Der Kaufmann von Venedig



    Bewertung und Kritik zu

    DER KAUFMANN VON VENEDIG 
    von William Shakespeare
    Regie: Michael Günther 
    Premiere: Juni 2016
    Shakespeare Company Berlin 
    Freilichtbühne am Wasserturm im NATUR-PARK Schöneberger Südgelände

    Zum Inhalt: Der reiche Kaufmann Antonio liebt Bassanio, einen windigen Edelmann. Dieser will um die schöne Portia freien und braucht dafür Geld. Antonio schenkt es ihm, obwohl all sein Vermögen auf See ist. Der verhasste Jude Shylock wird als Kreditgeber angefragt und nutzt die Gelegenheit, seinem Widersacher Antonio und mit ihm der ganzen ihn brandmarkenden Christenheit die Stirn zu bieten: Er will keine Zinsen, sondern ein Pfund Fleisch „zunächst dem Herzen“ aus Antonios Körper schneiden, sollte dieser das Darlehen nicht zurückzahlen können. Es kommt, wie erwartet: Antonios Flotte geht verloren, der Schuldschein wird fällig… Unterdessen hat Bassanio das Rätsel lösen können, welches Portias Herz und Hand versprach. Er hat aus drei Kästchen das Schlichteste ausgewählt und darin das Portrait der Liebsten gefunden. Anders als seine skurrilen Mitbewerber hat er sich von seinem Herzen, statt von Eitelkeit leiten lassen. Die Freude über das junge Glück ist getrübt, weil es sich auf Antonios Untergang zu gründen droht. Es kommt zum Prozess. Shylock, dem zudem die einzige Tochter samt einem Batzen Geld entführt wurde, besteht auf sein Recht. Er weiß das Gesetz Venedigs auf seiner Seite, das allen Bürgern die gleichen Vermögensrechte einräumt und Grundlage eines ohnehin fragilen Staates ist. Der Doge kann diesen Fall nicht entscheiden, bis ein ominöser Rechtsgelehrter auftritt (niemand anderes als die verkleidete Portia), und mit einem salomonischem Urteil Antonios Leben rettet. In einem überraschenden Happy End finden sich nicht nur mehrere Paare in Liebe zusammen, sondern kommen auch die meisten von Antonios Schiffen heil in den Hafen. Antonio und sein dunkler Zwilling im Leid, Shylock, bleiben einsam zurück. Sie können keine Freunde werden. Freunde werden.

    Mit: Vera Kreyer, Kim Pfeiffer, Benjamin Plath, Stefan Plepp, Oliver Rickenbacher und Thilo Herrmann

    Regie: Michael Günther
    Musik: Toni P. Schmitt
    Kostüme: Gabriele Kortmann
    Beratung Maskenbild: Tamara Zenn
    Maskenherstellung: Rebekka Schwark
    Bühne: Miriam Braunstein
    Licht & Technik: Raimund Klaes


    WIR EMPFEHLEN

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    1 Pfund Fleisch
    1 year ago
    Kritik
    ''Es sind schauspielerische Glanzleistungen registrierbar, unter anderem der Prinz-von-Arragon-Auftritt von Thilo Herrmann - hierfür gibt es Szenenapplaus. Aber auch Vera Kreyer (unter anderem als harrypottergleicher Rechtsgelehrter Solanio), Kim Pfeiffer (unter anderem als wegen seines biblischen Alters arg sprechbehinderter Doge) und Benjamin Plath (unter anderem als Gratiano oder Lanzelot Gobbo) begeistern ohne Ende. Zudem musizieren Plepp auf der Klarinette, Rickenbacher auf der Wagnertuba, Plath auf der Posaune, und die andern drei trommeln dazu und/ oder singen wunderschönes A-Capella; also auch vom Musikalischen her: allererste Sahne.'' schreibt Andre Sokolowski am 19. Juli 2021 auf KULTURA-EXTRA
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