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Bewertung und Kritik zu

THE CALL OF CTHULHU (CTHULHUS RUF)
von Tomasz Śpiewak, Michał Borczuch und H. P. Lovecraft
Regie: Michał Borczuch 
Berlin-Premiere: 2. Juni (Gastspiel - Radar Ost) 
Deutsches Theater Berlin

Zum Inhalt: Der Mythos von Cthulhu handelt von antiken Göttern, Horrorgestalten, die die Welt beherrschten, bevor es Menschen gab. Zum Schrecken aller kehren die alten Götter zurück. Ihr Erscheinen legt ungeahnte Ängste, Begierden und Abgründe offen. Michał Borczuchs Inszenierung ist inspiriert von den dunklen und dystopischen Erzählungen des amerikanischen Schriftstellers H. P. Lovecraft (1890–1937), in dessen Werk sich Science-Fiction, Horror und soziale Utopie vermischen. Zusammen mit seinem Dramaturgen Tomasz Śpiewak kombiniert der Regisseur die unheimlichen Bilder Lovecrafts mit sehr persönlichen und aktuellen politischen Geschichten, die er mit seinem Ensemble während der Proben entwickelt. Den Schrecken bringen nicht fremde Mächte, sondern er liegt in den alltäglichen Verfehlungen und Brüchen,die in den Erzählern sichtbar werden und die ein disparates Porträt der heutigen Gesellschaft zeichnen. Die besondere Erzählweise und Ästhetik der Inszenierung wirft immer wieder die Fragen auf: Was ist real? Was imaginiert? Sie offenbart beunruhigende Phänomene des Alltags und der Politik, ohne Antworten zu geben. Die müssen die Zuschauenden selbst finden. 

Mit Dominika Biernat, Bartosz Gelner, Małgorzata Hajewska-Krzysztofik, Zygmunt Malanowicz, Monika Niemczyk, Marta Ojrzyńska, Piotr Polak, Jacek Poniedziałek, Krzysztof Zarzecki

Regie: Michał Borczuch 
Dramaturgie: Tomasz Śpiewak 
Bühne und Kostüme: Dorota Nawrot 
Musik: Bartosz Dziadosz 
Licht: Jacqueline Sobiszewski 

Gastspiel Nowy Teatr Warschau


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Cthulhus Ruf
  · 05.06.18
''Zu Beginn läuft dann auch dieser Cthulhu aus dem All als Elefantenmensch mit Schaumstofftentakeln am Kopf einem Paar, das sich in einer Mammuthöhle verirrt hat, über dem Weg. Später werden wir dann Zeugen einer Art Gruppentherapiesitzung im Stuhlkreis, bei der es um sexuelle Perversionen geht oder das, was man dafür hält. Arkham und Dunwich, Lovecrafts grauenvolle Provinznester im Gebirgsland von Massachusetts, liegen hier auf dem polnischen Ödland, das mit Puppenhäusern dargestellt wird. Man flötet und singt in Tracht und Pudelmütze mit Folklore die Geister der Vergangenheit und Tradition herbei. Aberglaube paart sich mit der Furcht vor Fremden. Ironisch angehauchte Mono- und Dialoge erzählen „die Geschichte der Dummheit in Polen“. Es wird viel improvisiert. Dabei begleitet die ständig laufende Livekamera die Akteure bis hinter die Bühne und vor das DT. Kritik an der Kirche und ein wenig Provokation dürfen auch nicht fehlen. So tauschen eine erwachsen Tochter und ihr schwuler Vater Erfahrungen über Oral- und Analsex sowie Passiv- und Aktivverhalten aus. Eine Soziologin telefoniert von einem Kongress im Ausland nach Hause und bereut, die politische Entwicklung Polens nicht vorhergesehen und Kaczyński unterstützt zu haben. Die Inszenierung macht sich hier über die Vorzeigeintellektuelle der PiS-Partei, Jadwiga Staniszkis, lustig. Moralische Entscheidungen zu treffen, mache den Menschen zur tragischen Figur, heißt es hier. 

Als Autor Lovecraft steht Ministerpräsident Kaczyński schließlich selbst vor seinem eigenen Denkmalsockel, referiert über die richtige Aussprache des Cthulhu („kehlig, wie die Araber“), und wünscht sich in seine selige Heimatstadt Providence auf Rhode Island zurück. Die Angst vor den gerufenen Monstern wie den Reptiloiden vom Planeten Yuggoth oder kegeligen Trapezoederwesen, die über die Bühne wuseln, erschwert den klaren Blick in die Zukunft. Die Regie entfacht hier ein Feuerwerk an Einfällen, das leider in Deutschland nicht nur wegen der teilweise sparsamen Übertitelung nicht immer zünden wird, da es ähnlich der georgischen Prometheus-Produktion ein Mindestmaß an Informiertheit voraussetzt. Politisch interessierte Zuschauer mit Sinn für schrägen Humor und avantgardistisches Theater werden dabei aber sicher auch auf ihre Kosten kommen.'' schreibt Stefan Bock am 5. Juni 2018 KULTURA-EXTRA
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