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Das große Heft

Bewertung und Kritik zu

DAS GROSSE HEFT – Schauspielhaus Bochum

Premiere: 1. November 2025
Nach: Ágota Kristóf
Regie: Jette Steckel
Mit: Mark Badur, Pierre Bokma, Guy Clemens, Linde Dercon, Matthias Jakisic, Risto Kübar, Ole Lagerpusch, Karsten Riedel
Ort: Schauspielhaus Bochum
Dauer: 2:00, keine Pause

Über die Inszenierung

Jette Steckel bringt Ágota Kristófs Roman „[Das große Heft](ca://s?q=Inhalt_Das_gro%C3%9Fe_Heft)“ als intensives, körperlich aufgeladenes Theatererlebnis auf die Bühne. Die Geschichte der Zwillingsbrüder, die in einer von Gewalt, Krieg und moralischer Verrohung geprägten Welt überleben müssen, wird in dieser Inszenierung zu einem schonungslosen Blick auf Kindheit, Trauma und die Mechanismen des Überlebens.

Steckel arbeitet mit starken Bildern, klaren Tableaus und einer dichten, atmosphärischen Spielweise. Die Bühne des Schauspielhauses wird zum kargen, zugleich poetischen Raum, in dem Härte und Zärtlichkeit, Brutalität und kindliche Logik untrennbar miteinander verwoben sind. Das Ensemble zeichnet die emotionale und körperliche Radikalität der Vorlage mit großer Präzision nach.

Ensemble

  • Mark Badur
  • Pierre Bokma
  • Guy Clemens
  • Linde Dercon
  • Matthias Jakisic
  • Risto Kübar
  • Ole Lagerpusch
  • Karsten Riedel

Besondere Aspekte dieser Inszenierung

  • eine radikale, körperliche Umsetzung des Kristóf‑Romans
  • eine Bühne, die Härte und Poesie zugleich sichtbar macht
  • ein Ensemble, das mit emotionaler Präzision und physischer Intensität arbeitet
  • eine Inszenierung, die Krieg, Kindheit und Moral in beklemmender Klarheit verhandelt
  • eine dichte, atmosphärische Erzählweise, die den Text neu erfahrbar macht

Die Produktion zeigt, wie Kinder in Extremsituationen Strategien entwickeln, um zu überleben – und wie Theater die Brutalität und Schönheit dieser Erzählung zugleich sichtbar machen kann.

1 Kritik

4.0 von 5 Sterne
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Bildstarke und düstere Erzählung von der Kriegstüchtigkeit
15 Stunden her.
Kritik

"Kriegstüchtig“ müsse die Gesellschaft werden, hämmert uns Verteidigungsminister Boris Pistorius immer wieder ein. Wie so ein „Abhärtungs- und Verpanzerungsprogramm“ (Hubert Spiegel) in der FAZ im Extremfall aussehen kann, exerziert Jette Steckel in ihrer Bochumer Adaption von „Das große Heft“ durch.

Auf einer abschüssigen Fläche voller Torf und mitten in einem dichten Wald aus Leuchtstäben tauscht das fünfköpfige Ensemble (Pierre Bokma, Guy Clemens, Linde Dercon, Risto Kübar, Ole Lagerpusch) die Rollen. Archaisch und düster ist die Grundstimmung, vieles erinnert optisch und atmosphärisch an Steckels „Prinz von Homburg“, die an der Berliner Schaubühne nur eine Fußnote blieb. Besser gelingt die Bochumer Bearbeitung dieses Romans, dessen lakonisch-hämmernde Sprache die Theatermacher immer wieder herausfordert.

2018 machte Ulrich Rasche daraus in Dresden ein Sprechopern-Drehbühnen-Exerzitium, Moritz Kienemann und Johannes Nussbaum entwickelten mit ihren langgezogenen Klagerufen einen besonderen Sog. Stärker verdichtet und auf weniger als zwei Stunden verknappt geht Steckel an den Roman heran: statt loopartiger Klage, die sich einbrennt, werden die wesentlichen Stationen der Zwillinge erzählt, die jedes Mitgefühl abtöten.

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