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Bewertung und Kritik zu

TOTER HUND IN DER CHEMISCHEN REINIGUNG: DIE STARKEN
von Angélica Liddell
Realisation: Angélica Liddell
Premiere: 30. März 2017 
Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin

Europa in einer dystopischen Zukunft: Die Regierung hat die Phase der »Sicherheit« ausgerufen. Alle Migranten sind deportiert, jede Kriminalität eliminiert. Nur in einer chemischen Reinigung treffen fünf marginalisierte Existenzen aufeinander, in deren Geschichten buchstäblich die »schmutzige Wäsche« gesellschaftlich verdrängter Erniedrigung, Ausgrenzung und Schuld ans Tageslicht kommt.

Mitarbeit Regie: Gumersindo Puche

Sounddesign: Antonio Navarro
Licht: Carlos Marquerie
Dramaturgie: Florian Borchmeyer


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Europas Schmutzwäsche in der Reinigung
  · 19.10.17
Die radikale Performancekünstlerin Angélica Liddell trifft mit >>Toter Hund in der Chemischen Reinigung: die Starken<< verschiedene Nerven von Europa und verlangt nach einem Humanismus, der gegen alles rebelliert, was den Menschen verletzt.
Momentan hat Europa viel dreckige Wäsche zu waschen. Deswegen ist es kaum verwunderlich, dass sich Europas dystopische Zukunft in einer chemischen Reinigung befindet, in der fünf unterschiedliche Existenzen auf einer Wiese des Unbewussten aufeinandertreffen, um ihre Schmutzwäsche bei dem Reinigungsangestellten Octavio (Ulrich Hoppe) zu reinigen. Bevor sich Octavio an der Wäsche vergeht, erschlägt er einen Hund, der bei so viel Blut aussieht, wie ein Mensch. Im lebenden Zustand, ist der Hund aber wesentlich mehr Wert als ein Mensch, versichert uns der Schauspieler Damir Avdic. Er muss wegen der >>scheiß Dreckschlampe von Regisseurin<< einen Hund spielen, weil ein Schauspieler günstiger ist als ein Hund. Um seinen Ärger Ausdruck zu verleihen, macht er erst mal einen Stuhl kaputt. Die weiteren Darsteller folgen ihm. Zerstören und aufräumen, wie im Kriegszustand. Und nun zu Rousseaus Gesellschaftsvertrag, mal schauen, was wir hier unterschrieben haben. ... Weiterlesen
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Toter Hund in der Chemischen Reinigung: die Starken
  · 31.03.17
''Ein zynisches Herbeten von Phrasen. Eine sehr pessimistische Zivilisation- und Gesellschaftskritik. Iris Becher im schmutzigen Rokokokleid phantasiert noch vom Sperma ihrer Liebe, das sie sich spritzen will. Eine Poesie, die etwas am hehren ernsten Ziel der Veranstaltung vorbeischießt. Die Rettung, wie es der tote Hund formuliert, wäre ein Humanismus, der rebelliert, die Macht in Frage stellt. Davon ist hier leider wenig zu spüren. Die diskursive Dichte eines Pollesch-Textes erreicht das mit viel theoretischem Ballast aufgeblasene Pamphlet nie. Eher noch die visuelle Pathetik eines Romeo Castellucci, den wir noch am Ende des Festivals zu sehen bekommen.'' schreibt Stefan Bock am 31. März 2017 auf KULTURA-EXTRA
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Pseudo-Provokation
  · 31.03.17
''Auch ästhetisch kann der Abend nicht überzeugen. Sechs Schauspieler schreien sich und das Publikum fast drei Stunden lang an, strecken den Zuschauern den nackten Hintern entgegen und beschimpfen sie. Sie randalieren, wühlen im Dreck – und ziehen noch viele weitere Klischees aus der Mottenkiste des Performance-Theaters.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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Angelica Liddells Dystopie an der Schaubuehne
  · 30.03.17
Die Prostituierte Getsemani (Iris Becher), der Reinigungschef Octavio (Ulrich Hoppe), der neurotische Museumswächter Lazar (Lukas Turtur) oder die pädophile Lehrerin Hadewijch (Veronika Bachfischer) werden vom Zeremonienmeister Combeferre (Renato Schuch) angeleitet, Szenen aus ihrem Leben nachzuspielen. Außerdem kontrastiert Liddell das bildungsbürgerliche Erbe Europas (die Aufklärung Diderots, den Gesellschaftsvertrag Rousseaus, die Barockmusik Rameaus) mit einer Dystopie eines abgeschotteten Kontinents, der alle Flüchtlinge erfolgreich ausgesperrt, die Kriminalität eliminiert hat und zum Hochsicherheitsgefängnis erstarrt ist. Diese einzelnen Teile des mit fast drei Stunden zu langen, sehr holprigen Abends ergeben jedoch kein schlüssiges Ganzes. Weiterlesen
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