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Bewertung und Kritik zu

TRANS TRANS TRANCE
von Kamilė Gudmonaitė
Regie: Kamilė Gudmonaitė 
Berlin-Premiere: 1. Juni (Gastspiel - Radar Ost) 
Deutsches Theater Berlin

Zum Inhalt: Im Zentrum dieser expressiven und bildkräftigen Theaterperformance steht die Frage nach sexueller Identität. Tradition, Medien, gesellschaftlichen Normen und das soziales Umfeld definieren, was ein Mann, was eine Frau ist und wie diese auszusehen haben. Sind Weiblichkeit und Männlichkeit soziale Konstrukte oder Naturprinzipien? Was passiert, wenn das Innere nicht zum Äußeren passt? Welchen Normen unterwerfen wir uns und was passiert, wenn wir diese brechen? Wie gelingt es, sich so zu akzeptieren, wie man ist, auch wenn es als nicht "normal" gilt? Wo endet das Geschlecht, was liegt dazwischen und was jenseits? Kamilė Gudmonaitė und die drei Schauspielerinnen spielen kraftvoll und klug, komisch und böse mit Geschlechterbildern, entstellen sie zur Kenntlichkeit, um sie auf befreiende Weise ad absurdum zu führen.

Mit Dovilė KundrotaitėJovita JankelaitytėAdelė Šuminskaitė

Regie / Bühne: Kamilė Gudmonaitė
Kostüme: Barte Liagaite

Gastspiel  OKT/ Stadttheater Vilnius - Litauen


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Beliebige Szenen fügen der Debatte nichts Neues hinzu
  · 03.06.18
Vielversprechend begann das litauische Gastspiel „Trans Trans Trance“ von Kamilė Gudmonaitė: Die drei Performerinnen (Dovilė Kundrotaitė, Jovita Jankelaitytė, Adelė Šuminskaitė) stürmen im „Pussy Riot“-Stil mit Masken in die Box des Deutschen Theaters. Das könnte eine anarchische, kraftvolle Auseinandersetzung mit der bestehenden Ordnung und den Geschlechterverhältnissen werden, wie sie sich die Litauerinnen vorgenommen haben.

Recht schnell erschöpft sich der Abend in einem müden Geplänkel, das sich an bekannten Klischees und Rollenmustern abarbeitet. Mal geht es um das „90-60-90“-Schönheits-Diktat der Modeindustrie, mal werden all die berühmten Markennamen in einem ermüdenden Name-Dropping aufgezählt, mal werden Glamour-Tussis, deren ganzer Lebensinhalt darin besteht, sich in schicke Klamotten zu werfen und gemeinsam zu trinken, in einer Nummer karikiert, die in slapstick-haftes Herumsauen mit der Zuckerdose mündet. Den aktuellen Debatten wird wenig Neues hinzugefügt, die einzelnen Nummern wirken zu beliebig aneinandergereiht. Nach einem kollektiven Striptease des Trios im Halbdunkel springen sie zu einem Klage-Solo, wie groß die Hürden für eine Abtreibung in ihrem katholisch geprägten Land nach wie vor sind.

Gegen Ende besteht kurz die Hoffnung, dass der Abend doch noch eine konzentriertere Form finden könnte. In mehreren kurzen Passagen kristallisiert sich das zwar schon im Titel präsente, aber bis dahin vernachlässigte Thema der Transsexualität heraus. Eine Spielerin schildert ihre schmerzhaften Diskriminierungserfahrungen und wird von einer anderen Spielerin zur Seite geschoben. Sie versucht das Berliner Publikum aus der Reserve zu locken und mit den bekannten populistischen Phrasen zu provozieren, dass Transsexualität eine widernatürliche Abweichung und einfach ekelhaft sei. Ein Dialog kommt aber nicht zustande. Die letzten Sympathien verspielen sich die Litauerinnen mit ihrer unsäglichen Aktion, das Publikum zu animieren, gemeinsam mit ihnen die nach einer Tropenwoche in Berlin ohnehin sauerstoffarme, stickige Box zuzuqualmen.

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