Bewertung und Kritik zu
Irgendetwas ist passiert – Volksbühne Berlin
Premiere: 30. Januar 2026
Spielort: Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
Konzept, Text und Regie: Anne und Fabian Hinrichs
Über die Inszenierung
„Irgendetwas ist passiert“ untersucht, wie Erinnerungen entstehen und wie unterschiedlich Menschen ein und dieselbe Situation wahrnehmen können. Anne und Fabian Hinrichs entwickeln einen Theaterabend, der die Grenzen zwischen Erzählung, Realität und subjektiver Wahrnehmung bewusst verwischt. Die Inszenierung arbeitet mit Brüchen, Wiederholungen und Perspektivwechseln und zeigt, wie fragil Wahrheit wird, sobald mehrere Stimmen versuchen, ein Ereignis zu rekonstruieren.
Der Abend entfaltet sich wie ein Mosaik aus Szenen, Fragmenten und Erinnerungssplittern. Figuren tauchen auf, verschwinden wieder, erzählen Widersprüchliches oder ergänzen sich gegenseitig. Dadurch entsteht ein Sog, der das Publikum mitten in den Prozess des Erinnerns hineinzieht. Die Frage, was tatsächlich passiert ist, bleibt offen – und genau darin liegt die Spannung dieser Inszenierung.
Inhalt
Im Zentrum steht ein Vorfall, der das Leben mehrerer Menschen geprägt hat. Doch je mehr die Beteiligten darüber sprechen, desto deutlicher wird, dass jede Version nur ein Teil der Wahrheit ist. Die Figuren versuchen, ein Ereignis zu rekonstruieren, das sich ihrer Kontrolle entzieht. Dabei kommen verdrängte Gefühle, alte Konflikte und widersprüchliche Erinnerungen zum Vorschein. Das Stück zeigt, wie sehr Geschichten von denen abhängen, die sie erzählen – und wie leicht sich Realität verschiebt.
Warum sich ein Besuch lohnt
- ein spannendes Spiel mit Erinnerung, Wahrheit und subjektiver Wahrnehmung
- eine klare künstlerische Handschrift von Anne und Fabian Hinrichs
- ein Ensemble, das die emotionalen Brüche der Figuren präzise herausarbeitet
- ein Abend, der lange nachwirkt und zum Nachdenken über eigene Erinnerungen anregt
- eine atmosphärisch dichte Inszenierung an einem der prägendsten Theater Berlins
„Irgendetwas ist passiert“ ist ein kluger, vielschichtiger und emotionaler Theaterabend, der zeigt, wie schwer es ist, Wahrheit zu fassen – und wie sehr Erinnerungen von Perspektiven geprägt werden.




