Bewertung und Kritik zu
TURANDOT – Staatsoper Stuttgart
Premiere: 7. Juni 2026
Von: Giacomo Puccini
Sparte: Oper
Künstlerisches Team
Musikalische Leitung: Valerio Galli
Inszenierung: Anna-Sophie Mahler
Bühne: Katrin Connan
Kostüme: Pascale Martin, Katrin Connan
Choreografie: Ivan Estegneev
Video: Georg Lendorff
Licht: Valentin Däumler
Chor & Kinderchor: Bernhard Moncado
Dramaturgie: Ingo Gerlach
Ensemble
- Ewa Vesin – Turandot
- Heinz Göhrig – Altoum
- Adam Palka – Timur
- Diego Godoy – Calaf
- Esther Dierkes – Liu
- Shigeo Ishino – Ping
- Alberto Robert – Pang
- Joseph Tancredi – Pong
- Jaewoung Lee – Mandarin
Chor & Orchester
- Kinderchor der Staatsoper Stuttgart
- Staatsopernchor Stuttgart
- Staatsorchester Stuttgart
Über die Inszenierung
Anna-Sophie Mahler nähert sich Puccinis „Turandot“ mit einem klaren, psychologisch fokussierten Blick. Die Inszenierung löst sich von exotisierenden Klischees und legt den Schwerpunkt auf Machtstrukturen, emotionale Kälte und die Frage nach Identität und Freiheit. Turandot erscheint nicht als bloße Eisprinzessin, sondern als komplexe Figur zwischen Trauma, Selbstbehauptung und gesellschaftlicher Erwartung.
Katrin Connans Bühne schafft einen abstrakten, zugleich kraftvollen Raum, der zwischen Ritual, Gewalt und Intimität changiert. Die Kostüme von Pascale Martin und Katrin Connan verbinden historische Anklänge mit modernen Linien und unterstreichen die Distanz und Härte der höfischen Welt. Die Videoarbeiten von Georg Lendorff erweitern die Inszenierung um atmosphärische Ebenen, während Valentin Däumlers Licht präzise emotionale Kontraste setzt.
Besondere Aspekte dieser Produktion
- eine psychologisch präzise, klischeefreie Lesart von Puccinis Oper
- eine starke visuelle Gestaltung zwischen Ritual und Abstraktion
- ein Ensemble, das vokale Kraft und darstellerische Intensität verbindet
- eine musikalisch spannungsvolle Interpretation unter Valerio Galli
- eine Inszenierung, die Macht, Angst und Befreiung neu verhandelt
Die Produktion zeigt, wie „Turandot“ jenseits exotisierender Traditionen als modernes, emotional vielschichtiges Musiktheater funktionieren kann.

