Lo Malinke: Aufgeräumt

Bewertung und Kritik zu

AUFGERÄUMT
Lo Malinke

Premiere: 4. November 2019 
Bar jeder Vernunft, Berlin 

Zum Inhalt: Lo Malinke war fast zwanzig Jahre lang mit dem Kabarett- und Chansonduo Malediva auf Tournee, schreibt erfolgreich Romane sowie Drehbücher für TV- und Kinoproduktionen. 

Nun hat Malinke sein Leben geordnet und es in acht schlanken Kapiteln in einem neuen Soloprogramm verstaut: Eltern, Liebe, Geld, Tod, Sex, Beruf, Gesundheit und Haustiere, nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. 

Ganz so, wie man ihn kennt – und wie wir ihn lieben: erfrischend ironisch, berührend aufrichtig und voller Empathie. Dazu hat er ein paar wirklich sanfte Liebeslieder geschrieben. Ein witziger, hoffnungsvoll unverstellter Abend für alle, die Liebe und Freundschaft für unbedingt notwendig halten. Alles muss raus! 


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Melancholisches Solo
  · 04.02.20
Links klafft eine Lücke. Das war der Stammplatz von Tetta Müller, Bühnen- und Lebenspartner von Lo Malinke. Noch weiter links saß Florian Ludewig am Klavier und wurde mit neckischen Sprüchen und kleinen Flirts bedacht. Beide fehlen an diesem ersten Solo-Abend von Lo Malinke in der Bar jeder Vernunft: „Malediva“ gibt es nicht mehr. Die Musik kommt vom Band.

Dies ist das traurige Setting des „Aufgeräumt“-Abends, zwei Stunden voller Melancholie und sehr persönlicher Geschichten. Mit der gewohnten Selbstironie erzählt Malinke vom Aufwachsen in einem nordhessischen Dorf, von seiner schwierigen Beziehung zur dominanten Mutter und zum Vater, den er in den letzten Lebensjahren pflegen musste.

In anderen Episoden arbeitet er die schmerzhafte Zeit auf, in der es seinem Partner Tetta Müller immer schlechter ging. Zunächst diagnostizierten die Ärzte ein Burnout, nach einer Wanderung auf dem Jakobsweg schien alles wieder im Lot. Das Paar zog vom Prenzlauer Berg nach Kladow, 2017 versuchte Malediva ein Comeback. Für ihr neues Programm „Völlig losgelöst“ gab es bereits einen Tour-Plan, Karten waren verkauft. Nach einer Panikattacke musste die Premiere im tipi abgesagt werden. Es war klar, dass Müller nie mehr auf die Bühne zurückkehren würde. „Malediva“ war Geschichte.

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