It's Britney, Bitch!

Bewertung und Kritik zu

IT'S BRITNEY, BITCH! 
von Lena Brasch und Sina Martens
Premiere: 7. Januar 2022 
Berliner Ensemble 

Zum Inhalt: "Um diese Welt zu verstehen, müssen wir wissen wie wir lieben, denn wenn wir wissen wie wir lieben, dann begreifen wir auch, wie wir diese Welt retten können." It’s Britney, Bitch! ist ein musikalisch- erzählerischer Abend über unglückliche Liebe und Abhängigkeit, über Wahrheit und Wahrhaftigkeit im Pop, über Väter von Töchtern und über Töchter von Vätern. Ein Abend über Britney Spears und über die Britney in uns allen.

Mit Sina Martens

Regie: Lena Brasch
Ausstattung: Janina Kuhlmann
Musik: Friederike Bernhardt
Dramaturgie: Karolin Trachte


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Zwischen Hommage und Dokutheater
  · 26.04.22
Das 70 Minuten kurze, seit der Premiere Anfang Januar stets ausverkaufte Stück ist ein ganz eigenes Genre: irgendwo zwischen nostalgischer Erinnerung, Hommage, Pop-Konzert, Dokutheater und mäandernder Reflexion.

Gleich vier Autorinnen (neben Lena Brasch noch Laura Dabelstein, Miriam Davoudvandi und Fikri Anil Altintas) haben zu diesem Mash-up beigetragen, das die wichtigsten Höhen und Tiefen der Spears-Karriere nachzeichnet, aber auch abschweift: mal teilt Martens Seitenhiebe gegen die „Richard III.“-Shows von Lars Eidinger an der Schaubühne aus, mal reflektiert sie über Spears als Vorbild für feministisches Empowerment, mal geht es um mediale Schlammschlachten, sehr oft um Pop-Phänomene, an denen vor allem Insider Spaß haben.

Die Songs der Ikone hat Friederike Bernhardt verfremdt, Martens trägt sie im Stil düsterer Balladen vor, der gut zu den Reflexionen über Absturz und Fremdbestimmung passt. Erst zum „Oops, I did it again“-Finale aus der Früh-Phase von Britney Spears performt Martens einen Original-Hit der Frau, um den dieser ganze Abend kreist.

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"Oops! … I Did It Again" fegt die düstere Stimmung von der Bühne
  · 10.01.22
''Immer wieder sind Britney Spears-Songs zu hören, doch so, dass man sie nicht wiedererkennt. Die Komponistin Friederike Bernhardt hat sie zu düsteren Balladen umgeschrieben, die von Sina Martens auf verschiedene Arten interpretiert werden – mal laut, mal leise, mal kraftvoll, mal mit brüchiger Stimme. Kurz vorm Schluss tritt sie hinter einen Scheinwerfer und spricht einen Text von Britneys Vater: "Klagen kannst du gut. Du weißt um die Kraft der Bilder und wirfst schwere Worte hinterher ..."

So poetisch die Klage auch klingt – Jamie Spears hat seine Tochter als Vormund ausgebeutet. Daran lässt die Inszenierung keinen Zweifel. Er hat sie gegen ihren Willen auf Tournee geschickt und medizinische Behandlungen durchgesetzt, die sie nicht wollte. Dass das zulässig war, wirft kein gutes Licht auf das amerikanische Rechtssystem. Doch dann dröhnt ein Originalsong von Britney Spears aus den Boxen und fegt die düstere Stimmung von der Bühne - "Oops! … I Did It Again". Sina Martens im roten Latex-Catsuit tanzt ein Musikvideo aus der unbeschwerten Zeit vor der Vormundschaft nach. Nach den Botschaften, die die Inszenierung davor vermittelte, wirkt das fast unverantwortlich optimistisch.'' schreibt Oliver Kranz auf rbbKultur
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