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Bewertung und Kritik zu

ICH IST EIN ANDERER DIESES WIR BIN NICHT EINE PFEIFE (METAWARE)
Eine Lecture Performance von und mit Mark Waschke
Premiere: 2. März 2019 
Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 

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Zum Inhalt: Wo ist denn nun die Grenze zwischen mir und der Welt? Wenn ich die Welt in mir spüre, und mich in der Welt sehe, spüre ich dann auch die Grenze, die Trennung, oder sind diese kleinen Schlupflöcher auch Teil des Ganzen, als dessen Teil ich mich zu fühlen meine? Wenn ich spiele und mich spielen spüre, mich sehe beim Spielen, die Verwandlung reflektiere, findet sie dann überhaupt statt? Ist die Transformation, wenn sie in der Reflexion stattfindet, nicht eher Teil der Reflexion als der Transformation? Braucht es nur Theater mit Geschichten? Oder sollten wir die Geschichten zerstören, indem wir sie anders erzählen, oder gar nicht mehr erzählen? Aber Theater muss doch sein! Oder eben nicht. Das muss doch wirklich alles nicht sein. Kannst du mir das glauben? Kannst du dir das selber glauben? Glaubst du dir das wirklich? Was ist das, wirklich? Ist das noch wirklich? Und wie stelle ich diese Wirklichkeit dar? Wie stelle ich mich denn dar? Es geht um die Beziehung zur Welt, zu den anderen, es geht doch um Beziehungen. Wer sind denn die anderen? Bin ich nicht der andere? Verläuft die Grenze nun zwischen oben und unten oder zwischen ich und den anderen, bin ich eine Pfeife? Das ist kein Zeichen. Wie soll ich die denn lesen? Verstehst du was ich meine? Verstehe ich, was ich meine? Verstehe ich mich noch? Kannst du das noch mal so machen, dass ich es dir glaube? Spiel’s doch einfach mal so, dass du es dir selber glaubst. Das ist doch keine Glaubensfrage. Lauter Fragen. Kann das Theater nicht auch mal Antworten geben? Ist das denn überhaupt noch Theater? Müssen wir das denn immer genau benennen, was wir da tun? Wollen wir denn immer ganz genau wirklich wissen, was wir da tun? Wenn wir bedenken, was wir tun, während wir es tun, können wir es dann wirklich einfach noch bedenkenlos so tun? Vielleicht sollten wir einfach nur so tun, als ob wir es tun. Ich du er sie es. Wir ihr sie.

Mark Waschke spricht wahrscheinlich Texte, singt vielleicht ein Lied und übt sich bestimmt in psychophysischer Präsenz.

Einrichtung Raum: Jan Pappelbaum
Dramaturgie: Nils Haarmann
Dramaturgische Mitarbeit: Marcus Peter Tesch


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Plauder-Performance mit Seitenhieben
  · 03.03.19
Hinter diesem monströs langen, nach Pollesch klingenden Titel verbirgt sich ein Projekt von Schaubühnen- und Tatort-Star Mark Waschke, die als „Lecture Performance“ firmiert. Carolin Emcke hat ihn mit ihrer feministischen Lesung „Ja heißt ja…“ inspiriert, dass er dieses Format auch mal ausprobieren möchte, erzählt Waschke, als er mit dem Schrubben der Globe-Bühne fertig ist.

Eine theoriegesättigte, mit allen Diskurswassern gewaschene Lecture, wie sie Emcke bot, hat Waschke allerdings nicht im Sinn. Stattdessen entwickeln sich die 90 Minuten zu einer charmanten Plauderei, die vom Hölzchen aufs Stöckchen springt. Typisch für Waschke ist, dass er ganz ungeschützt über sein Privatleben, seine erotischen Phantasien und auch über seine Trennung spricht. Im Stil des Gorki Theaters einige Kilometer östlich bleibt auch bei ihm offen, wie viel davon wahr ist und was einfach nur gut erfunden oder einer Laune des Augenblicks entsprungen ist. Ebenfalls typisch für Waschke ist, dass er das Publikum anspricht und mit ihm flirtet, hier wird fast jeder*r mal angesprochen.

Kleine Musik- und Gesangseinlagen (begleitet von Oliver Urbanski) lockern den launigen Abend auf. Mit Vorliebe arbeitet sich Waschke allerdings an seinem Schauspielerkollegen Lars Eidinger ab.

Die Performance „Ich ist ein anderer…“ ist dank des sympathischen Plaudertons von Waschke kurzweilig, aber streckenweise doch etwas banal. Die 90 Minuten ziehen sich etwas in die Länge, straffe 45-60 Minuten wären eine bessere Lösung gewesen.

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