Liebe, einfach außerirdisch

Bewertung und Kritik zu

LIEBE, EINFACH AUSSERIRDISCH 
von René Pollesch
Premiere: 1. Juli 2022 
Deutsches Theater Berlin 

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Zum Inhalt: Unsere Mission wird beendet??? Nein, Wir müssen ZURÜCK??? NEIN!!!!!!! Ich kann nicht glauben, dass man uns abberuft. Glaubst du, ich werde sie nicht vermissen, die Leute, die ich hier liebgewonnen habe? Die Art, wie die Menschen ihren Blick abwenden, wenn ich auf sie zugehe? Oder die da oben im zweiten Rang, die mich sowieso nicht sehen?

Mit Trystan Pütter, Sophie Rois, Kotbong Yang

Regie: René Pollesch
Bühne: Barbara Steiner
Kostüme: Tabea Braun
Dramaturgie: Bernd Isele


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Unterirdisch
  · 02.07.22
''Ein hoch aufragender Leuchtturm, gestaltet von Barbara Steiner, steht auf der Bühne, was zu Witzen über die sichtbehinderten ZuschauerInnen im 2. Rang reizt, aber ansonsten kaum Wirkung entfaltet. Die wegen Auftritten in einigen Kinofilmen länger vom Theater abstinente Sophie Rois ist der Star. In rotem Kleid wie einst Kim Basinger in Meine Stiefmutter ist ein Alien (1988) mischt sie als in besonderer Mission auf der Erde gelandeter Alien den Abend auf. An ihrer Seite agieren Trystan Pütter als tollpatschiger Wissenschaftler auf der Suche nach außerterrestrischem Leben und Kotbong Yang als nicht sichtbare Mitaußerirdische und Putzfrau. Die vorprogrammierten Liebeswirren und Missverständnisse sorgen für einiges an Erheiterung beim Publikum.

Unklar bleibt aber, warum man dem Stück bis auf ein paar nette Parodien auf heteronormatives Sexualverhalten 90 Minuten lang folgen sollte. Die großen Fragen, die Pollesch bisher angetrieben haben könnten, verpuffen hier zu einem eher ärgerlichen und auch nur mäßig spannenden Klamauk. Nicht weiter schlimm, da das Gastspiel von René Pollesch am DT wohl in der nächsten Spielzeit beendet scheint. Man muss sich aber Sorgen machen, ob er als Intendant der Volksbühne so weiterhin bestehen kann. Bis auf einen neuerlichen Auftritt der Wiener Extrem-Choreografien Florentina Holzinger ist jedenfalls nicht bekannt, was die nächste Volksbühnen-Spielzeit bringen wird'' schreibt Stefan Bock am 2. Juli 2022 auf KULTURA-EXTRA
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Gut gelaunter Abschied von Sophie Rois als Alien
  · 01.07.22
Als Referenz-Rahmen wählen Pollesch und sein Team meist Diskursschnipsel aus Soziologie, Queer und Gender Studies. Diesmal orientiert sich der 80minütige Abend vor allem der SciFi-Komödie „Meine Stiefmutter ist ein Alien“ (1988) mit Dan Aykroyd und Kim Basinger sowie Heidi Kabels Ohnsorg-Schwank „Tratsch im Treppenhaus“, auf den Kotbong Yang parodistisch anspielt.

Streckenweise ist der Abend durchaus unterhaltsam, Sophie Rois sorgt mit einigen Running Gags für Lacher: wenn sie nicht gerade als verkrampfte Alien auf der Suche nach Sex über die Szenerie tigert, sorgt sie sich rührend um die Menschen im 2. Rang, die zu wenig sehen können.
Leider ist der Abend aber auch um 20 Minuten zu lang und oft zu albern. Als sommerlicher Spielzeit-Ausklang und Gegengewicht zum nölenden Kriegs- und Corona-Lamento von Fabian Hinrichs in „Geht es dir gut?“ bietet diese Rois-Abschieds-Sause einige Momente zum Schmunzeln, aber ein großer Wurf ist der verqualmte Abend nicht.

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