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    Drei Mal Leben

    Bewertung und Kritik zu

    DREI MAL LEBEN
    von Yasmina Reza
    Regie: Andrea Breth 
    Premiere: 16. Januar 2020 
    Berliner Ensemble 

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    Zum Inhalt: Mal ganz ehrlich: Wie viel in unserem Leben haben wir wirklich in der Hand? Ist alles nur Frage der Haltung oder der Perspektive? Wäre der gestrige Abend anders verlaufen, wenn wir uns anders verhalten hätten? Wir mehr auf unser Recht bestanden hätten oder, andersherum, defensiver gewesen wären?

    "Drei Mal Leben" begibt sich in genau dieses Experiment: Drei Mal freuen sich Henri und Sonja auf einen ruhigen Abend. Drei Mal klingelt es und die Finidoris stehen vor der Tür, bereit für ein gemeinsames Abendessen, zu dem Henri und Sonja eingeladen haben in der Hoffnung, der beruflich weitaus erfolgreichere Hubert könne Henris Karriere anschieben. Unglücklicherweise kommen die Gäste einen Tag zu früh. In drei Anläufen wird nun in wechselnden Allianzen und unterschiedlichen Manövern um Ruhm, Sex, Selbstachtung und Anerkennung gekämpft. Dabei verheddern sich alle Beteiligten nicht nur in den Erwartungen der Anderen, sondern auch in den eigenen Macken und Eitelkeiten.

    Regie: Andrea Breth
    Dramaturgie: Sibylle Baschung
    Bühne: Raimund Orfeo Voigt
    Kostüme: Françoise Clavel
    Musik: Bert Wrede
    Licht: Benjamin Schwigon, Alexander Koppelmann

     
    Meinung der Presse zu „Drei Mal Leben“ - Berliner Ensemble


    FAZ
    ★★★★☆

    rbb
    ★★★★☆

    Berliner Zeitung
    ★★★☆☆


    Die Welt
    ★★★★☆

    Zitty
    ★★☆☆☆

    tip
    ★★★★☆

    3.3 von 5 Sterne
    • 5 Stern(e)
      0
    • 4 Stern(e)
      4
    • 3 Stern(e)
      2
    • 2 Stern(e)
      2
    • 1 Stern(e)
      0
    Die Inszenierung hat zu wenig Tempo und Esprit
    4 Jahre her.
    Kritik
    ''Regisseurin Andrea Breth, weniger für absurde Komik als für sensible Psychologie bekannt, hält die Darsteller und die Komik an der kurzen Leine. Die Schauspieler dürfen für Momente ihrem Affen Zucker geben und ausgelassen herum blödeln, schreien, saufen, sich an die Wäsche gehen, doch dann tritt sie auf die Bremsen, legt kleine Kunst-Pausen ein, lässt die Figuren zu Eis erstarren und in sich hinein horchen. Auf turbulentes Tohuwabohu folgt gähnende Stille, auf zotige Witzelei folgt zähes Ringen um jedes Wort und jeden Ton. Sie schürft tief und sucht nach philosophischem Sinn, wo eigentlich nur der Wahnsinn des banalen Alltags wütet. Für meinen Geschmack hat die Inszenierung zu wenig Tempo und Esprit, zu wenig Eleganz und Erotik: Sie ist von existenzieller Wucht, aber nicht von komischer Leichtigkeit, nachdenklich, aber nicht brillant, unsentimental, aber nicht zärtlich, ihr fehlt der Zauber und die Poesie, die aus einem guten einen wirklich gelungenen Theaterabend macht.'' schreibt Frank Dietschreit auf rbbKultur
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    1 von 1 Person(en) gefiel diese Kritik
    Edel-Boulevard mit Schauspiel-Stars
    4 Jahre her.
    Kritik
    Die Salonkomödien-Mechanik und das Pointen-Ping-Pong laufen in Rezas „Drei Mal Leben“ reibungslos. Der Plot ist relativ übersichtlich: zwei Paare treffen bei einer Abendessen-Unterhaltung aufeinander, die peinlich entgleist. Astrophysiker Henri erwartet Hubert zum Abendessen und hofft auf etwas Vitamin B, um seine dümpelnde Karriere anzuschieben. Leider kommen Hubert und Inès einen Tag zu früh und klingeln an der Tür, während sich Sonja im Pyjama auf der Couch fläzt und das Kind quengelt. In drei Varianten spielt das Quartett die Grundkonstellation durch: mit wechselnden Bündnissen fallen die vier übereinander her. Das Ergebnis ist 3x dasselbe: die Fassaden der gehobenen Mittelschicht bröckeln, verbale Giftpfeile fliegen. Der große Ruhm der französischen Starautorin kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihr Stücktext „Drei Mal Leben“ nicht besonders gut gealtert ist, sondern sich bis zur nächsten erwarteten Eskalation weiter schleppt. Wie von Regie-Altmeisterin Andrea Breth gewohnt, die gerade erst den österreichischen Theaterpreis Nestroy für ihr Lebenswerk bekam, ist der Abend klassisches Schauspieler-Theater, ganz eng am Text, ohne viel Firlefanz, allerdings auch etwas zäh und mit mehr als 2 Stunden doch ein Stück länger als die deutschsprachige Erstaufführung von Luc Bondy aus dem Jahr 2000. Der Abend lebt von der Prominenz seiner Spieler*innen: Den meisten Applaus bekommt Judith Engel als Inès, die zwischen naivem Anhängsel und betrunkener Aussprecherin unbequemer Wahrheiten wechselt. Fest zum BE gehören auch Constanze Becker und Nico Holonics. Ausgerechnet der Star-Gast August Diehl ist auf der Sofa-Landschaft in mehreren Szenen so ungeschickt am Rand platziert, dass er von einigen Plätzen angesichts der schwierigen Sichtachsen im Theater am Schiffbauerdamm kaum zu sehen ist und der Abend zum Hörspiel wird. Komplette Kritik mit Bildern
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    1 von 1 Person(en) gefiel diese Kritik

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