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    Hebbel am Ufer (HAU)
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    SPIELPLAN & KARTEN

    COLONIA DIGITAL: The Empire Feeds Back

    Bewertung und Kritik zu

    COLONIA DIGITAL: The Empire Feeds Back
    von andcompany&Co.
     
    Berliner-Premiere: 19. Januar 2018 
    Hebbel am Ufer (HAU3), Berlin 
    KARTEN ONLINE BESTELLEN 

    KARTEN ONLINE BESTELLENZum Inhalt: Das Internet ist kaputt. Es hat sich als Medium des Verschwindens par excellence erwiesen. Das nächste, was verschwinden wird, ist der Begriff 'Internet'. andcompany&Co. ist vor den manischen Maschinen in die Wüste geflohen, in die Ruine eines stillgelegten Datencenters. Versteckt zwischen toten Daten versucht das Berliner Kollektiv, eine Verbindung herzustellen zu einer verschwundenen Vergangenheit. In Erinnerung an die vergessenen sozialistischen Ursprünge des Internets haben sie den Control-Room nachgebaut, den Allende kurz vor Pinochets Putsch einrichten ließ: jene “Kommunistenmaschine”, welche die gesamte Wirtschaft in Echtzeit steuern sollte. In den Echokammern des stillgelegten Internets geistern Stimmen herum aus einer Zeit, bevor das Netz von einer Armee von Trollen erobert und von Social Bots beherrscht wurde: “At last, el pueblo!”

    Mit Alexander Karschnia, Nicola Nord, Sascha Sulimma&Co.

    Konzept & Regie: andcompany&Co.
    Text: Alexander Karschnia&Co.
    Bühne: Jan Brokof&Co.
    Video: Kathrin Krottenthaler
    Lichtdesign: Sebastian Zamponi
    Kostüme & Mitarbeit Bühne: Franziska Sauer&Co.
    Ton: Mareike Trillhaas
    Regieassistenz: Verena Rebekka Katz
    Technische Leitung: Holger Müller, Marc Zeuske
    Company Management: Monica Ferrari

    3.0 von 5 Sterne
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    Der Traum vom Internetsystem aus alten Zeiten
    6 Jahre her.
    Kritik
    ''Ein schöner Traum von einem dritten Weg zwischen Wachstum und Krise des Kapitalismus und kommunistischer Planwirtschaft, der nach dem Putsch Pinochets und dem Tod Allendes allerdings rasch beendet war. Was blieb, war ein interessantes zukunftsorientiertes Organisations-, Kontroll- und Optimierungssystem. Alexander Karschnia erklärt es anhand des von Stafford Beer entwickelten 5stufigen Systemmodels, an dessen Spitze das Volk stehen sollte. Allerdings um die Kontrolle wieder zu erlangen, müsste es erstmal zum kontrollierten bzw. auch unkontrollierten Absturz des jetzigen Systems kommen, was ungefähr gleichbedeutend dem Warten auf die Selbstzerstörung des Kapitalismus wäre. Entsprechend diffus sind auch die Dialoge und Erklärungsversuche auf der Bühne, auf der das chilenische Kontrollcenter mit futuristischen Drehstühlen, ein paar Palmen und Wänden mit verpixelter Fototapete in schwarz-weiß nachgebaut ist. (...) Das ist wie immer bei ancompany&Co. nicht ganz unwitzig gemacht, mitunter aber auch etwas didaktisch, und ein korrekter Hinweis auf die Rolle der Frau zwischen Mann und Maschine darf natürlich auch nicht fehlen, wenn Nicola Nord von der „Compañera Computer“ spricht. „Don‘t feed the platform!“ Sind wir der Wirt oder Parasit des Systems? Ob zentralistisch oder dezentral, Hauptsache global. Und die Kalauer-Maschine spuckt noch ein „der Mensch ist dem Menschen ein Loop“ aus. Die Kommunikation unter Gleichen generiert den Populismus der Plattformen. Zumindest das kann man täglich in den Kommentarspalten der sozialen Internetmedien live mitverfolgen. Zum wichtigen Thema Netzneutralität ist dann allerdings nichts zu hören. Der Abend auf der Hinterbühne des HAU1 bleibt da recht allgemein und relativ theoretisch, auch wenn es am Ende noch mal in einer Videoeinpielung auf die Straße geht. „El pueblo unido!“ ruft das Volk bei der Beerdigung von Dichter Pablo Neruda. Fazit: „Kein System ohne Schwund.“ Doch ein Fünkchen Hoffnung bleibt immer.'' schreibt Stefan Bock am 25. Januar 2018 auf KULTURA-EXTRA
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