Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to TwitterSubmit to LinkedIn

Bewertung und Kritik zu

AMERIKA
nach dem Roman Der Verschollene von Franz Kafka
Regie: Dušan David Pařízek
Premiere: 27. September 2017
Deutsches Theater Berlin

Zum Inhalt: Dušan David Pařízek wendet sich in dieser Arbeit der von Kafka "ins endlose angelegten Geschichte" des Exilanten Karl Roßmann zu. Der unvollendete Roman erzählt die alptraumhafte Lebensreise eines Auswanderers wider Willen. In der Verkehrung des Amerikanischen Traums stellt Kafka die existentiellen Fragen nach dem Fremd- und Ausgesetztsein in der Welt, nach eigener Wirkungsmacht und Willkür der anderen. Auf der Folie des Textes lassen sich jedoch auch aktuelle politische Themen verhandeln: Migration, Glücksversprechen und Ausbeutung, Vertrauen und sein Missbrauch.

Regie / Bühne: Dušan David Pařízek

Kostüme: Kamila Polívková
Dramaturgie: Birgit Lengers

Trailer „Amerika“ - Deutsches Theater Berlin


 
Meinung der Presse zu „Amerika“ - Deutsches Theater Berlin


nachtkritik
★★☆☆☆

Berliner Zeitung
★☆☆☆☆


Tagesspiegel
★☆☆☆☆

Die Welt
★☆☆☆☆

tip
★★★☆☆

Wie fandest du das Stück?
- ein Klick auf die Sterne -
Schreibe eine Kritik
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
"Kolossal gleichgültig"
  · 29.09.17
''Nach der etwas misslungenen Bühnenadaption der Amerikadystopie It Can't Happen Here von Sinclair Lewis in der Regie von Christopher Rüping in den Kammerspielen des DT folgte nun im großen Haus des Deutschen Theaters eine nicht weniger verunglückte Theaterfassung des Romanfragments Der Verschollene von Franz Kafka. (...)

Pařízek hat aus dem Roman eine fast durchgängige Dialogfassung erarbeitet. In nur wenigen epischen Passagen kommt Kafkas Darstellung der unpersönlichen, amerikanischen Alptraumwelt zum Ausdruck, in der Individuen wie Maschinen arbeiten. Auch die von Karl auf der Straße beschriebenen Massenszenen der Wahlkampfrede des Kandidaten erreichen keine nennenswert kafkaeske Wirkung. Kohler faselt hier irgendwann englische Trump-Zitate und wird dann weggerissen. 

Es braucht bis zum Ende, wenn alle Wände gefallen sind und sich die Bühne öffnet, dass der Regisseur in einem großen Showfinale mit Musik, in dem das „Naturtheater von Oklahoma“ proklamiert wird, etwas zu Witz findet. Pařízek ironisiert hier die Kunstwelt selbst, in der jedem suggeriert wird, gebraucht und etwas werden zu können.'' schreibt Stefan Bock am 29. September 2017 auf KULTURA-EXTRA
War die Kritik hilfreich
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Kafka mit Camp und Wiener Schmäh
  · 27.09.17
Die inneren Monologe der Figuren lässt Regisseur Pařízek oft mitten im Dialog von den Figuren aussprechen, ihr Blick scheint dabei ins Leere zu gehen. Auch längere Erzählpassagen mussten die Schauspieler auswendig lernen und vortragen. Einige Sitznachbarn konnten das Gähnen nicht unterdrücken oder stützen das Kinn genervt auf die Handflächen.

Ganz zum Schluss, nach etwas mehr als 2 Stunden, wartet „Amerika“ dann doch noch mit einer Überraschung auf: Ulrich Matthes, Aushängeschild dieses auf seine Tradition stolzen, seriösen Hauses, sonst auf große klassische Rollen wie den Willy Loman im „Tod eines Handlungsreisenden“ oder den „Macbeth“ abonniert, schlüpft in ein Glitzer-Abendkleid. Als Personalchef des „Nature Theatre of Oklahoma“, dem sich Rossmann anschließt, röhrt er in bester Camp-Manier den M.A.S.H.-Titelsong „Suicide is painless“ und sorgt dafür, dass man diesen Kafka-Abend mit Lächeln und Kopfschütteln in Erinnerung behält.
Weiterlesen
War die Kritik hilfreich
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Lass dich (nicht) verführen
  · 06.10.17
„Als der sechzehnjährige Karl Roßmann, der von seinen armen Eltern nach Amerika geschickt worden war, weil ihn ein Dienstmädchen verführt und ein Kind von ihm bekommen hatte, in dem schon langsam gewordenen Schiff in den Hafen von New York einfuhr, erblickte er die schon längst beobachtete Statue der Freiheitsgöttin wie in einem plötzlich stärker gewordenen Sonnenlicht. Ihr Arm mit dem Schwert ragte wie neuerdings empor, und um ihre Gestalt wehten die freien Lüfte.“ (Franz Kafka, Amerika)
Wie Karl Roßmann jedoch bald feststellen muss, kann er seine Sünde jedoch keinesfalls in Europa zurücklassen und in Amerika ein freies Leben führen. Der sogenannte Amerikanische Traum, in dem jeder, ungeachtet seiner Herkunft, seines Geschlechtes, seiner Hautfarbe oder Religion die Chance hat, durch harte Arbeit sozial und finanziell aufzusteigen, ist längst ausgeträumt: In den Vereinigten Staaten von Amerika besitzt ein Prozent der Bevölkerung ein Drittel des gesamten Privatvermögens und es ist sicher nicht das am härtesten arbeitende Prozent der US-amerikanischen Bevölkerung. Der Lifestyle dieser Lucky Few wird in den allgegenwärtigen Unterhaltungsmedien und der Werbung zum Heilsversprechen hochgezüchtet und findet seinen Widerhall im Dauerkonsum, mit dem der „kleine Bürger“ seiner unstillbaren Sehnsucht nach einer perversen Vorstellung von Luxus nachgibt.
Dušan David Pařízek zeichnet in seiner Bühnenfassung von Franz Kafkas Roman Amerika am Deutschen Theater Berlin ein radikales und klares Bild der US-Amerikaner als allein nach dem Lustprinzip existierende Omnivore unter dem Diktat der Gleichheit. Premiere war am 27. September 2017. Weiterlesen →
War die Kritik hilfreich
Um eine Kritik zu schreiben musst du dich anmelden:
DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN
eventim Reservix Ticketing System

TICKETS BEI EVENTIM KAUFEN

ANZEIGE



ANZEIGE

 AUF DER BÜHNE © 2019                            
                              
X

Right Click

No right click