Hans Otto Theater Potsdam
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Lazarus - Lonely Child

Bewertung und Kritik zu

LAZARUS - LONELY CHILD
Geistliches Musiktheater
Regie: Frederic Wake-Walker 
Premiere: 22. November 2019 
Hans Otto Theater Potsdam 

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Zum Inhalt: Die diesjährige Potsdamer Winteroper wagt ein Experiment und vereint zwei Klangwelten an einem Abend. Im Zentrum steht der biblische Lazarus, von dem das Johannes-Evangelium berichtet, er sei vier Tage nach seinem Tod durch Jesus wieder zum Leben erweckt worden. Franz Schuberts Religiöses Drama „Lazarus“ von 1820 für Solist*innen, Chor und Orchester ist als Fragment überliefert und das Wunder der Auferstehung nicht vertont. Die Frage nach dem ewigen Leben und der Unendlichkeit ist offen. Ein neuer Klangkosmos, geschaffen von dem kanadischen Komponisten Claude Vivier in seinem „langen Lied der Einsamkeit“, sucht nach einer Antwort: „Lonely Child“ für Sopran und Kammerorchester von 1980 komplettiert Schuberts unvollendetes Oratorium.

Musik von Franz Schubert und Claude Vivier
Text von August Hermann Niemeyer und Claude Vivier

Musikalische Leitung: Trevor Pinnock
Regie und Bühne: Frederic Wake-Walker
Kostüme: Linda Tiebel
Choreinstudierung: Johannes Lang
Choreographische Mitarbeit: Rosabel Huguet Duenas
Dramaturgie: Carola Gerbert

1 Kritik

3.0 von 5 Sterne
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Nicht genug
6 Jahre her.
Kritik
''Trevor Pinnock, eine durchaus luxuriöse Personalie, pflegt mit der – vorzüglich aufgestellten – Kammerakademie Potsdam einen eiklaren, nahrhaften, aber niemals fetten Klang. Pinnock ist lockerer geworden (in der Alten Musik, wo er herkommt, war er früher immer etwas hüftsteif). Auch dass er sich auf den Zwanzigminüter von Claude Vivier eingelassen hat, spricht für ihn. Der Hinweis auf diesen 1983 ermordeten Komponisten mag durchaus ernstzunehmen sein. Ob allerdings mit diesem nach Ravel und Messiaen klingenden Werk (obwohl Vivier Schüler von Stockhausen war), weiß ich nicht so recht. Mit 90 Minuten Dauer und zwei kaum eigenständigen Werken steht der Abend auf zu schwachen Füßen da. Die Künstler sind sehr gut, ebenso die zwischen Nazarenern und Stanley Kubrick oszillierenden Kostüme. Zwei Nichtigkeiten indes ergeben noch kein Etwas. Das Interesse an Schubert, obwohl dieser hier einige herrliche Bläserstellen komponiert hat, scheint mir zu musikwissenschaftlich motiviert. Gröber gesagt: Was geht mich das an, wenn Trevor Pinnock das Werk dirigieren möchte? – Zu wenig ist immer noch nicht genug.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf rbbKultur
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