließlich diszipliniert, und Oberon bekommt seinen Willen. Um die Ordnung wieder herzustellen, setzt Puck noch mehr Liebesserum ein und vereint die hitzköpfigen Liebenden zu glücklichen Paaren.

Mit Bianca Waechter, Christian Krug, Denny, Frank Zimmermann, Hans-Jürgen Simon, Josef, Katharina Försch, Maja Borm, Massimiliano Baß, Mathis Koellmann, Matthias Blocher, Mohamad Koulaghassi, Para Kiala, Patrick Berg, Sabine Böhm und Stas

Regie: Peter Atanassow  
Bühne: Holger Syrbe 
Kostüme: Melanie Kanior 
Dramaturgie: Hans-Dieter Schütt
Musikalische Leitung: Vsevolod Silkin  


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Sommernachtstraum im Gefängnistheater AufBruch
  · 08.08.20
Einen wunderbar ironischen Sommernachtstraum hat diesen Juli das Gefängnistheater AufBruch inszeniert. Im verwilderten Park der Jungfernheide haben sie dafür extra ein Viertel einer alten Amphitheaterbühne etwas freigeschnitten, es werden Mückenmittel verteilt, die Schauspieler spielen zwischen Büschen und Bäumen, die Zuschauer sitzen auf den alten Steinstufen, ebenfalls zwischen Büschen. Sehr romantisch. Man wähnt sich in Zeiten, als das Theaterspielen Sache  umherziehender Gauklerbühnen war, alles ist mit minimalstem Aufwand gemacht, Witz und Selbstironie beherrschen die Stimmung und doch bildet die Inszenierung heutige Gesellschaft ab, denn die Typen kennen wir, die gibt es auch heute, die begegnen uns auf der Straße und im Leben, überall da, wo Selbstüberschätzung, Angeberei, Statusdenken, Dummheit, Eifersucht und Aberglaube vorherrscht. Und welche Freude und Genugtuung, wenn dies, wie hier, durch feine Ironie gebrochen wird. Eigentlich geht es um Liebe und Verwechslung in einer Nacht, wo sich die richtigen finden sollen, und immer wieder nur die falschen finden. Die schauspielerischen Leistungen waren glanzvoll, die beiden Hauptrollen der Frauen, Bianca Wächter und Katharina Försch, die sich die köstlichsten Eifersuchtszenen machen, lassen ihren Figuren, trotz des ironischen Spiels  immer ihre Würde. Am köstlichsten gelang die Szene des Spiels im Spiel, wo sich über das billige Auftragsspiel einer Laientruppe lustig gemacht wird, die den hohen Herrschaften zu Gefallen aufspielt und dabei wahrhaft Eselsgrauenhaftes bietet, über die Holperreime dieser Truppe, wurde herzhaft gelacht.  Meisterhaft gespielt wurde hier das Unvermögen eines läppischen Auftragsspiels und dieses in den Gegensatz zur Realität echter Probleme gestellt, wie sie die Gruppe selbst grad erlebt hat. So hatte ich den Sommernachtsraum noch nie gesehen.  Ein Hohelied für den Realismus in der Kunst, obgleich es doch als Märchen getarnt ist. Shakespaere hätte gejubelt! Leider immer nur so kurz, spielt noch morgen und übermorgen!

Anja Röhl
http://www.anjaroehl.de/
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„Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da...“
  · 02.08.20
''Wo sich echte Füchse und Waschbären gute Nacht sagen und die Natur sich die ehemals immerhin ca. 1.000 Sitzplätze umfassende Gustav-Böß-Freilichtbühne zurück geholt hat, beendet nun Shakespeares Sommernachtstraum einen über Jahrzehnte dauernden Dornröschenschlaf. Für aufBruch-Regisseur Peter Atanassow geht es in Shakespeares Bühnenbestseller aber vor allem um das Unbewusste, den Kontrollverlust, symbolisiert durch den Athener Wald. Trieb, Macht, Liebe, Hass und auch ein paar Drogen sind im Spiel. Oberon (Frank Zimmermann) tritt auf als oberster Drogenboss mit seinem Dealer-Gehilfen Puck (Para Kiala). Good Fellas der politischen Ordnung, repräsentiert durch Theseus (Patrick Berg), den König von Athen. „Money makes the world go round.“ Eine Mischung aus Gangstern im Nadelstreifen und machistischen Cowboys im Camouflage-Look. „Cocaine” röhrt ein Eric-Clapton-Verschnitt zur Gitarre, und irgendwann gibt es für alle Eselsköpfe.

Dazwischen irren nun die vier jungen Athener Flüchtlinge mehr beobachtet und gelenkt als freiwillig durch das kleine Wäldchen, in das Bühnenbildner Holger Syrbe noch zwei rote Wachtürme und einen versteckten Podest hineingebaut hat. Hermia (Maja Borm) liebt Lysander (Hans-Jürgen Simon), soll aber Demetrius (Christian Krug) heiraten, den wiederum Helena (Bianca Waechter) unerwidert begehrt. Eine verzwickte Konstellation, die durch Puck und dessen falsch eingesetztes Zauberkraut, hier mittels weißem Pulver und Rauch aus der E-Zigarette verabreicht, noch verworrener wird. Ob da jede Nacht, die man in einem Rausch verbracht, wirklich Seligkeit und Glück bedeutet, wie der Gassenhauer glauben machen will, lässt sich angesichts des Chaos durchaus bezweifeln. Dass das Ganze auch ein paar ernste gesellschaftliche Aspekte hat, will Atanassow mit eingesprengseltem Fremdtext aus dem Drama In der Einsamkeit der Baumwollfelder von Bernhard-Maria Koltès und anderem Drogengeschwängertem verdeutlichen. Lange einsam bleibt hier aber niemand.'' schreibt Stefan Bock am 24. Juli 2020 auf KULTURA-EXTRA
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