Unspoken

Bewertung und Kritik zu

UNSPOKEN 
Eine Doku-Oper
Regie: Kamilė Gudmonaitė 
Premiere: 24. April 2022 
Deutsches Theater Berlin 

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Zum Inhalt: Sieben junge Menschen haben sich gemeinsam ihren Fragen, ungelösten Konflikten und Enttäuschungen in der Beziehung zu den eigenen Eltern gestellt. Wie ist es mit zwei Müttern aufzuwachsen oder sehr religiös erzogen zu werden? Was hat meine Transidentität mit unserer Beziehung zu tun? Wie gehen wir in der Familie mit der NS-Vergangenheit von Opa um? Was möchtest du mir noch sagen, bevor du gehst? Und welche Fragen können nicht mehr gestellt werden?

Die litauische Regisseurin Kamilė Gudmonaitė eröffnet einen künstlerischen Raum, in dem die Jugendlichen ihre Eltern zu einem ehrlichen Dialog auf Augenhöhe einladen. Die intimen Gespräche werden auf der Bühne zur Projektions- und Reibungsfläche für Erwartungen, Missverständnisse, Geheimnisse und Geständnisse. Entstanden ist eine Opernperformance, in der das Unausgesprochene eine Übersetzung in der Musik findet und in elektronischen und vokalen Soundflächen spürbar wird.

Regie: Kamilė Gudmonaitė
Ausstattung: Barbora Šulniūtė
Komposition: Dominykas Digimas
Chorleitung: Undine Unger
Dramaturgie: Christiane Lehmann


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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Intime Fragen von Teenagern an ihre Eltern
  · 05.11.22
Als „Doku-Oper“ bezeichnet die litauische Regisseurin Kamilė Gudmonaitė ihre erste Inszenierung in Berlin. Eine falsche Fährte: denn gesungen wird in dieser Produktion nur selten. Was an diesem Titel richtig ist: der dokumentarische Blick der Teenager*innen vom Jungen DT auf ihre Eltern und große, melodramatische Gefühle.

In den Interviews, die die Spieler*innen mit ihren Eltern per Zoom führten, stockt oft die Stimme, gibt es auf beiden Seiten mehrfach Momente, in denen die Protagonist*innen die Tränen kaum zurückhalten können. Die Fragen sparen nichts aus, sondern stürzen sich auf intimste Themen wie Sex und Tod.

Auch im Dokumentar-Theater öffnen sich nur selten Menschen so ungeschützt wie in dieser „Jugendliche befragen ihre Eltern“-Produktion „Unspoken“, die seit April 2022 in der Box, der kleinsten Spielstätte des Deutschen Theaters Berlin, läuft.

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