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Bewertung und Kritik zu

ERBARMEN
von Jussi Adler-Olsen
Regie: Wolfgang Rumpf 
Premiere: 10. März 2016 
Berliner Kriminal Theater 

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Zum Inhalt: Ein Raum, leer, keine Fenster, kein Licht. Nichts. Nur Stahl. Eine Frau, von der alle denken, sie sei tot. Doch an jenem Tag, im Jahr 2002, auf der Fähre nach Puttgarden, wurde sie entführt. Seitdem ist sie eine Gefangene. Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Kein Kontakt nach draußen. Jeweils an ihrem Geburtstag wird der Druck in ihrem Gefängnis erhöht, erst um 1 bar, dann um 3, dann um 5. Wer sind die Täter? Die Dunkelheit frisst sich in die Seele. 
In Kopenhagen gründet das Präsidium der Kriminalpolizei 2007 ein Sonderdezernat, um den unbequemen Kommissar Carl Mørck loszuwerden. Er erhält den Auftrag, ungeklärte Fälle neu zu untersuchen. Ihm zur Seite gestellt wird Hafez el-Assad, der über erstaunliche Fähigkeiten verfügt, insbesondere auf dem kulinarischen und militärischen Gebiet. Widerwillig macht sich Mørck an die Arbeit. Der erste Fall, der sein Interesse weckt, ist der der Politikerin Merete Lynggaard, die vor Jahren spurlos verschwand. Die Nachforschungen brachten keine Ergebnisse, sie wurde für tot erklärt. Schon bald entdeckt Mørck Schlampereien und Ungereimtheiten. Eine furchtbare Ahnung beschleicht ihn.

Mit Silvio Hildebrandt, Alejandro Ramón Alonso, Kristin Schulze, André Zimmermann, Maria Jany, Karl-Heinz Barthelmeus, Alexander Altomirianos

Bearbeitung für das Theater von Sabrina Ullrich
Bearbeitung für das Berliner Kriminal Theater & Regie: Wolfgang Rumpf
Ausstattung: Manfred Bitterlich (Ltg.) und Mirjam Kastner

TRAILER


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Nichts für schwache Nerven!
  · 15.03.16
Mittlerweile ist es schon einige Jahre her, aber im Rahmen des "Mord am Hellweg", des größten europäischen Krimifestivals, konnte ich Jussi Adler Olsen damals live erleben. Sein Roman "Erbarmen" hatte eingeschlagen wie eine Bombe. Und die Frage, die ihm damals am häufigsten gestellt wurde, war die, wie ein so offenkundig lebensfroher und sympathischer Mann sich derartige Horrorszenarien ausdenken kann. Und ob er nach solchen Szenen selbst eigentlich noch gut schläft. Aber er scheint damit keinerlei Probleme zu haben, die Lesung war zumindest eine der lustigsten und fröhlichsten Krimilesungen, bei der ich je war.

Mittlerweile wurde der Roman in diverse Sprachen übersetzt, erfolgreich verfilmt und es gibt schon einige weitere Fälle des Carl Mørck. Insgesamt ist die Reihe auf zehn Bände angelegt. Ich war daher sehr gespannt auf die Bühnenadaption im Berliner Kriminaltheater. Vor allem hat mich sehr interessiert, wie sie dort die große Besonderheit des Buches umsetzen wollen, nämlich, dass man als Leser von Anfang an weiß, dass die verschwundene Merete Lynggaard (Kristin Schulze) noch am Leben ist und gefangen gehalten wird. Im Kriminaltheater hat man das mit einem ganz großartigen Bühnenaufbau hinbekommen, der den Ort ihrer Gefangenschaft hinter den Büroräumen der Ermittler verschwinden lässt. Sehr clever gelöst!

Das Ermittlerteam besteht aus Carl Mørck (Silvio Hildebrandt), einem nach einem schrecklich schief gegangen Fall gechasstem und in den Keller verbannten Kommissar. Und ihm zur Seite steht der fröhliche und übermotivierte Hafez El-Assad (Alejandro Ramón Alonso), der mit viel Tee und guten Worten dem berufsmüden Mørck doch noch Interesse an dem jahrealten Fall der verschwundenen Merete abringt. Sie rollen den Fall auf und ohne das sie es wissen, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit um das Leben der Frau.

Spannend, selbst wenn man das Buch bereits kennt. Die Zeugenbefragungen sind für meinen Geschmack ein wenig zu harsch, wer brüllt schon jemanden an, der ihm helfen soll? Aber ansonsten sehr gut gespielt, vor allem Kristin Schulze, die von der schicken Politikerin zur verzweifelten, aber dennoch starken Merete im Bunker wird, spielt grandios!

Mein einziger Kritikpunkt ist der ruhige Anfang vor der Pause, der dazu führte, dass das große Finale im zweiten Teil etwas über das Knie gebrochen erschien. Aber ansonsten ein sehr spannender Thrillerabend.

Nicole Haarhoff
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