Christine Bovill: Tonight You Belong To Me

Bewertung und Kritik zu

TONIGHT YOU BELONG TO ME
Christine Bovill 

Deutschland-Premiere: 2. September 2019 
Bar jeder Vernunft, Berlin 

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Zum Inhalt: Es war einmal in Amerika: Christine Bovill präsentiert berauschende Lieder und Geschichten aus der Entstehungszeit des Jazz – samtig, rauchig und smart wie die preisgekrönte Stimme der Interpretin.  

Nach ihren gefeierten Piaf-Interpretationen begeistert die gebürtige Glasgowerin das Publikum der Bar jeder Vernunft nun mit ihrem neuen Programm mit Songs aus einer ereignisreichen Zeit: F. Scott Fitzgerald schrieb „The Great Gatsby“, Dorothy Parker kämpfte für das Frauenwahlrecht, Charlie Chaplin beeindruckte Millionen auf Zelluloid, Charles Lindbergh machte Schlagzeilen mit dem ersten Überseeflug und Bessie Smith wurde die Kaiserin des Blues. Prohibition und Radioshows, leichte Mädchen und verruchte Frauen sind die typischen Klischees dieser Zeit. 

Ein Jahrzehnt voller Helden und Schurken, voll unerhörter Sexskandale, literarischer Giganten und kleiner Ganoven – alles auf wunderbarste Weise gebunden in einem Strauß verführerischer Jazzrhythmen. 


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Yes, we belong to you ...
  · 03.09.19
Sie kommt auf die Bühne und fängt ohne Umschweife an zu singen. Christine Bovill macht nicht viel Aufsehen um sich selbst; während zwei Stunden lässt sie Amerikas 20er Jahre wieder aufleben und es fällt nicht schwer, sich mitreißen zu lassen und in diese Zeit einzutauchen.
Auch Dank der vielen kleinen Geschichten, in die sie die Songs einbettet. Viel Zeitkolorit eines Jahrzehnts des Jazz und Blues, das seinen Reiz bis heute nicht verloren hat, entsteht auf der Bühne der Bar jeder Vernunft, mit Songs von Cole Porter („Let´s do it, let´s fall in love“), Irving Berlin („Puttin‘ on the ritz“) oder Charly Chaplin („Smile“). Fast könnte man mitsummen, aber das wäre schade, möchte man doch lieber der warmen, etwas heiseren Stimme von Christine Bovill lauschen, die mit angenehmer Unaufdringlichkeit und viel Humor und Hingabe durch den Abend führt. Sie lässt den Liedern ihre Seele, so wie sie sehr viel bei sich zu sein scheint, sich unprätentiös auch über sich selbst amüsieren kann.
Das Publikum gibt sich nicht nur dem musikalischen Genuss hin, es erfährt auch eine Menge zur Geschichte der Lieder und ihrer Komponisten und Sänger, aber auch der Geschichte der Zwanziger Jahre New Yorks, der Literatur („Der große Gatsby“), charismatischen Persönlichkeiten wie Dorothy Parker (Frauenwahlrecht), unvergesslichen Filmen (Charly Chaplin), und der Rassendiskriminierung, zwischendurch gibt Bovill aber auch ein wenig preis zu Persönlichem, ihrer Pubertät und ihren Liebschaften, nicht ohne eine gehörige Portion Humor, versteht sich und einer liebenswerten Rückversicherung beim Publikum.
Die Glasgowerin erscheint ganz und gar authentisch und uneitel, sehr scharfsinnig und mit einem guten Gefühl für den Moment.
Das Publikum möchte sie nicht gehen lassen; mit einem Duett mit ihrem Pianisten Michael Bradey, der zwischendurch immer wieder Raum für sein Klavierspiel bekommt, entlässt sie die begeisterten Zuhörer, die sie am liebsten mit zurücknehmen möchte nach Schottland mit dem Song „I‘ll see you in my dreams“. 
Und die alle wiederkommen sollen, am 9. und 10. September, wenn sie weitere Konzerte ihrer Deutschland-Premiere von „Tonight you belong to me“ geben wird.
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