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Bewertung und Kritik zu

Club27
Enis Turan
 
Premiere: 13. Dezember 2019 (Tanzfaktur Köln) 
Berlin-Premiere: 6. Februar 2020 
Hebbel am Ufer (HAU), Berlin 

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Zum Inhalt: Der “Club 27” ist ein gleichermaßen furchteinflößendes wie faszinierendes Phänomen: Seine “Mitglieder“ – Künstler*innen wie Jimi Hendrix, Janis Joplin, Kurt Cobain oder Amy Winehouse – starben alle im Alter von 27 Jahren. In seiner ersten HAU-Koproduktion nimmt der Choreograf Enis Turan das Motiv der durch einen frühen Tod unsterblich gewordenen Idole auf und bezieht es auf die Konzepte von Vergänglichkeit in den Künsten. Werke der bildenden Kunst sind für die Ewigkeit gemacht, wie verhält es sich aber im Tanz? Als ein weiterführender Gedanke von vanitas und memento mori mit der hypothetischen Deklaration, das Leben und den Tanz nicht als vergänglich, sondern als bereits vergangen zu begreifen, öffnet sich ein Möglichkeitsraum der Zeitlosigkeit, in dem der Tod sein “tragisches” Gewicht und seine Relevanz verliert. Wie sieht dann der Tanz nach seinem Tod aus?

Performance: Björn Ivan Ekemark, Olivia Hyunsin Kim, Petr Hastik, Enis Turan

Konzept & Choreografie: Enis Turan
Ausstattung: Christin Vahl
Licht: Jonaid Khodabakhshi
Video: Jan Valentin Müller
Dramaturgie: Elisabeth Lindig
Produktionsleitung: Elisabeth Lindig, Isabel Schwenk, Enis Turan


DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
2 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Radikal-Performance trifft Hommage an Pop-Ikonen
  · 07.02.20
Enis Turan, der die Performance entwickelt hat, mischt sich im Amy Winehouse-Look unter die Party-Menge, scheucht das Publikum jedoch nach knapp zehn Minuten auf die Sitzplätze hinter dem Absperrband.

Von da an wird die Performance noch ungewöhnlicher: in einem assoziativen Monolog denkt Turan über Plagiate, das Urheberrecht und Ideenklau nach, macht sich selbstironisch über seine mangelnden Einfälle lustig und beendet den Abend schließlich mit einer Radikal-Performance, irgendwo zwischen Einar Schleef und Marina Abramovic, bei der er nackt und gefesselt von der Decke baumelt, bevor er aus den Alltags-Klamotten wieder in sein Winehouse-Drag-Kostüm schlüpft.

Worauf Turan bei dieser vom Berliner Hebbel am Ufer und dem Tanzhaus NRW produzierten, kuriosen, mehrere Haken schlagenden Performance hinaus will, bleibt unklar. Nach kurzem, wohlwollendem Beifall wird das Publikum an den Performer*innen und vorbei der Trauerstätte der Pop- und Rock-Ikonen, die erst ganz zum Schluss wieder in Erinnerung gerufen werden, nach draußen geführt.

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