Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück

Bewertung und Kritik zu

KAI ZIEHT IN DEN KRIEG UND KOMMT MIT OPA ZURÜCK (9+) 
von Zoran Drvenkar
Regie: Robert Neumann 
Online-Premiere: 12. März 2021  
Grips Theater Berlin

Zum Inhalt: Kai ist 11 Jahre alt und besucht seinen geliebten Opa. Der ist mit 100 zwar fit, wird in letzter Zeit nur irgendwie vergesslicher. Seine Erinnerungen an früher aber, die sind lebendig. Vor allem die Kriegsjahre hat er bildhaft vor Augen. Kai ist jedes Mal begeistert von Opas Heldentaten und kennt die Geschichten besser als Opa selbst. Um seinen Opa vor dem Vergessen zu retten, reist Kai mit ihm durch seine Vergangenheit. Dabei treffen sie auf skurrile Figuren, wie den strengen General oder sehen sich mutig an der Front den feindlichen Linien gegenüber. So erlebt es zumindest Kai, der zunächst mit großer Abenteuerlust Opas Taten nachspielt. Doch bald wird deutlich, dass dessen Erlebnisse weniger heldenhaft waren, als er sie Kai bisher erzählte. Beide müssen lernen, dass das eigene Gedächtnis nicht immer so funktioniert, wie man es sich wünscht und eine Reise in die Vergangenheit auch in der Gegenwart neue Wendungen nehmen kann.

Mit Helena Charlotte Sigal, René Schubert und Matthias Bernhold

Regie: Robert Neumann
Bühne und Kostüme: Jan A. Schroeder
Dramaturgie: Tobias Diekmann
Theaterpädagogik: Wiebke Hagemeier | Joanna Mandalian
Komposition & Sounddesign: Matthias Bernhold


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Eine berührende Fantasiereise
  · 13.03.21
''Zoran Drvenkar geht in seinem klug gebauten und ereignisreichen Stück vielen Fragen nach: Was macht die Erinnerung aus einem Leben? Kann man in einem Krieg überhaupt ein Held sein? Wie wichtig ist es, dass Großeltern und Enkel voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen? Kann man mit der Wahrheit leben?

"Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück" ist auch eine Geschichte vom Erwachsenwerden. Der Junge muss sich von dem Helden seiner Kindheit verabschieden und Verantwortung übernehmen. Mit großen Themen wie Demenz und Krieg, Identität, Erinnerung und Verlust wird nicht nur das kindliche Publikum emotional herausgefordert. Wie gut, dass der Autor so eine Geschichte mit viel skurrilem Humor auffangen kann. Das GRIPS Theater lädt ein zu einer großartigen und berührenden Fantasiereise.'' schreibt Regine Bruckmann auf rbbKultur
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