Hexenjagd

Bewertung und Kritik zu

HEXENJAGD 
von Arthur Miller
Regie: Mateja Koležnik 
Premiere: 7. Oktober 2021 
Berliner Ensemble 

Zum Inhalt: Abigail Williams hat mit einer Gruppe junger Frauen entgegen der strengen, religiösen Regeln Salems nachts im Wald getanzt. Um sich zu verteidigen, gehen sie auf das Gerücht ein, jemand im Dorf habe den Teufel beschworen – und so die Mädchen zu diesen heidnischen Tänzen verführt. Ein Gericht wird einberufen, das sein Urteil allein auf die Ausrufungen und Wahnszenen der Mädchen gründet. Wer gesteht, macht sich selbst zur Hexe und bestätigt das Gericht. Wer bei der Wahrheit bleibt, wird gehängt. Das Klima des Misstrauens und die Angst vor der gerichtlichen Willkür fördern die schlechteste Seite der Menschen in Salem zu Tage: Eifersucht, Machtgier und Rache befeuern die Beschuldigungen und Anklagen.

Hexenjagd basiert auf den Hexenprozessen von Salem, Massachusetts, die 1692 dort hunderte Leben forderten. Arthur Millers Bearbeitung entstand in Reaktion auf die Kommunistenverfolgung der so genannte McCarthy-Ära Anfang der 1950er Jahre in den USA. Mit dem ständigen Verdacht auch in den eigenen Reihen gäbe es verdeckte Kommunisten, konnte gegen sämtliche Oppositionelle mit unverhältnismäßig harten Mitteln vorgegangen werden – auch gegen bloße Sympathisant:innen und gegen viele Künstler:innen wurde ermittelt. So gelingt Miller mithilfe historischer Ereignisse die Beschreibung einer durch und durch gegenwärtigen Dynamik: öffentliche Debatten, die in Freund-Feind-Schemata, ideologische Verhärtungen und schließlich in gefährliche Radikalisierung kippen.

Regie: Mateja Koležnik
Bühne: Raimund Orfeo Voigt
Kostum: Ana Savić-Gecan
Musik: Michael Gumpinger
Choreografie: Magdalena Reiter
Licht: Rainer Casper
Dramaturgie: Karolin Trachte


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