Deutsches Theater Berlin



Deutsches Theater Berlin
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Telefon: 030 284410
SPIELPLAN & KARTEN

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Bewertungen, Kritiken und Rezensionen zu sehenswerten Gastspielen, die im Deutschen Theater spielen:

 

Bewertung und Kritik zu

Im Herzen der Gewalt

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IM HERZEN DER GEWALT
von Édouard Louis
Regie: Ewelina Marciniak
Berlin-Premiere: 20. Juni 2020 (Gastspiel - Radar Ost) 
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Zum Inhalt: Mit seinem autobiographischer Debütroman Das Ende von Eddy wurde Édouard Louis zum literarischen Shootingstar weit über Frankreich hinaus. Sein zweiter Roman Im Herzen der Gewalt erschien 2016 und wird in Polen wahrscheinlich anders als in Frankreich rezipiert, wo die zufälligen Begegnung zwischen Édouard, der sein Dorf verlässt, um in Paris ein neues Leben zu beginnen, und Reda, dem Sohn eines Flüchtlings algerischer Herkunft, andere historische und politischen Konnotationen besitzt. Die Wege, die zu dieser Begegnung sind lang: es sind die des Kolonialismus, eines brutalen Krieges, des Ghettos, des erfolglosen Assimilationsprozesses, der schreienden Chancenungleichheit. Es sind verminte Wege, leicht entzündbar – und so geschieht es auch. Aber es geht um mehr. Louis verweigert sich aller trennenden Zuschreibungen und sucht verzweifelt nach einem Weg, seine "wahre" Geschichte zu erzählen. Er ringt darum, jenseits von vereinfachenden sozio-politischen Kategorien die Deutungshoheit über sie zu behalten. Dazu muss er sich jedoch dem Kampf mit sich selbst stellen – die Geschichte der Gewalt ist das Protokoll dieser Auseinandersetzung. Es ist der zerrissene, chaotische Versuch, den eigenen Überzeugungen treu zu bleiben, auch wenn dies bedeutet, Zeugnis abzulegen gegen die eigenen Gefühle und Verletzungen. Es ist ein schwieriger (und beeindruckender) Kampf um eine faire Geschichte. Ausgangspunkt für dieses narrative Universum ist jedoch etwas, das in Polen emotional und politisch hoch brisant besetzt ist: homosexuelle Romantik. Und Vergewaltigung.

Morph - Ein Wort-Konzert

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MORPH - EIN WORT-KONZERT
von TseSho und Neues Künstlertheater
Berlin-Premiere: 20. Juni 2020 (Gastspiel - Radar Ost) 
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Zum Inhalt: "Sprache ist das bildende Organ des Gedanken. Das Denken ist eine geistige Handlung, wird aber durch sein Bedürfnis nach Sprache ein Antrieb zu einer körperlichen. Es ist ein vorschreitendes Entwickeln, in der nichts Bleibendes angenommen werden kann, aber zugleich eine Sehnsucht aus dem Dunkel nach dem Licht, aus der Beschränkung in die Unendlichkeit. Jede Sprache bildet um die Nation, der sie angehört, einen Kreis, aus dem es nur insofern hinauszugehen möglich ist, als man zugleich in den Kreis einer andren Sprache hinübertritt."
(Wilhelm von Humboldt, 1836)

Eine alltägliche Geschichte

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EINE ALLTÄGLICHE GESCHICHTE
von Iwan Gontscharow
Regie: Kirill Serebrennikov 
Berlin-Premiere: 19. Juni 2020 (Gastspiel - Radar Ost) 
Deutsches Theater Berlin

Zum Inhalt: Der junge Alexander Adujew kommt voller Begeisterung aus der Provinz in die Hauptstadt, bereit, die Welt zu erobern. Doch sehr bald sieht er all seine Ideale vernichtet und erleidet das gleiche Schicksal wie sein pragmatischer und leidenschaftsloser Onkel Peter. "Die klassische russische Literatur trägt eine schwere Last: Sie wird zur Schullektüre und zur bevorzugten Vorlage für das Jugendtheater. Aber als Eine alltägliche Geschichte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erschien, galt der Roman als überaus kontrovers und lebendig, wurde viel diskutiert und stieß die gleichen hitzigen Debatten an wie jetzt die Bücher von Vladimir Sorokin oder Sachar Prilepin – kurz gesagt, die Literatur hatte starke Auswirkungen. Wir möchten sie hier mit der gleichen Schärfe und Polemik erklingen lassen." (Kirill Serebrennikov, Regisseur)

Die Spieler

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DIE SPIELER
nach Fjodor M. Dostojewski
Regie: Frank Hoffmann 
Premiere: 14. Juni 2018 (Ruhrfestspiele Recklinghausen) 
Berlin-Premiere: 4. Januar 2020 (Gastspiel) 
Deutsches Theater Berlin 

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Zum Inhalt: Fjodor M. Dostojewski schrieb Der Spieler in größter materieller Not und Bedrängnis, obwohl bereits zahlreiche Novellen und Romane auf seinem Schreibtisch lagen. Denn nachdem er alle Rechte an seinen Büchern verpfändet hatte, in einer Nacht am Spieltisch ein Vermögen gewann und es am nächsten Morgen wieder verlor, blieben ihm nur knapp vier Wochen für den Roman, der ihn retten musste. 19. Jahrhundert, eine deutsche Stadt, in die man zur Kur und zum Spielen fährt, eine russische Generalsfamilie. Obwohl man kein Geld hat, lebt man auf großem Fuß, in täglicher Erwartung der rettenden Erbschaft – und währenddessen wird geliebt, intrigiert, gespielt. In Frank Hoffmanns Fassung begegnen sich die Schönen und Reichen, die Erniedrigten und Beleidigten, die verzweifelt Liebenden, die rasend Spielenden aus verschiedenen Texten Dostojewskis auf der Bühne. Neben Der Spieler bildet vor allem die Erzählung Aufzeichnungen aus dem Untergrund die Basis der Textfassung. Einige der Schauspielerinnen und Schauspieler in Die Spieler arbeiten seit 14 Jahren bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen und am Théâtre National zusammen mit Regisseur Frank Hoffmann und kehren ihr Innerstes nach außen: "Les jeux sont faits!"

Jérôme Bel: Isadora Duncan

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ISADORA DUNCAN
Jérôme Bel
Berlin-Premiere: 16. August 2019 (Tanz im August) 
Deutsches Theater Berlin 

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Zum Inhalt: Mit seinem Solo für die Tänzerin und Lehrerin Elizabeth Schwartz setzt Jérôme Bel die Serie seiner Porträts fort, die er 2004 begann. Erstmals aber zeichnet der französische Choreograf in “Isadora Duncan” das Porträt einer verstorbenen Tänzerin und verwendet dabei ihr autobiografisches Buch “My Life”. In der Figur Isadora Duncan entdeckt Bel eine visionäre Choreografin, die durch ihre große Freiheit des Ausdrucks sowie ihre Vorliebe für Spontaneität und Natürlichkeit die Basis für den modernen Tanz schuf. Eine Version des Stücks entsteht via Skype simultan mit der Tänzerin Catherine Gallant in New York, da die R.B. / Jérôme Bel company aus ökologischen Gründen nicht mehr fliegt. 

TseSho (What's that?)

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TSESHO (WHAT'S THAT?)
Ensemble Teatr-Pralnia
Regie: Vlad Troitskyi 
Berlin-Premiere: 26. Mai 2019 (Gastspiel) 
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Autorentheatertage 2019 - RADAR OST

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Zum Inhalt: TseSho (What’s that?) ist eine einzigartige, hybride zeitgenössische Stimme aus der Ukraine, die Theater, Puppentheater, Live-Musik, Poesie und Videokunst kombiniert. So entsteht ein neues Genre: Social Rave. Das Text- und Musikkonglomerat umfasst Folksongs, Kinderreime, traditionelle und zeitgenössische Poesie, eigene Texte, Weltnachrichten, Beiträge von Facebook, Erinnerungen und Träume – in ukrainischer und englischer Sprache. 

Das Theater aus Kyjiw lädt Sie in ein Musikzimmer ein. Dort schreien, singen, rezitieren und spielen fünf "Kinder" im gelben Overall, manchmal gemeinsam mit ihren Alter-Egos – fünf gleich gekleidete Puppen. Rhythmen treiben musikalische Nummern hervor, die lustig, böse und verrückt sind. Der Social Rave kombiniert schamlos Passagen klassischer ukrainischer Poesie mit Einweg-Facebook-Posts und Volksliedreimen. Das Publikum wird sich fragen: "Was ist das?" Und genau das ist es, was das Teatr-Pralnia will. Unter der Regie von Vlad Troitskyi, dem Vordenker von Gogol Fest und dem Dakh Contemporary Arts Center in Kyjiw, setzt die Frauencombo hemmungslos ein Potpourri musikalischen und theatralischen Materials ein. Sie blicken dabei durch die eindringliche Perspektive von Kindern fragend auf eine unverständliche Welt: Wie ist Identität möglich zwischen Fake-News und irreführenden Oberflächen? Wie finden wir unseren Platz in Gesellschaft und Geschichte? Wie bestimmt der Krieg unser Schicksal? Warum leben wir genau jetzt? Ist Veränderung möglich? Lohnt sich der Versuch? TseSho?

Der Mann aus Podolsk

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DER MANN AUS PODOLSK
von Dmitry Danilov
Regie: Dmitry Bogoslavsky 
Berlin-Premiere: 26. Mai 2019 (Gastspiel) 
Deutsches Theater Berlin 
Autorentheatertage 2019 - RADAR OST

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Zum Inhalt: Nikolai, ein Durchschnittsbürger aus der Provinzstadt Podolsk, wird in Moskau verhaftet und auf der Polizeiwache einer peinlichen Befragung unterzogen. Den Grund der Verhaftung, den werde man schon noch herausfinden. Beunruhigend. Was als schwarze Realsatire einer Verhörsituation beginnt, verwandelt sich in eine kafkaeske Therapiestunde. Festgenommen wurde der junge Mann nicht etwa, weil er sich eines Vergehens schuldig gemacht hätte, nein, man will ihm helfen, ein sinnvolleres Leben zu führen, ihn zu wahrem Patriotismus bekehren und das Herz öffnen für die Liebe zur Schönheit seiner Heimat, die doch seinem Sehnsuchtsort Amsterdam in Nichts nachstehe. Und die Polizisten sind auch keine stereotyp-brutalen Bullen, sondern entpuppen sich als Kenner der Strukturalisten und "Einstürzenden Neubauten". Somit wird die Wache für Nikolai zu einem Ort verordneter Sinnsuche. 
Der Mann aus Podolsk ist das erste und gleich sehr erfolgreiche Theaterstück von Dmitri Danilov, eine verstörende Satire auf die Allgegenwart von Väterchen Staat, der den letzten Rückzugsraum des Menschen infiltriert und den Begriff "Umerziehung" ganz neu definiert.

Drei Schwestern

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DREI SCHWESTERN
von Anton Tschechow
Regie: Timofej Kuljabin 
Premiere: 1. Februar 2019 (Gastspiel) 
Deutsches Theater Berlin
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Zum Inhalt: Es ist (fast) kein Wort zu hören, aber alles zu sehen. Timofej Kuljabins Drei Schwestern ist eine, im Wortsinn, unerhörte Arbeit! Unerhört ist sie, weil die Darsteller_innen, mit Ausnahme einer Figur, nicht im herkömmlichen Sinne miteinander sprechen, sondern sich in Gebärdensprache unterhalten, mit deutschen und englischen Übertiteln für das Publikum. Kuljabin, Jahrgang 1984, einer der aufregendsten jungen Regisseure Russlands, zeigt die Tschechow-Welt und spielt mit ihr, ohne sie zu verraten. Die Schauspieler_innen spielen expressiv und psychologisch, realistisch zugleich. Durch die Körperlichkeit ihres Spiels erhöht sich die Dringlichkeit der Darstellung – ganz im Sinne Tschechows. Kuljabin zeigt, mit je einer neuen Grundfarbe für jeden der vier Akte, eine Sehnsucht, ein Unbehagen, ein Unzuhausesein und einen Schmerz, die gerade, weil sie sich nicht herkömmlich in Worte fassen, den ganzen Körper, den ganzen Menschen ergreifen. 

Nach gefeierten Gastspielen in Wien und Paris kommt Timofej Kuljabin mit seinen Drei Schwestern vom "Krasnyi Fackel" ("Rote Fackel") Theater Nowosibirsk nun an das Deutsche Theater Berlin.


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