Birthday Candles

Bewertung und Kritik zu

BIRTHDAY CANDLES 
von Noah Haidle
Regie: Anna Bergmann 
Premiere: 29. April 2022 
Deutsches Theater Berlin 

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Zum Inhalt: Ernestine Ashworth durchreist die Zeit von 7 bis 107 Jahren. Währenddessen wird sie Tochter sein, Geliebte, Ehefrau, Mutter, Freundin, Tante, Schwiegermutter, Witwe, zweite Ehefrau, Großmutter, Urgroßmutter und Ururgroßmutter. Sie will ihren Platz im Universum finden, eine andere Frau sein als ihre Mutter, sich selbst verwirklichen. Und doch kommt alles anders als geplant. Nur eines ist sicher: In jedem Jahr wird sie einen Kuchen backen, immer nach dem gleichen Rezept, zu jedem ihrer Geburtstage. 100 Jahre und 100 Kuchen, mit denen ihre einstigen Erwartungen, Träume und Hoffnungen in den Lebensfragen ihrer Kinder und Kindeskinder wiederkehren. "Eier, Butter, Zucker, Salz. Ganz schlichte Zutaten. Aber wenn du dich umdrehst und weit genug blickst, siehst du Atome, die seit der Schöpfung da sind," heißt es in Noah Haidles Generationenstück für zwölf Rollen und einen Goldfisch. Humorvoll und bewegend erzählt Birthday Candles von der Vision eines Lebens, von den Höhen und Tiefen und der Kraft der Liebe, die Vergangenheit Gegenwart und Zukunft verbindet

Mit Corinna Harfouch, Alexander Khuon, Franziska Machens, Kathleen Morgeneyer, Bernd Stempel, Enno Trebs, Martin Buczko

Regie: Anna Bergmann
Bühne: Jo Schramm
Kostüme: Lane Schäfer
Musik: Hannes Gwisdek
Video: Sebastian Pircher
Dramaturgie: Franziska Trinkaus
Bewegungschoreographie: Martin Buczko


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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Seichte Broadway-Fließband-Tragikomödie
  · 29.04.22
Während in New York mit einer Sitcom-Darstellerin in der Hauptrolle schon nach 90 Minuten Schluss ist, wird die Berliner Fassung auf zwei Stunden ausgewalzt. Die Höhepunkte kann man aber an den Fingern einer Hand abzählen: die Bühne von Jo Schramm ist sehr wandlungsfähig und unterstreicht, dass hier einer der interessantesten Bühnenbildner am Werk ist, auch die im Lauf des Stücks in Sebastian Pirchers Video-Installation eingebauten Kinder- und Jugendfotos des Ensembles sind ein nettes Gimmick, und Enno Trebs hat ein schönes „It´s a wonderful life“-Solo.

Das Kernproblem des Abends ist aber, dass der Text von Noah Haidle so dünn und nichtssagend ist wie der lieblos gestaltete Programm-Flyer. Zwei zähe Stunden lang schleppt sich der Abend zwischen verquasten Beschwörungen des Universums und der Familien-Soap über Ernestine Ashworth dahin. Intendant Ulrich Khuon hatte das richtige Gespür, dass er dieser Broadway-Tragikomödie trotz Starbesetzung nur die Kammerspiele und nicht die große Bühne anbot: Auch eine Corinna Harfouch kann dem klapprigen Plot kaum Leben einhauchen, wir folgen ihrer Figur von Pubertät über unglückliche Ehe und zweiten Frühling bis zum Schicksal einer dementen Greisin, die stoisch ihren Geburtstagskuchen backt.

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