Ku´damm 56

Bewertung und Kritik zu

KU´DAMM 56
von Peter Plate, Ulf Leo Sommer und Annette Hess
Premiere: 28. November 2021 
Theater des Westens Berlin

Zum Inhalt: 1956 wurde der Rock'n'Roll geboren, der Nachwuchs brach erstmals nach dem Krieg mit klassischen Rollenmustern. Der vitalisierende Geruch des Neubeginns lag wie frühlingshafter Morgentau in der Luft. Und im Mikrokosmos der Tanzschule Galant am Kurfürstendamm wurde beispielhaft fürs ganz Land mit dem Mief antiquierter Lebensvorstellungen gebrochen.

Die mehrfache Grimme-Preisträgerin und Autorin der Geschichte, Annette Hess, hat sich mit Peter Plate und Ulf Leo Sommer (dem Songschreiberteam für Rosenstolz, Max Raabe, Sarah Connor) zusammengesetzt - gemeinsam entstand die Bühnenversion KU’DAMM 56 – DAS MUSICAL.

Die Geschichten vom Ku’damm faszinieren über Generationen hinweg, der ZDF-Event „Ku’damm 56“ wird von einem Millionenpublikum begeistert aufgenommen. Die Schicksale der Tanzschulinhaberin Catherina Schöllack und ihrer drei Töchter bewegt nicht nur die, die die 1950er erlebt haben, nicht nur deren Kinder, sondern auch die Enkel. Zwischen Wirtschaftswunder und Rebellion, Unterdrückung und Emanzipation, im lustvollen Kampf um die freie, die erste und die späte Liebe.

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Zeitgeschichts-Panorama mit Berlin-Hymne
  · 25.07.22
Annette Hess, die Drehbuchautorin der Vorlage, schrieb auch das Libretto für das Musical und dampfte die melodramatisch verwickelten Handlungsstränge um die strenge Matriarchin Caterina Schöllack und ihre drei Töchter Monika, Helga und Eva, für die sie eine gute Partie sucht, auf knapp 2,5 Stunden inklusive Pause ein.

Immer noch spannt die gekürzte Handlung ein weites Zeitgeschichtspanorama, erzählt von Enteignung jüdischer Familien, Verbrechen von Ärzten in KZs, der verdrängten Homosexualiät von Schwiegersohn Wolfgang und der Lebensfreude der „unmöglichen“ Monika, die nicht in den vorgeplanten Bahnen feststecken möchte.

Dass der Abend funktioniert, liegt vor allem an der Musik, die Ex-Rosenstolz-Duo Peter Plate und Ulf-Leo Sommer komponierten: Sie treiben die Handlung voran und kulminieren in der mitreißenden „Berlin, Berlin“-Hymne zum Finale.

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