Die Affäre Rue de Lourcine (1988)

Bewertung und Kritik zu

DIE AFFÄRE RUE DE LOURCINE
von Eugène Labiche
Regie: Klaus Michael Grüber 
Premiere: 20. Juni 1988 
Schaubühne am Lehniner Platz Berlin

Zum Inhalt: Nach einer durchzechten Nacht erwacht Lenglumé mit Filmriss. Wer ist der fremde Mann in seinem Bett, der sich Mistingue nennt, und woher kommt er? Die morgendliche Zeitungslektüre bestätigt alle Befürchtungen: In der Rue de Lourcine wurde ein Mädchen ermordet. Und alle Indizien verweisen auf Lenglumé und Mistingue als Täter. 
Klaus Michael Grübers erste Inszenierung einer Komödie war ein »Triumph der Schaubühne« - »durch die wundervolle, pausen-, ja: atemlose Aufführung von gerade 90 Minuten weht die Frischluft eines tosenden Gewitters.« (Rolf Michaelis)

Mit: Udo Samel, Peter Simonischek, Imogen Kogge, Sylvester Groth, Roland Schäfer

Regie: Klaus Michael Grüber 
Bühnenbild: Francis Biras
Kostüme: Moidele Bickel 
Musik: Peter Fischer


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Entschleunigte Groteske
  · 01.01.21
Nach durchzechter Nacht und einem Filmriss vermuten zwei Männer (gespielt von Udo Samel und Peter Simonischek), dass sie eine Frau umgebracht haben. Die französische Groteske lebt von der Situationskomik: mit jedem Versuch, den vermeintlichen Mord zu vertuschen, verstricken sie sich in neue Schwierigkeiten.

Wenn man den ZDF-Mitschnitt der Inszenierung ansieht, ist es überraschend, wie entschleunigt und fast wie in Zeitlupe Klaus-Michael Grüber die Komödie damals inszeniert ist. Der Abend wirkt deshalb streckenweise sehr betulich. Karin Henkel inszenierte die Labiche-Komödie 2016 am DT Berlin mit mehr Tempo, steuerte rasant auf die Pointen zu und ließ vor allem Anita Vulesica in der Rolle der Ehefrau Norine zu großer Form auflaufen, während diese Figur bei Imogen Kogge an der Schaubühne am Rand des Geschehens blieb.
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