Deutsches Theater Berlin



Deutsches Theater Berlin
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Schumannstraße 13a - 10117 Berlin
Telefon: 030 284410
SPIELPLAN & KARTEN

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Bewertungen, Kritiken und Rezensionen zu sehenswerten Gastspielen, die im Deutschen Theater spielen:

 

Bewertung und Kritik zu

Was haben wir gelacht

Bewertung und Kritik zu

WAS HABEN WIR GELACHT 
nach einer Idee von Ina Arnautalić und Maja Zećo
Regie: Sandin Puce 
Premiere: 9. Oktober 2021 (Gastspiel - Radar Ost) 
Deutsches Theater Berlin

Zum Inhalt: In Kriegssituation wird das Leben radikal auf den Kopf gestellt. Das Anormale wird normal, das Normale anormal – das ganze Leben erscheint auf erschreckende Weise surreal. Humor war eines der wenigen Überlebensmittel, das den Menschen blieb: Man ihnen das Wasser wegnehmen, die Elektrizität, Grundrechte wie die Reise- und Bewegungsfreiheit. Man nahm ihnen das Leben – aber der Humor blieb. Das Lachen im Angesicht der Gefahr war und ist eine Überlebensstrategie.
In Was haben wir gelacht wird die Kriegsbelagerung sowohl visuell als auch akustisch erlebbar, wenn die Schauspieler:innen authentische Situationen und absurde Anekdoten aus dem alltäglichen Leben der damaligen Zeit darstellen. Das Publikum ist mittendrin und erlebt immersiv eine ganz eigene Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg. Schauplatz der Inszenierung ist das Verwalterhaus eines alten Friedhofs. Das gesamte Haus – Keller, Flur, Küche, Wohnzimmer – wird zu Bühne. Geräusche, Gerüche und szenische Bilder vermitteln den intensiven Eindruck einer Ausnahmesituation.

Risk Lab

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RISK LAB 
von Ada Mukhína
Premiere: 9. Oktober 2021 (Gastspiel - Radar Ost) 
Deutsches Theater Berlin

Zum Inhalt: Risk Lab ist eine Serie über das Risiko in der Kunst im Gespräch mit gefährdeten Künstler:innen. Für jede Performance lädt Ada Mukhína per Videoschalte einen Gast ins Theater ein. Die dritte Episode wurde speziell für das Festival in Zusammenarbeit mit den in Belarus geborenen Theatermacher:innen entwickelt. Freuen Sie sich auf künstlerische Provokationen, die zum Nachdenken, Entscheiden und Handeln einladen!

Woyzeck

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WOYZECK 
von Georg Büchner
Regie: Raman Padaliaka 
Premiere: 7. Oktober 2021 (Gastspiel - Radar Ost) 
Deutsches Theater Berlin

Zum Inhalt: Die unabhängige Theatergruppe Kupalaŭcy gründete sich aus dem Ensemble des Yanka Kupała Theaters, der ältesten Theaterinstitution in Belarus. 2020 bereiteten sie die Feier zum 100. Jubiläum des Theaters vor, aber es kam alles ganz anders: "Am 26. August verließen wir das Theater aus Solidarität mit den Belarussen, die friedlich gegen gefälschte Wahlen und Polizeigewalt protestierten. Wir haben immer an der Seite unseres Volkes gestanden und können uns mit Stolz als Nationaltheater bezeichnen. Aber wir sind jetzt auch ein freies Theater."

Heute ist Kupalaŭcy als unabhängige Theatergruppe offen ist für Kooperationen: "Aufgrund der politischen Krise und der COVID-Pandemie existiert unsere Kunst jetzt im digitalen Raum. Ohne die Bühne und ohne Kulissen suchen wir nach neuen Möglichkeiten und eigenen Wege, Theater zu machen. Seit August 2020 entwickeln wir Theaterproduktionen für Online-Formate. Unsere Arbeiten werden als Repertoireprogramm auf unserem YouTube-Kanal gezeigt."

In A Real Tragedy, It Is Not The Heroine Who Dies; It Is The Chorus

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IN A REAL TRAGEDY, IT IS NOT THE HEROINE WHO DIES; IT IS THE CHORUS 
von Ksenia Ravvina
Premiere: 7. Oktober 2021 (Gastspiel - Radar Ost) 
Deutsches Theater Berlin

Zum Inhalt: Immer wieder werden Künstler:innen für ihre Überzeugungen und ihre Kunst zum Schweigen gebracht. Dieser Abend gibt diesen Geschichten eine Stimme.
In Anlehnung an die starken Frauenfiguren der griechischen Tragödie lassen wir vor allem sie zu Wort kommen, wodurch sich eine Polyphonie von Stimmen entwickelt.
Denn nicht der Tod des einzelnen Helden ist die eigentliche Tragödie, sondern das Sterben des Chores – also der Gemeinschaft.
Anhand des politischen Schauprozesses um die Inszenierung Ein Sommernachtstraum unter der Regie von Kirill Serebrennikov in Russland und der Revolutionsbewegung in Belarus, in der sich besonders Frauen für Sichtbarkeit und Solidarität einsetzen, entsteht ein digitalaffiner, dokumentarisch-fiktiver Theaterabend, der sich mit der Diskriminierung, der Verstummung und dem gewaltsamen Vergessen von Künstler:innen auseinandersetzt.

How To Sell Yourself to the West

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HOW TO SELL YOURSELF TO THE WEST 
von Ada Mukhína
Premiere: 7. Oktober 2021 (Gastspiel - Radar Ost) 
Deutsches Theater Berlin

Zum Inhalt: In ihrem neuen Projekt How To Sell Yourself to the West untersucht Ada Mukhína in unterschiedlichen Formaten und an verschiedenen Orten die Bedingungen, wie Künstler:innen in der westlichen Kunstwelt erfolgreich werden. Sie reflektiert ihre eigenen Erfahrungen als weibliche Theatermacherin aus dem "bösen Russland" und die Geschichten von Künstler:innen anderer Länder, die es im Westen "schaffen" wollen.

In der Lecture-Performance, die Ada Mukhína für Radar Ost vorbereitet, werden die Zuschauer:innen erfahren, was sie tun müssen, um am Deutschen Theater zu Ruhm zu gelangen, Ehrenmitglied zu werden oder wenigstens posthum im Kunstarchiv zu landen.
Identitätsvorsteile, Alleinstellungsmerkmale und Strategien für die Politik der Kunst und Repräsentation stehen im Fokus dieses performativen Vortrags.

Ich, Wunderwerk und How much I love disturbing content

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ICH, WUNDERWERK UND HOW MUCH I LOVE DISTURBING CONTENT 
von Amanda Lasker-Berlin
Regie: Claudia Bossard
Premiere: 4. September 2021 (Gastspiel - Autor:innentheatertage) 
Deutsches Theater Berlin

Zum Inhalt: Die Stadt Gladbeck in Nordrhein-Westfalen ist berühmt für ihre Verbrechen, für die architektonischen und für jene, die live im Fernsehen übertragen wurden. Daneben gibt es Schandtaten, von denen man nicht genau weiß, ob sie tatsächlich stattgefunden haben. Das vorhandene Filmmaterial klärt in diesem Fall wenig und nährt zusätzliche Zweifel. Denn was ist falsch an Weihnachten? Familie bedeutet schließlich Geborgenheit, Opa ist lieb und zärtlich und notfalls beschützt einen der Papa vor allen Gefahren. Aber wie wir wissen, liegt in jedem Bild ein Geheimnis verborgen. Und ein Superachtfilm, den man sich Jahre später von der Feier ansieht, hat eine Frequenz von 18 Bildern in der Sekunde. In einer einzigen Minute macht das also 960 Geheimnisse. Kann man damit leben? Sollte man den Film mit seinem Geheimnis verbrennen? Und warum dann nicht gleich alle Filme, restlos?

White Passing

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WHITE PASSING 
von Sarah Kilter
Regie: Thirza Bruncken 
Premiere: 4. September 2021 (Gastspiel - Autor:innentheatertage) 
Deutsches Theater Berlin

Zum Inhalt: Wo leben wir eigentlich? Was ist das, eine Gesellschaft? Hat das jemand erfunden? Was macht die Polizei den ganzen Tag? Warum haben hier so viele Leute über dreißig immer noch Kinderhände? Wird man bestraft, wenn man ambivalent und äquivalent verwechselt? Ist es ein Akt des Widerstands, wenn man sich an einem sexistischen Popstar ein Beispiel nimmt? Wie und warum feiert man eine Party? Warum beginnen manche Menschen ihre Sätze mit "Vielleicht bin ich auch zu blöd, um das zu verstehen..."? Welche Kompetenzen braucht man als Drogenbeauftragte? Ist eine Rettung möglich, wenn braune Kandiszucker-Sticks in einer kpm-Schale liegen? Fragen über Fragen stellt die Ich-Erzählerin in Sarah Kilters Stück. Fragen an den eigenen Freundeskreis. An sich selbst. An ein Land, auf das sie aus zwei Perspektiven blickt. Denn mit einem Bein lebt sie das Leben der Charlottenburger Mehrheitsgesellschaft, mit dem anderen steht sie im Wedding, wo sie zeitweise beim algerischen Vater aufgewachsen ist. Es ist ihre heimliche Zweitexistenz, denn irgendwie "sieht man das nicht bei ihr", das Migrantische. Sonst hätte man doch ganz anders … sonst wäre man natürlich mit mehr Verständnis …

Im Herzen der Gewalt

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IM HERZEN DER GEWALT
von Édouard Louis
Regie: Ewelina Marciniak
Berlin-Premiere: 20. Juni 2020 (Gastspiel - Radar Ost) 
Deutsches Theater Berlin

Zum Inhalt: Mit seinem autobiographischer Debütroman Das Ende von Eddy wurde Édouard Louis zum literarischen Shootingstar weit über Frankreich hinaus. Sein zweiter Roman Im Herzen der Gewalt erschien 2016 und wird in Polen wahrscheinlich anders als in Frankreich rezipiert, wo die zufälligen Begegnung zwischen Édouard, der sein Dorf verlässt, um in Paris ein neues Leben zu beginnen, und Reda, dem Sohn eines Flüchtlings algerischer Herkunft, andere historische und politischen Konnotationen besitzt. Die Wege, die zu dieser Begegnung sind lang: es sind die des Kolonialismus, eines brutalen Krieges, des Ghettos, des erfolglosen Assimilationsprozesses, der schreienden Chancenungleichheit. Es sind verminte Wege, leicht entzündbar – und so geschieht es auch. Aber es geht um mehr. Louis verweigert sich aller trennenden Zuschreibungen und sucht verzweifelt nach einem Weg, seine "wahre" Geschichte zu erzählen. Er ringt darum, jenseits von vereinfachenden sozio-politischen Kategorien die Deutungshoheit über sie zu behalten. Dazu muss er sich jedoch dem Kampf mit sich selbst stellen – die Geschichte der Gewalt ist das Protokoll dieser Auseinandersetzung. Es ist der zerrissene, chaotische Versuch, den eigenen Überzeugungen treu zu bleiben, auch wenn dies bedeutet, Zeugnis abzulegen gegen die eigenen Gefühle und Verletzungen. Es ist ein schwieriger (und beeindruckender) Kampf um eine faire Geschichte. Ausgangspunkt für dieses narrative Universum ist jedoch etwas, das in Polen emotional und politisch hoch brisant besetzt ist: homosexuelle Romantik. Und Vergewaltigung.


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