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Bewertung und Kritik zu

KLUGE GEFÜHLE
von Niels Bormann & Maryam Zaree
 
Premiere: 9. Juni 2018 
Hebbel am Ufer (HAU3), Berlin 
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KARTEN ONLINE BESTELLENZum Inhalt: Kluge Gefühle ist eine komische Tragödie: Tara und ihre Mutter Shahla haben sich der Vergangenheit entledigt. Zumindest hoffen sie das. Stattdessen gibt es den Job, Männer, die nicht antworten, und einen Therapeuten, der sich weigert die wesentlichen Probleme des Lebens zu erkennen. Die Vergangenheit aber hat ihre eigenen Vorstellungen davon, was wesentlich ist, und vor allem mag sie es gar nicht, geleugnet zu werden. „Sie haben mich aufgenommen, weil sie dachten, das könnte exotisch werden: Folter, Gefängnis und das Zeugs; stattdessen rede ich seit Wochen nur von meiner Online-Bekanntschaft,“ stellt Tara fest. Niels Bormann entwickelt mit dieser HAU-Produktion sein erste eigene Regiearbeit.

Mit Eva Bay, Anke Engelke, Ali Kamrani, Sarah Masuch, Christian Steyer, Takako Suzuki

Regie: Niels Bormann
Text und Dramaturgie: Maryam Zaree

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4.0/5 Insgesamt 2 Bewertungen (2 mit Rezension)
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Mutter-Tochter-Verhältnis und Folter im Iran
  · 10.06.18
„Kluge Gefühle“ von Maryam Zaree, das 2017 beim Heidelberger Stückemarkt gewann und dort vor wenigen Wochen in der Regie von Isabel Osthues mit gemischten Kritiken uraufgeführt wurde, ist von einem markanten Bruch geprägt:

Anke Engelke, die sich bis dahin deutlich zurückgehalten hat, kommt zu einem Solo auf die Bühne zurück, das ihrem Image und ihrem Rollentypus völlig widerspricht und der Familienkomödie ein Ende setzt. Vor einem fiktiven Tribunal gegen das iranische Regime in Den Haag sagt die Mutterfigur aus, wie sie im iranischen Gefängnis Evrin gefoltert, gedemütigt und vergewaltigt wurde. Erst aus einem Video-Mitschnitt erfährt die Tochter, dass sie im Knast zur Welt kam. Das Verdrängte bricht sich Bahn.

Der Abend, der auf der Dachgeschoss-Bühne komplett auf Requisiten verzichtet, bleibt sehr statisch. Der Schauspieler Niels Bormann war in den vergangenen Jahren vor allem in den Stückentwicklungen von Yael Ronen zu erleben und dort für den „comic relief“ bei ernsten Themen zuständig. Bei seinem Regie-Debüt wurde er von der Autorin und Schauspieler-Kollegin Maryam Zaree als Dramaturgin unterstützt, agiert aber mit deutlich spürbarer angezogener Handbremse. Die entscheidenden Kippmomente funktionieren nicht, die beiden Ebenen stehen zu unverbunden nebeneinander.

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0 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Ein Balance- Akt
  · 10.06.18
''Reale Aufeinandertreffen fanden - außer zwischen Tara und ihrer Mutter - auch noch zwischen ihr und ihrem Psychotherapeuten (suverän-sonor verkörpert von dem permanent im Schneidersitz verharrt seienden Christian Steyer!), zwischen ihr und ihrer unter der Folterspiel-Fuchtel des halbwüchsigen und gamessüchtigen Sohnes leidenden besten Freundin (explosiv und lustig vorgeführt von Sarah Masuch!) und zwischen ihr und dem ihre im Auto vergessenen persönlichen Dinge gefunden habenden iranischstämmigen Taxifahrer (beeindruckend: Ali Kamrani!) szenisch statt; Shahla war urplötzlich verschwunden, Tara hielt sie für vermisst und kriegte Panik, und sie fand dann in der Mutterwohnung Dokumente, die von ihrer Nach-Folter-Geburt, die sie bis dahin noch nicht wusste, Zeugnis gaben. 

Es kam schließlich raus, dass Shahla zwischenzeitlich beim Den Haager Tribunal gewesen wäre, wo sie über ihre Folter- und Gefängniszeit im Iran aussagte (Szenenkonstrukt zwischen Engelke + Suzuki); eine letztliche Befreiung von dem jahre- und jahrzehntelangen Eingeschwiegensein all ihrer furchtbaren Erlebnisse - DAS war und ist also der Grund, weswegen Tara nicht/noch nicht zu einer für sie "auflösenden" Partnerschaft gelangen konnte; dass sie schließlich ihren Therapeuten, um von ihrem psychoanalytischen Desaster abzulenken, auf das Allerkräftigste zusammenschiss, verlieh dem Stück eine befreierische Luftigkeit. 

Sparsamste szenische Gereichungen mit maximalster Wirkung!!!!! Bin aufs Angenehm-Frustrierende beglückt.'' schreibt Andre Sokolowski am 10. Juni 2018 auf KULTURA-EXTRA
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www.hebbel-am-ufer.de
Stresemannstr. 29 - 10963 Berlin
Telefon: 030 259 004 - 0

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2.9
Durchschnittsnote aller Stücke
5 3
4 3
3 16
2 8
1 2
Kritiken: 23
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