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Bewertung und Kritik zu

DIE BORDERLINE PROZESSION
von Kay Voges, Dirk Baumann und Alexander Kerlin
Regie: Kay Voges
Premiere: 15. April 2016 (Uraufführung) 
Theater Dortmund

Zum Inhalt: Jetzt! 23 Schauspieler, ein bewohntes Haus mit zehn Zimmern, Dachterrasse, Pool, Garage und bewachter Außenfront. Davor ein mysteriöser Parkplatz mit einem verlassenen Plymouth Voyager Van: Ein Innen und ein Außen, scharf getrennt durch eine Mauer aus Beton und Draht. In dem Haus und auf dem Parkplatz die Gleichzeitigkeit des Ungleichen – zahllose Szenen mit über fünfzig Figuren. Das Leben in allen Facetten: Geburt und Tod, Lachen und Tragödie, Liebe und Politik, Handeln und Stillstand, Hoffnung und Verzweiflung, Ankommen und Wegsehnen – Eruptionen von Gewalt und die Sanftmut des Friedens.
Um das Haus zieht die Prozession, die einer Kamera folgt wie einem Heiligtum. Die Kamera gewährt dem Publikum Einblicke in die Poesie des Alltags, die Unbarmherzigkeit der Krise und die Heiligkeit der Erlösung: Da ist der Mann, der Zwiebeln schneidet. Das Paar bei der Abendtoilette. Die Frau am Kiosk. Die einsame Braut. Der traurige Mann an der Hantelbank. Der Junge der auf den Bus wartet. Die frisch gebackene Mutter. Der Kriegsheimkehrer. Kurz: Die Menschen im Haus – und die vor der Tür. Gedanken, Bilder und Musik aus 5000 Jahren Kulturgeschichte. Was hält diese ganze verdammte Schöpfung und ihre zahllosen Einzelteile eigentlich immer noch zusammen?

Mit: Andreas Beck, Raafat Daboul, Ekkehard Freye, Christian Freund, Frank Genser, Caroline Hanke, Marlena Keil, Bettina Lieder, Eva Verena Müller, Peer Oscar Musinowski, Uwe Rohbeck, Wiebke Rüter, Uwe Schmieder, Julia Schubert, Alexandra Sinelnikova, Friederike Tiefenbacher, Merle Wasmuth

Regie: Kay Voges
Director of Photography: Voxi Bärenklau
Bühne: Michael Sieberock-Serafimowitsch
Kostüme: Mona Ulrich
Komposition / Live-Musik: Tommy Finke
Video-Art / Live-Schnitt: Mario Simon
Live-Sound / Video-Assistenz: Joscha Richard
Dramaturgie: Dirk Baumann, Alexander Kerlin
Licht: Sibylle Stuck
Ton: Gertfried Lammersdorf
Coding: Lucas Pleß



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2.5/5 Insgesamt 2 Bewertungen (1 mit Rezension)
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Zähe Collage mit eingestreuten philosophischen Schnipseln
  · 25.10.17
Die Produktion aus dem Dortmunder Megastore war zum Berliner Theatertreffen 2016 eingeladen und wurde dort in den Rathenau-Hallen in Oberschöneweide gespielt. 

Wer den LIDL-Parkplatz und die Pfützen vor dem Eingang überquert hat, trifft dort auf eine bizarres Ritual: stoisch umkreist das Ensemble mehrstöckige Aufbauten, schwenkt das Weihrauchfass und singt dabei voller Inbrunst „In a manner of speaking“ von Tuxedomoon. Willkommen bei der „Borderline Prozession“ des Schauspiels Dortmund. 

In jeder Wabe dieses verschachtelten Ungetüms quälen sich Menschen durch ihren „Alltag“, wie der 1. Teil des knapp dreistündigen Abends überschrieben ist. Ein älteres Paar sitzt beim Frühstück, ein junges Paar duscht und kuschelt, ein Mann trainiert auf dem Rad und entspannt anschließend im Whirlpool, ein Mann legt sich ins Bett. Wieder und wieder spielen sich diese banalen Szenen ab: fast alle gleichzeitig, alle live auf große Videowände übertragen. Der Zuschauer steht vor der Frage, wohin er zuerst blicken soll. Wie im richtigen Leben wird er immer nur einen Ausschnitt der Realität wahrnehmen. Das zähe Treiben wird mit eingestreuten philosophischen und erkenntnistheorischen Schnipseln unterlegt, eine Collage aus Bibel-Texten, Deleuze-Fragmenten und einigem mehr. Weiterlesen
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