reading tosca

Bewertung und Kritik zu

READING TOSCA 
cie. Toula Limnaios 
Wiederaufnahme: 4. Mai 2022 
Halle Tanzbühne Berlin

Zum Inhalt: »reading tosca«, eine spannungsgeladene choreographische neulesung der puccini-oper – eine zeitgenössische neukomposition in bewegung und klang.
die choreographie vereint poesie und bilder des schreckens, sensibles portrait und sozialkritisches psychogramm, wobei die musik ebenso poetische metapher der fragilität wie auch spiegel der der oper innewohnenden zerstörerischen kraft ist.
puccinis musik wird dekonstruiert und kleinste partikel werden plötzlich aus dem verborgenen erscheinen, die ansonsten nicht wahrgenommen würden. realität, wunsch und wirklichkeit fallen auseinander. alles kann sich jederzeit in sein gegenteil verkehren: gewalt, folter, gefühle von ohnmacht, ungewissheit und sehnsucht verstrickt »reading tosca« in einer brutalen, von zerrissenheit geprägten welt.

Mit: Francesca Bedin, Laura Beschi, Priscilla Fiuza und Karolina Wyrwal (als Tosca) sowie Daniel Afonso (als Cavaradossi), Leonardo d'Aquino (als Angelotti) und Hironori Sugata (als Scarpia)

Konzept und Choreografie: Toula Limnaios
Musik: Ralf R. Ollertz, Giacomo Puccini
Technische Leitung und Lichtdesign: Felix Grimm
Kostüme: Antonia und Toula Limnaios
Licht und Bühnentechnik: Domenik Engermann


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Kunst & Leben
  · 05.05.22
''Ein riesig großer roter Samtstoff wurde zusehends zu einem die Kunst im allgemeinen symbolisierenden Ganzkörperkleid, das freilich weit über die üblichen Konturen des menschlichen Körpers hinausragte und letztlich nur noch als ihn in der Fortbewegung hinderliche Schleppe taugte. Alle drei Protagonisten taten übrigens, obgleich auch nur vorübergehend, in das Rot hineinschlüpfen, also auch die zwei (Haupt-)Männer der Tosca-Handlung - wie als ob sie spüren wollten, wie sich Kunst - statt Leben - halt so anfühlte.

Das tollste Einzelbild (für mich): Wie eine der vier Tosca's mit sechs Weingläsern, die sie auf ihren beiden Armen kleben hatte, auftrat, wobei eins der Gläser voll mit Rotwein war, welchen die Tänzerin jeweils dann in ein anderes der jeweils leeren Weingläser umfüllte; das sah wirklich toll aus. Sehr beeindruckend das Ganze, sehr emotional!!'' schreibt Andre Sokolowski am 5. Mai 2022 auf KULTURA-EXTRA
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