Amala Dianor: Siguifin

Bewertung und Kritik zu

SIGUIFIN 
Amala Dianor
 
Premiere: 16. September 2021 (Palais de la Porte / Atelier de Paris CDCN, Paris) 
Deutschland-Premiere: 6. August 2022 (Tanz im August
Hebbel am Ufer (HAU), Berlin 

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Zum Inhalt: “Siguifin”, was auf Bambara so viel wie “magisches Monster” bedeutet, ist das Ergebnis eines kollektiven choreografischen Prozesses, den der französisch-senegalesische Choreograf Amala Dianor initiiert hat. Gemeinsam mit neun jungen afrikanischen Tänzer:innen und den Choreograf:innen Alioune Diagne (Senegal), Ladji Koné (Burkina Faso) und Naomi Fall (Mali) erarbeitet, setzt sich das Stück mit Individualität, sozialem Zusammenhalt und kulturellen Unterschieden auseinander. Dieser ‘exquisite choreografische Körper’ zelebriert die Vitalität eines hybriden afrikanischen Tanzes, der sich in stetiger Erneuerung befindet.

Mit Salif Coulibaly aka Zongo, Jules Romain Djihounouck aka BBoy Romeo, Alicia Seybiya Gomis, Daniel Gombila Koala aka Tchaprat, Rama Koné, Adama Mariko, Roger Sarr, Abdoul Kader Simporé aka Dainss, Adiara Traoré

Künstlerische Leitung: Amala Dianor
Choreografie: Alioune Diagne, Naomi Fall, Ladji Koné, Amala Dianor
Musik: Awir Léon
Lichtdesign: Nicolas Tallec
Licht & Stagemanagement: Nicolas Tallec, Agathe Geffroy (im Wechsel)
Kostümdesign: Laurence Chalou
Ton: Ugo Raimbault
Geschäftsführung: Mélanie Roger
Tourmanagement: Lucie Jeannenot


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2 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Amala Dianor
  · 07.08.22
''Es fängt mit rhythmischem Gruppen-Stampfen an - so tritt die Truppe, von rechts hinten auf die Bühne kommend, auf. Erst mal "nur" so zirka eine Viertelstunde lang mit leisem und wahrscheinlich traditionellem Gesang, bei dem sich allerdings dann, bis zum Schluss des Stücks, eine doch sehr markante Frauenstimme (meistenfalls sogar während der doch ziemlich kräftezehrenden Performance mit diversen Teilabschnitten) abhebt; schade, dass der Name dieser Protagonistin nicht explizit auf dem Programmzettel vermerkt war, denn ich hätte ihn an dieser Stelle sehr, sehr gern genannt, ja, sie bedeutete - zumindest dann für mich - DIE Hauptrolle in diesem handlungslosen Gruppenstück.

Zwischendurch gibt es tondesignerisch aufgemotzte Klänge, nach deren Rhythmen sich die Tänzerinnen und Tänzer unterschiedlich stark und lang bewegen. Jeder der Akteure kriegt sodurch Gelegenheit - aus dem ihn "bindenden" Korpus heraus - extra zu zeigen, was er kann... Das Ende wirkt dann allerdings nicht mehr als eine abschließende Showtanz-Einlage; das sieht dann freilich fetzig aus, ja und es jagt die zuschauenden Leute hoch von ihren Sitzen. Sympathischer Gesamtauftritt.'' schreibt Andre Sokolowski am 7. August 2022 auf KULTURA-EXTRA
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Zu beliebige Zusammenarbeit eines Quartetts
  · 06.08.22
„Magisches Monster“ bedeutet dieser Titel, der aus der westafrikanischen Bamara-Sprache stammt, und den der französisch-senegalesische Choreograph Amala Dianor für sein neues Stück gewählt hat.

Die 55 Minuten wirken weder besonders magisch noch monströs, dennoch ist der Titel programmatisch: Dianor, der seinen Arbeits- und Lebensmittelpunkt in Frankreich hat, arbeitet mit drei Kolleg*innen aus westafrikanischen Staaten zusammen: Alioune Diagne (Senegal), Ladji Koné (Burkina Faso) und Naomi Fall (Mali) konzipierten jeweils einen Teil dieses Abends.

Zu beliebig wirkt das Ergebnis. Die Choreographie kreist anfangs um afrikanische Riten und Stammestraditionen, mixt dazu im weiteren Verlauf Hip-Hop und Breakdance, mit denen sich Dianor vor allem zu Beginn seiner Karriere befasste. Im Gegensatz zum Festival-Eröffnungsstück „Straight Talk“ fehlen bei „Siguifin“ fehlt hier eine klare Handschrift, die in der Zusammenarbeit des Quartetts verloren ging oder gar nicht erst entstand.

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