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The Time is now

Bewertung und Kritik zu

THE TIME IS NOW – Volkstheater Rostock

Premiere: 29. August 2026
Musikalische Leitung: Cindy Weinhold
Inszenierung: Catharina Fillers
Choreografie: Keith Chin in Zusammenarbeit mit der Tanzcompagnie
Bühne: Olaf Grambow
Kostüme: Andrea Eisensee
Video: Marc Willenberg
Dramaturgie: Arne Bloch
Regieassistenz: Sophie-Marie Tietje, Marthe Gappert
Inspizienz: Sofi Voskamp
Soufflage: Viola Kowski

Besetzung

Ensemble: Johanna Katharina Otte, Gabriele Katrin Heller, Andreas Bernd Färber, Martin Sebastian Degenhardt, Sandra Malin Steitz, Atze Rajko Geith, Özgür Platte, Viktoria Helen Wendt, Ben Joshua Walton
Tanzcompagnie: Norikazu Aoki, Alan González Bravo, Shoko Seki, Flurin Stocker
Piano und Gesang: Cindy Weinhold
Schlagzeug: Alex Petratos, Henning Katz
Bass: Andreas Böhm
Trompete: Lukáš Linhart
Posaune: Erik Weyer
Saxophon: Matthias Strauch
Synthesizer: Hagen Schulz-Zachow
Gitarre: Hans Sagert
Statisterie:

Über die Inszenierung

„The Time Is Now“ ist ein musikalisch‑performativer Abend, der die Energie eines Live‑Konzerts mit choreografischer Präzision und theatraler Erzählkraft verbindet. Catharina Fillers inszeniert den Abend als kraftvolle Mischung aus Musiktheater, Tanz und visueller Performance, getragen von einem großen Ensemble und einer Live‑Band.

Olaf Grambows Bühne schafft einen wandelbaren Raum zwischen Konzertbühne, urbanem Setting und abstrakter Installation. Andrea Eisensees Kostüme betonen die Individualität der Performer*innen und unterstützen die dynamische Ästhetik des Abends.

Die Choreografie von Keith Chin und der Tanzcompagnie bringt körperliche Intensität, rhythmische Präzision und emotionale Wucht auf die Bühne. Marc Willenbergs Videoarbeiten erweitern den Raum um mediale Ebenen, die die Themen Zeit, Veränderung und Selbstbehauptung visuell verstärken.

Die musikalische Leitung von Cindy Weinhold und die Live‑Band schaffen eine kraftvolle Klanglandschaft, die zwischen elektronischen Sounds, Pop‑Elementen und atmosphärischen Passagen wechselt. Arne Blochs Dramaturgie hält die Balance zwischen musikalischer Freiheit und thematischer Klarheit.

Besondere Aspekte dieser Produktion

– kraftvolle Verbindung von Live‑Musik, Tanz und Theater
– dynamische, wandelbare Bühnenästhetik
– starke choreografische Handschrift
– präzise musikalische Umsetzung durch Live‑Band
– thematische Auseinandersetzung mit Zeit, Veränderung und Präsenz

„The Time Is Now“ wird zu einem energiegeladenen, musikalisch intensiven und visuell eindrucksvollen Abend, der die Bühne in einen vibrierenden Performance‑Raum verwandelt.

1 Kritik

4.0 von 5 Sterne
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The time is now
14 Stunden her.
Kritik

Beim zweiten Musical handelt es sich um Teil einer Serie, die seit einigen Jahren im Sommertheater Rostock von der dortigen Dramaturgie ausgedacht, entwickelt und mit Musik-, Spiel- und Tanzensembles auf die Bühne gebracht wird. In den einzelnen Stücken wird jeweils einem vergangenen Jahrzehnt musikalisch und szenisch nachgespürt. Es liefen schon die 80er, und die 90er Jahre. Nun die Nuller. Das Ganze wird mit Schlagern aus dem Jahrzehnt unterfüttert. Diesmal geht es um das 2000er Jahrzehnt*. Nach dem Aufbruch in den 90ern, die die Eltern des Mädchens Johanna, Gabriele und Andreas (super gespielt von Katrin Heller und Bernd Färber), einstmals mitgemacht haben, der dann aber irgendwo steckenblieb und rückwärts lief, will die Tochter vorwärts laufen, raus aus Bad Sülze, rein nach Berlin, in die Weltmetropole.

Ich kannte keinen von den Schlagern, die das Ganze begleiteten, weil ich mehr auf Liedermacher stehe, aber das Publikum sprang auf und konnte teilweise mitsingen. Die Eltern, das Mädchen, der ungetreue Freund, die WG-Mitglieder spielten alle köstlich echt und überzeugend, sie waren wunderbar typisch gestaltet, auch die Geschichte war nett. Sie zeigte eine Generation to go, die immer auf dem Sprung ist, sich entwickeln will. An ein Vorwärtskommen glaubt. Sie zeigt Toleranz gegenüber verschiedenen Lebensformen, auch andersgeschlechtliche Liebe wurde damals etwas Normales. Liebevoll wurden auch die Eltern beschrieben, sie ließen sich mitziehen, besuchten ihre Tochter und erlebten selbst auch nochmal einen kleinen Aufbruch in die Welt ihrer verborgenen Sehnsüchte.

Fasziniert hat mich das Punkymädchen Sandra, gespielt durch Malin Steitz. Diese hat sie derart fassettenreich gespielt, es war absolut herausragend! Allein ihre Körperpräsenz, aber auch ihre Gestik, Mimik, Sprache, alles stimmte, als wäre sie selbst nie etwas anderes gewesen, als dieses kleine Punkymädchen, einsam, und doch Trost spendend, aufreizend und doch auch schüchtern, mutig, wild, spielerisch und doch auch moralisch. Ich musste über längere Passagen immer wieder nur ihr zuschauen, wunderbare, faszinierende Bühnenpräsenz! Malin Steitz hat gespielt, als ginge es um ihr Leben, und doch leicht, gleichsam schwebend, sprang sie von Szene zu Szene, kreuz und quer über die Bühne. Aber auch Katharina Otte als Johanna war sehr gut. Die perfekte Gegenfigur, neu in Berlin, scheu, etwas traurig, aber langsam freier werdend, glücklicher, aber auch nachdenklich. Auch sie gab ihrer Figur viel Wahrhaftiges, es hat Spaß gemacht und war toll anzuschauen! Musik und Tanz war wild und laut und hat auf jeden Fall viele angeregt zum Mitsingen. Ein gelungener Abend in der alten Werfthalle, wo man in der Pause mal eben an den mit rotglühender Sonne übergossenen Rostocker Hafen schlendern konnte. * The time is now, Dramaturgie: Arne Bloch, Musikalische Leitung: Cindy Weinhold, Inszenierung: Catharina Fillers, Choreografie: Keith Chin plus Tanzcompagnie, Bühne: Olaf, Kostüme: Andrea Eisensee, Video: Marc Willenberg.

Anja Röhl
https://anjaroehl.de/

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