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Bewertung und Kritik zu

WHEELER
von Tracy Letts
Regie: Oliver Reese 
Premiere: 2. Dezember 2018 
Berliner Ensemble 

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Zum Inhalt: Wenn man in der Garage der Exfrau auf einem Ausziehsofa schläft und der eigene Sohn die Kommunikation auf ein Grunzen reduziert hat – dann ist es höchste Zeit für einen Tapetenwechsel. Der gallig­-liebenswürdige Fotofachangestellte Wheeler ist 50 und am Nullpunkt seiner Existenz angelangt: Was jetzt kommt, kann nur besser oder der Anfang vom Ende werden. Mit dem Umzug in eine eigene Wohnung wagt Wheeler den Neustart und muss feststellen: Die Abwärtsspirale ist nicht aufzuhalten.

Tracy Letts hat nach "Eine Frau – Mary Page Marlowe" erneut ein Stück über die in ihrer Allgemeingültigkeit berührende Biogra­fie eines Durchschnittsmenschen geschrieben, das die Frage stellt: Warum zerstören wir so oft das Richtige und dürsten im­mer wieder nach dem Falschen? Warum sind alte Muster stets verführerischer als der aufrichtige Wunsch nach Veränderung und für welche Verheißungen und Ideale sind wir bereit, uns der Lächerlichkeit und Verletzbarkeit preiszugeben? Letts’ unverstellt komischer Blick auf die Lebensrealität eines weißen, heterosexuellen Mannes, der stets um das Richtige bemüht ist und immer wieder das Falsche tut, befragt das Selbstbild und die gesellschaftliche Stellung einer Identität, die sich nicht nur im Amerika Donald Trumps permanent in der Krise befindet.

Regie: Oliver Reese
Bühne: Hansjörg Hartung
Kostüme: Elina Schnizler
Musik: Jörg Gollasch
Dramaturgie: Tobias Kluge


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3.7/5 Insgesamt 3 Bewertungen (1 mit Rezension)
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Bäumchen, wechsle dich
  · 02.05.19
''Es ist durchaus bezeichnend, dass es in dem Stück um einen Porträtfotografen geht, der sein Bild von der Welt trotz möglicher Glücksmomente nicht mehr gerade gerückt bekommt. Regisseur Oliver Reese lässt Szenen mit stillen Momentaufnahmen wechseln, in denen die Figuren während alltäglicher Augenblicke in trister Einsamkeit gezeigt werden. Hierbei hilft ihn die von Hansjörg Hartung eingerichtete Drehbühne, die stets zwischen den Szenen neue Einsichten vorbeiziehen lässt. Eine boulevardeske Szene in einer Karaoke-Bar zeigt Wheeler, wie er gegen den überschwänglichen und affektierten Gönnergestus seiner Freunde anstinkt, die es nur gut mit ihm meinen. Ein anderes Mal beschämt es Wheeler, wie sein Chef (ausdrucksstark: Veit Schubert) lustvoll sexuellen Gewaltfantasien mit einer Kollegin nachhängt. Auch unter der Gürtellinie angelangt lugt nicht nur Manneskraft und Potenz hervor. 

Die Ereignisse folgen in pointierter Abfolge aufeinander; bald ist eine Woche und dann ein Monat vergangen. Das Drama lebt von verdichteter Situationskomik und überspitzten Schlagabtauschen. Während Wheeler seiner neuen Freundin Jules ganz offensichtlich nicht zuhört, wirft er ihr ebendies vor, was sie mit durchaus aufmerksamer Enttäuschung quittiert. Stephanie Eidt brilliert in der Rolle der Jules mit subtilem, elegantem Spiel. Ihre beruflichen Ambitionen als Live-Coach verteidigt sie gegenüber Wheeler, indem sie behauptet, ein Diplom im Glück zu haben. Dieser Studienabschluss vermag jedoch nicht darüber hinwegzutäuschen, dass sie selbst doch auch einige Probleme hat und mit Wheeler eine besonders harte Nuss zu knacken haben dürfte.'' schreibt Ansgar Skoda am 2. Mai 2019 auf KULTURA-EXTRA
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