Hänsel & Greta & The Big Bad Witch

    Bewertung und Kritik zu

    HÄNSEL & GRETA & THE BIG BAD WITCH
    von Kim de l'Horizon
    Regie: Ruth Mensah
    Premiere: 22. September 2022 
    Bühnen Bern 

    Zum Inhalt: Damals, im Märchen, wurden Kinder in den Wald geschickt, wenn es kein Brot mehr gab. Und Kinder, die in den Wald geschickt werden, gibt es heute noch, aber den Wald nicht. Der ist jetzt eine planetare Monokultur, um VITALIN anzubauen, was alle schlürfen, um juicyer zu werden. Greta möchte aber lieber die Welt retten und erhält unerwartet Hilfe von der Hexe, die gar nicht böse ist, sondern «bad-ass». Aber was heisst das eigentlich, «die Welt retten»? Welche Teile der Welt wollen wir denn retten? Und wer ist dieses WIR? Dürfen die Nichtmenschen auch mitreden, also Flechten, Pilze, Cyanobakterien, die Welt selbst?

    Dieses glitzernde, nach moosigem Prosecco riechende Klimastück ohne Klima ist im Rahmen der Hausautor*innenschaft von Kim de l’Horizon am Schauspiel Bern entstanden und Teil 1 von de l’Horizons Septologie des «Posthumanistischen Theaters». Inszeniert wird die Uraufführung von der Regisseurin Ruth Mensah, die jüngst zum Körber Studio Junge Regie eingeladen wurde und in der letzten Spielzeit Vera Schindlers Gigiwonder. Die Geschichte eines Beins am Schauspiel Bern zur Uraufführung gebracht hat.

    Regie: Ruth Mensah
    Bühne: Ruth Mensah
    Kostüme: Shayenne Di Martino
    Dramaturgie: Julia Fahle


    WIR EMPFEHLEN

    2.0 von 5 Sterne
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    Verliert sich im Haraway-Kosmos
    8 months ago
    Kritik

    Die vier jungen Spieler*innen (drei am Anfang ihrer Karriere, einer noch im Studium) springen in den 75 Minuten von Rolle zu Rolle, vor allem Julius Engelsbach ist mit sehr häufigen Kostümwechseln beschäftigt. Er verkörpert all die Pilze, Flechten und futuristischen Geschöpfe, die bei Haraway eine so große Rolle spielen.

    In hohem Tempo werden Anspielungen auf den Klimakrisen-Diskurse und den Haraway-Text abgefeuert, das Märchen von Hänsel und Gretel und der bösen Hexe bleibt als Rahmenhandlung ebenfalls andeutungsweise präsent.

    Kim d´Horizons beim Berliner Gastspiel mit dem Hermann Sudermann-Preis ausgezeichneter Text hat aber mit demselben Problem wie frühere Haraway-Auseinandersetzungen, z.B. „The Shape of Trouble to come“ des FARN-Kollektivs um Sandra Hüller, zu kämpfen. Ähnlich wimmelbildartig und hektisch geistern die Figuren in den skurrilsten und schillerndsten Kostümen durch die Haraway-Gedankenwelt, ohne bleibenden Eindruck zu hinterlassen, wenn die Fragmente in so hohem Tempo und ohne einordnenden Kontext in einer spaßigen Performance geboten werden.

    Weiterlesen: https://daskulturblog.com/2023/05/09/hansel-greta-the-big-bad-witch-theater-kritik/

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    Hänsel & Greta & The Big Bad Witch
    9 months ago
    Kritik

    ''Das ist ein knalliger Öko-Spaß, wenn man gefühlt auch nur die Hälfte versteht. Es erinnert ein wenig an Stücke von Ferdinand Schmalz. Eine sehr bildliche Sprache mit Hang zur Poesie, die zuweilen allerdings etwas ins kindlich Verniedlichende abrutscht. Da wird dann auch mal schräg gereimt oder mit Anglizismen („meine Tenderness die ist ein elevator ohne groundfloor“) und anderen Worterfindungen um sich geworfen. Um da einen Break zu machen, wendet sich das Ensemble immer wieder ans Publikum. Da wird ein Pilz gesucht, der sich unter einem Zuschauersitz befindet, oder das richtige Atmen geübt. Ansonsten geht das Weltenrettungs-Spektakel in viel Geschrei und Gehampel unter. Dass es der Mensch ist, der die Erde bis zur Klima-Katastrophe selbst zuscheißt, hat man schnell verstanden. Dazu braucht es keine „Evolution der Kacke“. Gretas Ansprache für eine „Welt zum drin Okaysein“ wirkt da schon etwas verzweifelt. Das große „posthumanistische Happy End“ lautet dann „die große Symbiose aller Lebewesen“. Da bleibt für weitere Teile nicht mehr viel übrig. Fürs Erste gab es aber schon mal den Hermann-Sudermann-Preis für Dramatik.'' schreibt Stefan Bock am 8. Mai 2023 auf KULTURA-EXTRA

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