Stage Musicals

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to TwitterSubmit to LinkedIn

Bewertung und Kritik zu

HE? SHE? ME! FREE.
ein Projekt von Patrick Wengenroth
Premiere: 13. Dezember 2018 
Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 

eventimTICKETS ONLINE KAUFEN

Zum Inhalt: Nach »thisisitgirl« und »LOVE HURTS IN TINDER TIMES«, in denen er sich bereits kopfüber hineinstürzte in dieses Dickicht aus Liebe, sozialen und biologischen Bedingtheiten, Gender und Gender Trouble, taucht Patrick Wengenroth in seiner neuesten Arbeit nun mitten hinein in die komplexen Tiefen der Gender-Fluidität. Ließe sich den fixen Zuschreibungen und Kategorien vielleicht der Gedanke eines permanenten Werdens entgegensetzen?

Mit: Bernardo Arias Porras, Iris Becher, Matze Kloppe, Eva Meckbach, Ruth Rosenfeld, Patrick Wengenroth

Realisation: Patrick Wengenroth
Bühne: Mascha Mazur
Kostüme: Ulrike Gutbrod
Musik: Matze Kloppe
Dramaturgie: Bettina Ehrlich
Dramaturgische Mitarbeit: Marcus Peter Tesch


Wie fandest du das Stück?
- ein Klick auf die Sterne -
Schreibe eine Kritik
3.7/5 Insgesamt 3 Bewertungen (3 mit Rezension)
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Revue über Alternativen zu patriarchalen, heteronormativen Strukturen
  · 13.12.18
Wengenroths „He? She? Me! Free“, bei dem er wie natürlich wieder live auf der Bühne mit dabei ist und das er wie üblich mit seinem Ensemble entwickelt hat, könnte man als Mix aus folgenden Zutaten beschreiben: eine kleine Prise Gender Studies-Diskurs und Pollesch-Schnipsel, dazu eine Portion pseudo-autobiographischer Anekdoten á la Gorki und schließlich zur Krönung schöne Songs. Zur Klavierbegleitung seines Stamm-Musikers Matze Kloppe glänzen vor allem Eva Meckbach und Ruth Rosenfeld musikalisch.

Die zwei Stunden sind durchaus unterhaltsam. Assoziativ kreisen die Spieler*innen um ihr Thema. Herausragende Höhepunkte bleiben aus dieser Nummernrevue nicht im Gedächtnis, dafür gibt es aber auch keine größeren Durchhänger oder Längen. Die „Evas“ beklagen sich, dass sie in einem Korsett aus Rollenerwartungen eingezwängt und ständig taxiert werden. Ein „Eva – Adam“ (Bernardo Arrias Poras) setzt eine Transgender-Emanzipations-Geschichte als positives Beispiel dagegen.

Als roter Faden ziehen sich Geschichten von Normierung und Einschnürung der Sexualität durch den Abend: Ruth Rosenfeld erzählt davon, wie mühsam sie sich angeblich aus der Enge ihrer jüdisch-orthodoxen Mädchenschule in Brooklyn und einer arrangierten Zwangsehe freikämpfen musste. Ebenso fiktiv sind Eva Meckbachs Schilderungen der zahlreichen Operationen, mit denen sie als angeblich Intersexuelle in eine binäre Geschlechterlogik hineingepresst worden sei.

Damit es bei solch ernsten Themen nicht zu schwermütig wird, folgt gleich danach der nächste Popsong, den das Ensemble schmettert, das mit Gitarren auf Hockern wie um ein Lagerfeuer herumsitzt.

Weiterlesen
WAR DIE KRITIK HILFREICH FÜR DICH?
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Let it flow!
  · 16.12.18
''So diskutiert das Ensemble im Pollesch-Stil über heteronormative Strukturen und Privilegien, über die Vor- und Nachteil Adam oder Eva zu sein. In kleinen pseudopersönlich Berichten, wie man sie auch aus Produktionen etwa von Yael Ronen im Maxim Gorki Theaters kennt, erzählt z.B. Ruth Rosenfeld über ihre Jugend in einer ultraorthodoxen jüdischen Community in New York, wo sie zwangsverheiratet wurde und gegen ihren patriarchalen Ehemann opponieren musste. Sie gilt seitdem für ihre Familie als tot. Oder Eva Meckbach und Bernardo Arias Porras berichten aus ihrem Leben als Zwitter und Transsexuelle mit einschneidenden Geschlechtsanpassungen. Der eigene Körper wird dabei zum Feind. Kleine Sketsche lockern das Ganze etwa auf, wenn etwa Ruth Rosenfeld und Eva Meckbach als Mann-Frau-Puppen kostümiert ein kleines Genderkabarett aufführen, oder Bernardo Arias Porras über seinen „friedensnobelpreisgekrönten“ Schwanz monologisiert. 

Unterbrochen wird das Spiel immer wieder von Musikeinlagen, die vom Ensemble passend zum Thema zusammengestellt wurden. „Music is a Spacemaker“, weiß Ruth Rosenfeld. Und so nimmt sie an diesem Abend auch entsprechenden Raum ein. Was Worte nicht vermögen, schaffen vielleicht ein paar gute Songs. Und so performt Bernardo Arias Porras Du lässt dich gehen von Charles Aznavour, Ruth Rosenfeld interpretiert Neneh Cherrys Song Woman, oder Iris Becher singt I Think I'm Paranoid von Garbage, bevor dieser recht lockere, die Differenz feiernde Abend mit der Queen-Hymne I want to break free zu Ende geht, nicht ohne dem Publikum noch eine weitere Zugabe zu gönnen.'' schreibt Stefan Bock am 17. Dezember 2018 auf KULTURA-EXTRA
WAR DIE KRITIK HILFREICH FÜR DICH?
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Sympathischer, leichter Abend
  · 14.12.18
''Jüngere Großstadtmenschen, die die Songtexte verstehen, mit Popkultur sozialisiert wurden und Wengenroths urbaner Salon-Anarchie etwas abgewinnen können, finden deutlich leichter einen Einstieg in die Inszenierung. Dann ist es trotz Diskursthematik ein sympathischer, leichter Abend, der von der Nähe zu den Schauspielern lebt. Man sitzt so dicht beieinander, dass man sich wie mit Freunden im Hobbykeller fühlt. Auch, weil die Spieler nie wie beim Konzert frontal ins Publikum singen, sondern entspannt zur Seite oder sogar mit dem Rücken zum Parkett – als ob sie für sich Musik machen, nicht für die Zuschauer.

Ebenso warm und menschlich werden die Identitätsfragen diskutiert. Auf zwei Stunden entfaltet das seine Wirkung: Während am Anfang die extremen Highheels ins Auge stechen, die Wengenroth zu seinen Jogginghosen trägt, der bunte Nagellack von Bernardo Arias Porras, Iris Bechers Oberlippenbart – meint man am Ende: klar, ganz normal.

"He? She? Me! Free." ist kein ästhetisch brillanter oder weltumstürzender Konzert-Abend, doch gute, nachhaltige Unterhaltung, vom Publikum gefeiert. Und auch die Kritikerin kam durchaus beschwingt aus dem Theater.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
WAR DIE KRITIK HILFREICH FÜR DICH?
Um eine Kritik zu schreiben musst du dich anmelden:

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN


eventim Reservix Ticketing System
BERLIN

Stage Musicals

HIER KÖNNTE IHRE 
WERBUNG STEHEN
ab 10 € / Woche

ANZEIGE

Schaubühne am Lehniner Platz
www.schaubuehne.de
Kurfürstendamm 153 - 10709 Berlin
Telefon: 030 890023
SPIELPLAN & KARTEN

eventim

3.1
Durchschnittsnote aller Stücke
5 39
4 121+
3 97
2 80
1 44
Kritiken: 138

TICKETS BEI EVENTIM KAUFEN
Warenkorb anzeigen

HIER KÖNNTE IHRE 
WERBUNG STEHEN
10 € / Woche
ANZEIGE

ANZEIGE

 AUF DER BÜHNE © 2019                            

ANZEIGE