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Moderne Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Frauen / Schauspielerinnen 

Rolle: Rhodope 
Stück: Gyges und sein Ring 
Autor: Friedrich Hebbel 

Erscheinungsjahr: 1854 
Originalsprache: Deutsch 


4. Aufzug 

Gemach der Königin. Rhodope  allein. 

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RHODOPE: 
Oh, einen Augenblick Vergessenheit!
Wozu das Rätsel ewig wiederholen?
Es wird ja bald gelöst. – Ich sollt' es machen,
Wie meine Mädchen, die zum Zeitvertreib
Auf alle Töne horchen und sich streiten,
Von welchem Vogel jeder kommt, und ob
Der rot ist oder grün. – Welch ein Geräusch!
Ist Karna da mit ihm? Still, alles still.
Es war wohl nichts. – Wie hab ich mich verändert!
Wann fragt' ich sonst den Schall nach dem Woher,
Mich schreckte nichts, mich schreckte nicht einmal
Des Feuers Glut, und wenn sie noch so rot
Am Himmel aufstieg und sich noch so drohend
Verbreitete: ich wußte, daß ein Kreis
Von treuen Wächtern, unsichtbar um mich
Herum gereiht, des Königs Lieblingstochter
Mit Blut und Leben schirmte. Jetzt – ein Schritt!
Sie sind's! Ja, Karna ist so klug, als tapfer;
Das hört' ich stets, und heute soll ich's sehn.
Noch nicht! Vielleicht auch gar nicht! Nein, Ihr Götter,
So grausam werdet Ihr nicht sein. Ich will
Ja nicht, daß Ihr die Hand mir reichen sollt,
Um mich am Rand des Abgrunds festzuhalten,
Ich will nur sehn, wer mich hinunterstößt.
Je mehr ich sinne, um so weniger
Begreif ich meinen Gatten. Hört' ich's doch
In frühster Jugend schon, daß die Befleckte
Nicht leben darf, und wenn mich das als Kind
Durchschauert hat, jetzt habe ich den Grund
Für dies Gesetz in meiner Brust gefunden:
Sie kann nicht leben, und sie will's auch nicht!
Gilt das für ihn allein nicht? Oder will er
Den Frevler heimlich opfern, weil er hofft,
Mir seine Missetat noch zu verbergen?
Habt Dank, Ihr Ewigen, auch das kann sein!
Und findet Karna den Entflohnen tot,
Den kalten Dolch in seiner heißen Brust,
So weiß ich, wessen Hand ihn niederstreckte,
Und frage niemals mehr, wo Gyges blieb!



Moderne Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Frauen / Schauspielerinnen 

Rolle: Kriemhild 
Stück: Die Nibelungen: Kriemhilds Rache 
Autor: Friedrich Hebbel 

Erscheinungsjahr: 1861 
Originalsprache: Deutsch 


5. Akt, 6. Szene 

Kriemhild und Gunther.

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KRIEMHILD: 
Was schiltst du mich? Doch schilt mich nur!
Du triffst, was du gewiß nicht treffen willst,
Denn, was ich bin, das wurde ich durch die,
Die Ihr der Strafe gern entziehen möchtet
Und wenn ich Blut vergieße, bis die Erde
Ertrinkt, und einen Berg von Leichen türme,
Bis man sie auf dem Mond begraben kann,
So häuf ich ihre Schuld, die meine nicht.
Oh, zeigt mir nur mein Bild! Ich schaudre nicht
Davor zurück, denn jeder Zug verklagt
Die Basilisken dort, nicht mich. Sie haben
Mir die Gedanken umgefärbt. Bin ich
Verräterisch und falsch? Sie lehrten mich,
Wie man den Helden in die Falle lockt.
Und bin ich für des Mitleids Stimme taub?
Sie waren's, als sogar der Stein zerschmolz.
Ich bin in allem nur ihr Widerschein,
Und wer den Teufel haßt, der spuckt den Spiegel
Nicht an, den er befleckt mit seiner Larve,
Er schlägt ihn selbst und jagt ihn aus der Welt.



Moderne Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Frauen / Schauspielerinnen 

Rolle: Kriemhild 
Stück: Die Nibelungen: Kriemhilds Rache 
Autor: Friedrich Hebbel 

Erscheinungsjahr: 1861 
Originalsprache: Deutsch 


1. Akt, 6. Szene 

Kriemhild und Gunther.

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KRIEMHILD: Entscheide nicht so rasch!
Wenn du denn auch mit deiner armen Schwester
Und ihrem Jammer schneller fertig wirst,
Wie sie in bessrer Zeit mit deiner Hand,
Als sie der wüt'ge Hirsch dir aufgeschlitzt;
Wenn du dem Schmerz, der ruhig sagen kann:
Ist meinesgleichen irgend noch auf Erden,
So will ich lachen und mich selbst verspotten,
Und alle segnen, die ich sonst verflucht!
Wenn du ihm kalt den kleinsten Trost verweigerst
Und ihn von hinnen schreckst mit finstern Brauen:
Erwäg es doch und nimm dein Wort zurück.
Ich bin's ja nicht allein, die Klage ruft,
Es ruft das ganze Land mit mir, das Kind
Braucht seinen ersten Odemzug dazu,
Der Greis den letzten, Bräutigam und Braut
Den köstlichsten, du wirst es schaudernd sehn,
Wenn's dir gefällt, sie vor den Thron zu laden,
Daß jedes Alter, jeder Stand erscheint.
Denn, wie die brechend-schwere Donnerwolke,
Hängt diese Blutschuld über ihnen allen
Und dräut mit jedem Augenblicke mehr.
Die schwangern Weiber zittern, zu gebären,
Weil sie nicht wissen, ob kein Ungeheuer
In ihrem Mutterschoß herangereift,
Und daß uns Sonn und Mond noch immer leuchten,
Gilt manchem schon als Wunder der Natur.
Wenn du dein königliches Amt versäumst,
So könnten sie zur Eigenhülfe greifen,
Wie's einst geschah, bevor's noch Kön'ge gab,
Und wenn sich alle wild zusammenrotten,
So dürften sie, da du nun einmal fürchtest,
Noch fürchterlicher, als der Tronjer, sein!



Moderne Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Ernst 
Stück: Agnes Bernauer 
Autor: Friedrich Hebbel 

Erscheinungsjahr: 1852 
Originalsprache: Deutsch 


3. Akt, 1. Szene 

München. Das Herzogliche Kabinett. Man sieht an der einen Wand zwei Karten. Die andern Wände sind mit Bildern bayerischer Fürsten behängt. Ernst allein.

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ERNST: (steht vor den Karten) Ich kann's nicht lassen, und es ärgert mich doch immer wieder von neuem. Das war Bayern einst, und das ist Bayern jetzt! Wie Vollmond und Neumond hängen sie da nebeneinander! Und wenn noch ein halbes Jahrtausend dazwischenläge! Aber wie mancher alte Mann muß noch leben, der der Zeit noch recht gut gedenkt, wo Tirol und Brandenburg und das fette Holland, und was nicht noch sonst, unser war, ja, der obendrein auch die ganze Reihe von Torheiten aufzählen kann, durch die das alles verlorenging! (Er tritt vor die Bilder.) Nein, wie ihr gewirtschaftet habt! Vierundzwanzig Stunden vorm Jüngsten Tag wär's noch zu arg gewesen! Und ihr hattet das kluge Vorbild im benachbarten Österreich so nah! Rudolph von Habsburg hätte ein Sandkorn durch geschicktes Wenden und Drehen und unablässiges Umkehren auf klebrigtem Boden zum Erdball aufgeschwemmt, ihr den Erdball zum magersten Sandkorn heruntergeteilt! (Er geht weiter.) Kaiser Ludwig, wackrer Kämpfer, der du jeden Feind bestandst, ausgenommen den letzten, heimlichen ohne Namen und Gesicht, du blickst finster auf deinen Enkel herab. Ich versteh dich, und du hast recht, das Schelten ist für die Weiber, das Bessermachen für die Männer. Nun, ich stückle und flicke ja auch schon ein Leben lang, ob ich nicht wenigstens den alten Kurfürsten-Mantel wieder zusammenbringe, und ich denke, du sollst mir die Hand geben, wenn wir uns einmal sehen. Du hättest mir gewiß die Arbeit erspart, wenn der Giftmischer sich nicht mit Wein und Brot gegen dich verschworen und dich vor der Zeit ausgetan hätte! Aber deine Söhne – Nun! Sie sind tot!


Moderne Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Albrecht 
Stück: Agnes Bernauer 
Autor: Friedrich Hebbel 

Erscheinungsjahr: 1852 
Originalsprache: Deutsch 


3. Akt, 10. Szene 

Albrecht, Preising, Törring, Frauenhoven und Nothhafft von Wernberg.

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ALBRECHT: Einmal? Einmal mit jedem Atemzuge, meint Ihr! Wißt Ihr auch, was Ihr verlangt? Gewiß nicht, denn sonst würdet Ihr die Augen wenigstens niederschlagen und nicht dastehen, als ob alle zehn Gebote mit feurigen Buchstaben auf Eurer Stirn geschrieben ständen. Was tut Ihr, wenn der Tag Euch ein finstres Gesicht zeigt, wenn Euch alles mißlingt, und Ihr Euch selbst fehlt? Ihr werft beiseite, was Euch quält, und eilt zu Eurem Weibe, sie ist vielleicht gerade doppelt von Gott gesegnet und kann Euch abgeben, wenn das aber auch einmal nicht zutrifft, so könnt Ihr sie ja gar nicht ansehen, ohne aller Eurer glücklichen Stunden zu gedenken, und wem die wieder lebendig werden, der hat eine mehr! Was wär' mein Los? Könnt' ich auch zu meinem Weibe eilen? Unmöglich, ich müßte eher eine Wache vor meine Tür stellen, damit die Unselige in ihrer Unschuld nur nicht von selbst komme und mich ganz verrückt mache, denn sie wäre ja mein ärgster Fluch! Doch nein, das wäre schlecht von mir, das dürft' ich nicht, ich müßte ihr entgegengehen und sie in meine Arme schließen, während ich sie lieber von mir schleudern möchte, wie einen ankriechenden Käfer, denn das hätt' ich vor Gott gelobt. Graust Euch? Wißt Ihr jetzt, was Ihr verlangt? Nicht bloß auf mein Glück soll ich Verzicht leisten, ich soll mein Unglück liebkosen, ich soll's herzen und küssen, ja ich soll dafür beten, aber nein, nein, in alle Ewigkeit nein!


Moderne Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Frauen / Schauspielerinnen 

Rolle: Agnes 
Stück: Agnes Bernauer 
Autor: Friedrich Hebbel 

Erscheinungsjahr: 1852 
Originalsprache: Deutsch 


4. Akt, 9. Szene 

Agnes und Albrecht.

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AGNES: (eilt in den Garten) Da kann ich ihn zu Pferd steigen sehen! (Sie kehrt wieder um.) Ja, wenn er selbst mich in die Höhe höbe und über die Mauer kucken ließe, wie damals, als die schwarzbraunen Ägypter mit Zimbeln und Schellen vorüberzogen. Aber hören muß ich ihn können! (Sie eilt wieder fort.) Still, still mit euren Trompeten! Horch! Das ist er! »Ihr seid brav, Törring!« Gewiß, aber warum sagst du ihm das gerade jetzt? Ach, da geht's schon fort! Leb wohl, mein – Halt! Der Trab stockt! Es ist doch nichts geschehen? Da redet einer! Schwach, undeutlich – schweig du! Nun noch einmal er! »Führt ihn gleich zu ihr!« Zu mir? Wen denn? »Es wird ihr lieb sein!« Mir lieb? Nein, Albrecht, da kennst du mich nicht! Ich wollte, es würde augenblicklich Nacht und erst in dreimal vierundzwanzig Stunden wieder Tag! Oder wär's mein Vater? (Sie jauchzt auf.) Mein Vater! Gewiß nicht! Ach nein! jetzt sprengen sie weiter. Hui! Recht, ihr Rosse, holt aus! Um so eher seid ihr wieder mit ihm da. (Sie horcht auf.) Ich höre nichts mehr. (Sie horcht wieder.) Doch! (Sie pflückt währenddem gedankenlos eine Blume.) Was soll's noch! (Sie läßt die Blume fallen.) Hab ich da was gepflückt? Das tut mir leid! Es ist keine Zeit, Blumen vor die Brust zu stecken! (Sie wandelt langsam wieder herauf.) Nun ist's denn so gekommen, wie sie alle vorhersagten! Tot! Ob das uns wirklich was Gutes bedeutet? Was tu ich jetzt? Zieh ich mich schwarz an? Da bin ich wieder hochmütig und rechne mich mit zur Familie, wie dieser unheimliche Mensch mit den kalten Augen, der Richter, gespöttelt haben soll. Unterlaß ich's? Da freu ich mich über das Unglück! Ich folg meinem Herzen und das sagt: traure mit den Traurenden! Lacht nicht, Herr Emeran! Man ist manchem Dank schuldig, ohne daß man's weiß! Es ist gut für Euch, daß dies Herz so weich ist, wenn Ihr es auch nicht ahnt!


Moderne Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Frauen / Schauspielerinnen 

Rolle: Agnes 
Stück: Agnes Bernauer 
Autor: Friedrich Hebbel 

Erscheinungsjahr: 1852 
Originalsprache: Deutsch 


4. Akt, 7. Szene 

Agnes und Albrecht.

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AGNES: Ei, da würd' ich von meinem Sarg reden, von den Fackeln, dem Glockengeläut und allem, was ich mir sonst noch wünschte! Und wenn ich fürchtete, dir weh zu tun, würd' ich sagen: Denke dir, mir hat geträumt, ich würde begraben, und darüber mußt du dich freuen, denn es bedeutet langes Leben, aber das Leichenbegängnis war so schön, daß ich's dereinst geradeso und nicht anders haben möchte. Und dann würde ich's dir beschreiben! [...] Wenn du nicht anders willst! Angezündet soll sie ja noch nicht werden! Aber, mein Albrecht, du kennst uns nicht, du weißt nicht, wie wir sind! Ein bürgerliches Mädchen macht sich das Totenhemd gleich nach dem Hochzeitkleid, und sie tut wohl daran, denn sie kann nicht wissen, wie sie's sonst in ihrem Alter bekommt! Nun, das liegt mir in der Art, und so lange bin ich noch nicht die Gemahlin eines Herzogs, daß sich schon alles an mir verändert hätte! Aber, du siehst, die Demut ist schon entwichen, denn ich habe nicht, wie meine Gespielinnen, die eigenen Finger geplagt und mir das Sterbegewand genäht, ich habe den Maurer und den Zimmermann gequält und mir eine Totenkapelle erbaut! Nun steht sie, und es ist mir eine Freude, daß ich die Stätte, wo ich meinen längsten Schlaf halten soll, jetzt schon kenne, ja daß ich sie betreten und dort im voraus für mich beten kann! Darum möcht' ich auch die Ampel gleich aufhängen, sonst wär' mir da in der letzten Stunde ja doch noch etwas fremd! [...] Was sonst? Ich seh schon bei Tage einmal nach meinem Bett, weiter nichts! Ei, merkst du denn noch etwas von jener Angst und Beklommenheit an mir, die mich ergriff, als du so ungestüm von Regensburg zurückkehrtest und mich hierher führtest? Damals zitterte ich für mich und dich! Noch hatte ich mich an Vohburg nicht gewöhnt, noch lief ich, wie ein Kind, von Gemach zu Gemach und konnte keins finden, das mir eng genug war, und schon mußt' ich das kleine Schloß mit diesem großen vertauschen, neben dem es sich ausnahm, wie mein armes Vaterhaus sich neben ihm ausgenommen hatte! Ach, die Musik unterwegs, das wilde Lebehoch der Bauern, die sich mit ihren Sensen und Pflugeisen um uns zusammenrotteten, die Blumen, die man uns streute, alles entsetzte mich. Du selbst kamst mir ganz fremd vor, weil du's littest und dich darüber freutest; ich erschrak zu Tode, als du hier sogar die Glocken läuten lassen wolltest! Aber das ist vorbei, längst vorbei! Du hörst ja, ich selbst nenne Vohburg jetzt klein, ich wundere mich gar nicht mehr, wenn sich die Armen und Bittenden des Morgens um mich drängen, ich kann fragen, wie eine geborne Herzogin, ich kann den Kopf schütteln und fast abschlagen, ich sollte mich schämen! [...] Nur in meinen Träumen geht's anders her, sonst würd' ich gewiß zu stolz! Da kehrt die alte Zeit wieder, wo ich die Brotkrumen sorgfältig auflesen mußte, die zu Boden fielen, und wo mein Geburtstagsgeschenk meistens darin bestand, daß ich nicht gescholten wurde, wenn ich etwas tat, was nicht ganz recht war. Noch in der letzten Nacht, du mit deiner immer offnen Hand wirst lachen, bat ich meinen Vater glühend und stotternd um irgendeine Kleinigkeit, und er sagte, was er gewöhnlich zu sagen pflegte, wenn er eine Bitte nicht zweimal hören wollte: gut, es sei, aber dann kann ich ein halbes Jahr lang keinen Tropfen Wein mehr trinken! Ich war noch recht unwillig auf ihn, als ich erwachte, aber nun – Ich hab ihn doch wenigstens einmal wiedergesehen!


Monologe aus Romanen zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Roger Chillingworth
Roman: Der scharlachrote Buchstabe
Autor: Nathaniel Hawthorne

Erscheinungsjahr: 1850 
Originalsprache: Englisch 
Übersetzung (Deutsch): Franz Blei 
Übersetzung (Spanisch): Sellén Francisco
Übersetzung (Italienisch): Fausto Maria Martini


4. Kapitel - Die Zusammenkunft. 

Roger Chillingworth und Esther Prynne. 

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ROGER: Esther, ich frage nicht, weshalb oder wie du in den Pfuhl gefallen, oder sagen wir lieber zum Pranger aufgestiegen bist, wo ich dich fand. Der Grund braucht nicht weit gesucht zu werden. Es war meine Torheit und deine Schwäche. Ich, ein Mann des Gedankens, der Bücherwurm großer Bibliotheken, ein schon dem Verwelken naher Mann, der seine besten Jahre dahingegeben hatte, um den hungrigen Traum der Erkenntnis zu nähren – was hatte ich mit Jugend und Schönheit wie der deinen zu schaffen! Wie konnte ich von meiner Geburtsstunde an Verunstalteter mich mit der Idee verblenden, daß intellektuelle Gaben in der Phantasie eines jungen Mädchens die physische Mißgestalt verschleiern konnten! Die Menschen nennen mich weise. Wären die Weisen je für sich selbst klug gewesen, so hätte ich alles dies vorhersehen können. Ich hätte wissen können, daß, als ich aus den weiten, düstern Wäldern kam und in diese christliche Ansiedlung trat, der erste Gegenstand, welcher sich meinen Augen bot, du selbst sein würdest, Esther Prynne, als Statue der Schande vor dem Volke, – ja, von dem Augenblicke an, wo wir zusammen die alten Kirchenstufen als Ehepaar herabkamen, hätte ich das Signalfeuer dieses Scharlachbuchstabens am Ende unseres Pfades lodern sehen können. [...] Es war meine Torheit! Ich sagte es schon. Aber bis zu jenem Einschnitt meines Lebens hatte ich vergeblich gelebt. Die Welt war so freudlos gewesen. Mein Herz war eine zur Aufnahme vieler Gäste hinreichend große Wohnung, aber einsam und eisig und von keinem häuslichen Feuer erwärmt. Ich sehnte mich, ein solches anzuzünden. Es schien mir kein so phantastischer Traum zu sein, so alt und mürrisch und mißgestaltet ich auch war, daß das einfache Glück mir noch zuteil werden könnte, welches nah und fern verstreut ist, so daß es alle Menschen aufgreifen können. Und so, Esther, zog ich dich in mein Herz, in sein innerstes Gemach, und suchte dich zu wärmen an der Wärme, welche deine Gegenwart dort gab! [...] Wir haben einander Unrecht zugefügt. Ich tat dir zuerst Unrecht, als ich deine knospende Jugend zu einer falschen und unnatürlichen Verbindung mit meinem welkenden Alter verlockte. Als Mann, der nicht umsonst gedacht und philosophiert hat, suche ich daher keine Rache, sinne auf nichts Böses gegen dich. Zwischen dir und mir hängt die Waagschale im Gleichgewicht, aber, Esther, es gibt einen Mann, der gegen uns beide gesündigt hat! Wer ist er? [...] Glaub mir, Esther, es gibt wenige Dinge, sei es nun in der äußeren Welt oder bis zu einer gewissen Tiefe in der unsichtbaren Sphäre des Gedankens, – wenige Dinge, die dem Manne verborgen bleiben, welcher sich ernstlich und rückhaltlos der Lösung eines Geheimnisses widmet. Du magst dein Geheimnis vor der spähenden Menge verhehlen, du kannst es auch vor den Geistlichen und den Gesetzeshütern verbergen, wie du es heute getan hast, wo sie den Namen aus deinem Herzen hervorreißen und dir einen Partner auf dem Pranger geben wollten. Was aber mich betrifft, so komme ich mit anderen Sinnen, als jene besitzen, zu der Untersuchung. Ich werde diesen Mann suchen, wie ich in den Büchern die Wahrheit, wie ich in der Alchemie das Gold gesucht habe. Es gibt eine Sympathie, die mich ihn ahnen lassen wird. Ich werde ihn zittern sehen, ich werde plötzlich und unerwartet einen Schauder fühlen. Früher oder später muß er mein werden. [...] Er trägt auf seinem Gewande keinen Schandbuchstaben eingewirkt wie du, aber ich werde ihn auf seinem Herzen lesen. Hab aber keine Furcht um ihn! Denke nicht, daß ich mich in die Vergeltung des Himmels mischen oder ihn zu meinem eigenen Verluste in die Klauen des menschlichen Gesetzes liefern werde. Ebensowenig meine, daß ich etwas gegen sein Leben oder auch nur gegen seinen Ruf unternehmen werde, wenn er, wie ich glaube, ein Mann von guter Reputation ist. Er mag leben! Er mag sich unter äußeren Ehren verbergen, wenn er kann! Nichtsdestoweniger soll er mein sein!


Chapter IV - The Interview. 

Roger Chillingworth and Hester Prynne. 

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ROGER: Hester ... I ask not wherefore, nor how, thou hast fallen into the pit, or say rather, thou hast ascended to the pedestal of infamy, on which I found thee. The reason is not far to seek. It was my folly, and thy weakness. I,—a man of thought,—the book-worm of great libraries,—a man already in decay, having given my best years to feed the hungry dream of knowledge,—what had I to do with youth and beauty like thine own! Misshapen from my birth-hour, how could I delude myself with the idea that intellectual gifts might veil physical deformity in a young girl’s fantasy! Men call me wise. If sages were ever wise in their own behoof, I might have foreseen all this. I might have known that, as I came out of the vast and dismal forest, and entered this settlement of Christian men, the very first object to meet my eyes would be thyself, Hester Prynne, standing up, a statue of ignominy, before the people. Nay, from the moment when we came down the old church-steps together, a married pair, I might have beheld the bale-fire of that scarlet letter blazing at the end of our path! [...] It was my folly! I have said it. But, up to that epoch of my life, I had lived in vain. The world had been so cheerless! My heart was a habitation large enough for many guests, but lonely and chill, and without a household fire. I longed to kindle one! It seemed not so wild a dream,—old as I was, and sombre as I was, and misshapen as I was,—that the simple bliss, which is scattered far and wide, for all mankind to gather up, might yet be mine. And so, Hester, I drew thee into my heart, into its innermost chamber, and sought to warm thee by the warmth which thy presence made there! ... We have wronged each other. Mine was the first wrong, when I betrayed thy budding youth into a false and unnatural relation with my decay. Therefore, as a man who has not thought and philosophized in vain, I seek no vengeance, plot no evil against thee. Between thee and me, the scale hangs fairly balanced. But, Hester, the man lives who has wronged us both! Who is he? [Pause.] Believe me, Hester, there are few things,—whether in the outward world, or, to a certain depth, in the invisible sphere of thought,—few things hidden from the man, who devotes himself earnestly and unreservedly to the solution of a mystery. Thou mayest cover up thy secret from the prying multitude. Thou mayest conceal it, too, from the ministers and magistrates, even as thou didst this day, when they sought to wrench the name out of thy heart, and give thee a partner on thy pedestal. But, as for me, I come to the inquest with other senses than they possess. I shall seek this man, as I have sought truth in books; as I have sought gold in alchemy. There is a sympathy that will make me conscious of him. I shall see him tremble. I shall feel myself shudder, suddenly and unawares. Sooner or later, he must needs be mine! [...] He bears no letter of infamy wrought into his garment, as thou dost; but I shall read it on his heart. Yet fear not for him! Think not that I shall interfere with Heaven’s own method of retribution, or, to my own loss, betray him to the gripe of human law. Neither do thou imagine that I shall contrive aught against his life; no, nor against his fame, if, as I judge, he be a man of fair repute. Let him live! Let him hide himself in outward honor, if he may! Not the less he shall be mine!


Capítulo IV - La entrevista. 

Roger Chillingworth y Ester Prynne. 

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ROGER: Ester, no pregunto por qué motivos, ni cómo has caído en el abismo, mejor dicho, has subido al pedestal de infamia en que te he hallado. La razón es fácil de hallar. Ha sido mi locura y tu debilidad. Yo,--un hombre dado al estudio, una verdadera polilla de biblioteca,--un hombre ya en el declive de sus años, que empleó los mejores de su vida en alimentar su afán devorador de saber,--¿qué tenía que ver con una belleza y juventud como la tuya? Contrahecho desde que nací, ¿cómo pude engañarme con la idea de que los dones intelectuales podrían en la fantasía de una joven doncella arrojar un velo sobre las deformidades físicas? Los hombres me llaman sabio. Si los sabios fueran cuerdos en lo que les concierne, yo debería haber previsto todo esto. Yo debería haber sabido que, al dejar la vasta y tenebrosa selva para entrar en esta población de cristianos, el primer objeto con que habían de tropezar mis miradas, serías tú, Ester, de pie, como una estatua de ignominia, expuesta á los ojos del pueblo. Sí, desde el instante que salimos de la iglesia, ya unidos por los lazos del matrimonio, debería haber contemplado la llama ardiente de esa letra escarlata brillando á la extremidad de nuestro sendero. [...] Es verdad, ¡fué una locura mía! Ya lo he dicho. Pero, hasta aquella época de mi vida, yo había vivido en vano. ¡El mundo me había parecido tan triste! Mi corazón era como una morada bastante grande para dar cabida á muchos huéspedes, pero fría y solitaria. Yo deseaba tener un hogar, experimentar su calor. Á pesar de lo viejo, de lo contrahecho y sombrío que era, no me pareció un sueño extravagante la idea de que yo podía gozar también de esta simple felicidad, esparcida en todas partes, y de que toda la humanidad puede disfrutar. Y por eso, Ester, te albergué en lo más recóndito de mi corazón, y traté de animar el tuyo con aquella llama que tu presencia había encendido en mi pecho. [...] Nos hemos agraviado mutuamente. El primer error y agravio fué mío, cuando hice que tu floreciente juventud entrara en una relación falsa, y contraria á la naturaleza, con mi decadencia. Por consiguiente, como hombre que no ha pensado ni filosofado vanamente, no busco venganza, no abrigo ningún mal designio contra tí. Entre tú y yo la balanza está perfectamente equilibrada. Pero, Ester, el hombre que nos ha agraviado á los dos vive. ¿Quién es? [...] Créeme, Ester, hay pocas cosas,--ya en el mundo exterior, ó ya á cierta profundidad en la esfera invisible del pensamiento,--hay pocas cosas, repito, que queden ocultas al hombre que se dedica seriamente y sin descanso á la solución de un misterio. Tú puedes ocultar tu secreto á las miradas escudriñadoras de la multitud. Puedes ocultarlo también á las investigaciones de los ministros y magistrados, como hiciste hoy cuando procuraron arrancar ese nombre á tu corazón y darte un compañero en tu pedestal. Pero en cuanto á mí, yo me dedicaré á la investigación con sentidos que ellos no poseen. Yo buscaré á este hombre como he buscado la verdad en los libros; como he buscado oro en la alquimia. Hay una simpatía oculta que me lo hará conocer. Le veré temblar. Yo mismo al verle, me sentiré estremecer de repente y sin saber por qué. Tarde ó temprano, tiene que ser mío. [...] No lleva ninguna letra infamante bordada en su traje, como tú; pero yo la leeré en su corazón. Pero no temas por él. No creas que me mezclaré en la clase de retribución que adopte el cielo, ó que lo entregue á las garras de la justicia humana. Ni te imagines que intentaré algo contra su vida; no, ni contra su fama si, como juzgo, es un hombre que goza de buena reputación. Le dejaré vivir: le dejaré envolverse en el manto de su honra externa, si puede. Sin embargo, será mío.


Capitolo IV - Il colloquio. 

Roger Chillingworth ed Ester Prynne. 

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ROGER: Ester, io non ti chiederò perché, né come tu sia caduta così in basso o, direi meglio, perché tu sia salita sul palco dell’infamia, sul quale io ti ho ritrovata. Troppo facile è scoprirne le ragioni. Due sono: la mia pazzia e la tua debolezza. La mia pazzia anzitutto: che cosa potevo avere di comune con la tua gioventù e la tua bellezza io, uomo di studio e di pensiero, tignola vissuta sempre tra i libri delle biblioteche, io già avanzato negli anni, i più belli dei quali avevo spesi a perseguire ideali di scienza? Come potevo io, nato deforme, illudermi che le virtù dell’intelletto bastassero a nascondere codeste deformità agli occhi di una donna giovane e bella come te? Gli uomini dicono che io sia un sapiente: se i sapienti sapessero usare a loro profitto la scienza che posseggono, io avrei dovuto prevedere quello che è accaduto... Avrei dovuto sapere che il primo spettacolo offerto ai miei occhi, appena uscito dalla foresta ed affacciatomi alla vita degli uomini civili, saresti stata tu, Ester Prynne, dritta come una statua sul palco della vergogna davanti a tutto il popolo... Che dico? Dal momento stesso in cui, già coniugi, uscimmo dalla chiesa, avrei dovuto scorgere in fondo alla nostra strada il rosseggiare di questo marchio di infamia... [...] È vero, non l’ho forse riconosciuto, accusandomi di follia? Ma avevo vissuto invano fino a quel momento della mia vita... Il mondo non aveva avuto un solo sorriso per me... Il mio cuore, pur così vasto, era come una grande casa abbandonata senza il suo focolare acceso, senza echi di voci care. Anelavo d’avere un focolare anch’io. Né mi sembrava un così folle sogno di strappare anch’io, se pure vecchio e triste e deforme, una favilla a quella gran fiammata d’amore che è accesa per tutto il genere umano... Fu così, Ester, che io ti volli per me e mi illusi di riscaldarmi al fuoco del tuo amore... [...] Siamo stati colpevoli entrambi e la prima colpa fu mia, quando volli accoppiare il mio declinare alla tua giovinezza fiorente. Per questo io non penso alla vendetta, né desidero in alcun modo il tuo male. Non invano ho riflettuto così a lungo, non invano mi sono dissetato della saggezza dei filosofi... Tra me e te siamo alla pari e nulla possiamo pretendere l’uno dall’altro. Ma c’è un uomo, Ester, colpevole ugualmente verso di te e verso di me. Chi è quest'uomo? [...] Ester, ci sono poche cose nel mondo esteriore, e anche in quello dell'anima, che possano restare nascoste ad un uomo inteso con ogni energia e volontà a scoprire il mistero! Potrai, sì, conservare il segreto con la folla e con i giudici e i preti, che oggi han tentato di strappartelo in ogni modo per darti un compagno sul palco; ma è ben difficile conservarlo con me che dispongo di ben altre armi e sono spinto alla ricerca da ben altri motivi... Io cercherò quell’uomo, come ho cercato la verità nei libri e nell’alchimia il segreto dell’oro. C'è, fra me e lui, una misteriosa simpatia che servirà a rivelarmi quell’uomo. Lo sentirò improvvisamente tremare, e tremerò io stesso il giorno in cui ci troveremo di fronte. Quell’uomo non può più sfuggirmi: è fatale che egli diventi la mia preda... [...] Non è sul suo abito come sul tuo la lettera infamante; ma io gliela leggerò nel cuore. Ma non temere per lui: non credere che io voglia sostituirmi alla giustizia del cielo o consegnarlo, a mio scorno, alla giustizia degli uomini... Né devi temere per la sua vita e neppure per il suo onore, se, come credo, egli è uomo d’alto lignaggio o di gran fama... Che egli viva! Viva e si nasconda sotto un’apparenza intemerata! Non per questo egli mi sfuggirà.


Moderne Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Alfred Loth
Stück: Vor Sonnenaufgang
Autor: Gerhart Hauptmann

Erscheinungsjahr: 1900 
Originalsprache: Deutsch 
Übersetzung (Englisch): Ludwig Lewisohn


2. AKT

Alfred Loth und Helene 

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LOTH: Mein Vater war Siedemeister, wir wohnten dicht an der Fabrik, unsere Fenster gingen auf den Fabrikhof. Da sah ich auch noch manches außerdem: Es war ein Arbeiter, der fünf Jahr in der Fabrik gearbeitet hatte. Er fing an, stark zu husten und abzumagern ... ich weiß, wie uns mein Vater bei Tisch erzählte: Burmeister – so hieß der Arbeiter – bekommt die Lungenschwindsucht, wenn er noch länger bei der Seifenfabrikation bleibt. Der Doktor hat es ihm gesagt. – Der Mann hatte acht Kinder, und ausgemergelt, wie er war, konnte er nirgends mehr Arbeit finden. Ermußte also in der Seifenfabrik bleiben, und der Prinzipal tat sich viel darauf zugute, daß er ihn beibehielt. Er kam sich unbedingt äußerst human vor. – Eines Nachmittags, im August, es war eine furchtbare Hitze, da quälte er sich mit einer Karre Kalk über den Fabrikhof. – Ich sah gerade aus dem Fenster, da merke ich, wie er stillsteht – wieder stillsteht, und schließlich schlägt er lang auf die Steine. – Ich lief hinzu. – mein Vater kam, andere Arbeiter kamen, aber er röchelte nur noch, und sein ganzer Mund war voll Blut. Ich half ihn ins Haus tragen. Ein Haufe kalkiger, nach allerhand Chemikalien stinkender Lumpen war er; bevor wir ihn im Hause hatten, war er schon gestorben.

HELENE: Ach, schrecklich ist das!

LOTH: Kaum acht Tage später zogen wir seine Frau aus dem Fluß, in den die verbrauchte Lauge unserer Fabrik abfloß. – Ja, Fräulein! wenn man dies alles kennt, wie ich es jetzt kenne – glauben Sie mir! –, dann läßt es einem keine Ruhe mehr. Ein einfaches Stückchen Seife, bei dem sich in der Welt sonst niemand etwas denkt, ja, ein paar reingewaschene, gepflegte Hände schon können einen in die bitterste Laune versetzen.


2. Act

Alfred Loth and Helene 

 

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LOTH: My father was a boilermaster. We lived hard by the factory and our windows gave on the factory yard. I saw a good many things there. There was a workingman, for instance, who had worked in the factory for five years. He began to have a violent cough and to lose flesh . . . I recall how my father told us about the man at table. His name was Burmeister and he was threatened with pulmonary consumption if he worked much longer in the soap factory. The doctor had told him so. But the man had eight children and, weak and emaciated as he was, he couldn't find other work anywhere. And so he had to stay in the soap factory and his employer was quite self-righteous because he kept him. He seemed to himself an extraordinarily humane person.--- One August afternoon -- the heat was frightful -- Burmeister dragged himself across the yard with a wheelbarrow full of lime. I was just looking out of the window when I noticed him stop, stop again, and finally pitch over headlong on the cobblestones. I ran up to him -- my father came, other workingmen came up, but he could barely gasp and his mouth was filled with blood. I helped carry him into the house. He was a mass of limy rags, reeking with all kinds of chemicals. Before we had gotten him into the house, he was dead.--- Scarcely a week later we pulled his wife out of the river into which the waste lye of our factory was drained. And, when one knows things of that kind as I know them now -- believe me -- one can find no rest. A simple little piece of soap, which makes no one else in the world think of any harm, even a pair of clean, well-cared for hands are enough to embitter one thoroughly.


Moderne Monologe zum Vorsprechen: 
Monologe für Männer / Schauspieler 

Rolle: Michael Kramer 
Stück: Michael Kramer 
Autor: Gerhart Hauptmann

Erscheinungsjahr: 1900 
Originalsprache: Deutsch 


4. AKT

Michael Kramer, seine Tochter Michaline und Lachmann 

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KRAMER: (sich erhebend.) Es gibt ja Leute, die ängstlich sind. Ich bin aber doch der Meinung, Lachmann, man soll sich nicht ängsten in der Welt. Die Liebe, sagt man, ist stark wie der Tod. Aber kehren Se getrost den Satz mal um: Der Tod ist auch mild wie die Liebe, Lachmann. – – Hörn Se, der Tod ist verleumdet worden, das ist der ärgste Betrug in der Welt!! Der Tod ist die mildeste Form des Lebens: der ewigen Liebe Meisterstück. Er öffnet das große Atelierfenster, leise Abendglocken. – Frostgeschüttelt. Das große Leben sind Fieberschauer, bald kalt, bald heiß. Bald heiß, bald kalt! – – – Ihr tatet dasselbe dem Gottessohn! Ihr tut es ihm heut wie dazumal! So wie damals, wird er auch heut nicht sterben! – – Die Glocken sprechen, hören Sie nicht? Sie erzählen's hinunter in die Straßen: die Geschichte von mir und meinem Sohn. Und daß keiner von uns ein Verlorner ist! – Ganz deutlich versteht man's, Wort für Wort. Heut ist es geschehen, heut ist der Tag! – Die Glocke ist mehr als die Kirche, Lachmann! Der Ruf zum Tische ist mehr wie das Brot! – (Die Beethovenmaske fällt ihm in die Augen, er nimmt sie herab. Indem er sie betrachtet, fährt er fort.) Wo sollen wir landen, wo treiben wir hin? Warum jauchzen wir manchmal ins Ungewisse? Wir Kleinen, im Ungeheuren verlassen? Als wenn wir wüßten, wohin es geht. So hast du gejauchzt! – Und was hast du gewußt? – Von irdischen Festen ist es nichts! – Der Himmel der Pfaffen ist es nicht! Das ist es nicht, und jen's ist es nicht, aber was ... – mit gen Himmel erhobenen Händen – was wird es wohl sein am Ende??? 


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