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Bewertung und Kritik zu

SOPHIE ROIS FÄHRT GEGEN DIE WAND IM DEUTSCHEN THEATER 
nach dem Roman Die Wand von Marlen Haushofer
Regie: Clemens Maria Schönborn
Premiere: 31. Januar 2020 
Deutsches Theater Berlin 

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Zum Inhalt: "Ich kann mir erlauben, die Wahrheit zu schreiben; alle, denen zuliebe ich mein Leben lang gelogen habe, sind tot."
Die Katastrophe kommt, weil wir sie träumen. Und wir träumen sie, weil wir sie fürchten und uns nach ihr sehnen. Wenn die Katastrophe eintritt, hören die peinigenden Phantasien auf. "Dass man weder empfinden noch denken darf, sondern handeln muss, ist die beste Therapie, wenn der Mensch an den Produkten des eigenen Vorstellungsvermögens irre wird." (Wolfgang Pohrt)

Mit Sophie Rois

Regie / Bühne: Clemens Maria Schönborn
Licht: Cornelia Gloth
Dramaturgie: Bernd Isele


 
Meinung der Presse zu 

„Sophie Rois fährt gegen die Wand im Deutschen Theater“

Deutsches Theater Berlin


FAZ
★☆☆☆☆

rbb
★★★☆☆

Berliner Zeitung
★★★☆☆


Tagesspiegel
★★☆☆☆

Zitty
★★★★☆

tip
★★★★☆

DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
3 von 3 Personen fanden die Kritik hilfreich
Slapstick zwischen Torten-Imitat und szenisch karger Monolog
  · 31.01.20
Vor allem fehlt diesem Roman der maliziöse Witz, der die letzten Texte auszeichnete, die Sophie Rois vortrug: Sie nippte bei ihren beiden vorhergehenden Solo-Projekten, die jeweils in Kooperation mit der Stiftung Schloss Neuhardenberg entstanden, an ihrem Tee und ließ das Gift der Zeilen von Ian McEwan und William Somerset Maugham genüßlich ins Publikum träufeln.

Diese Momente vermisste ich in „Sophie Rois fährt gegen die Wand im Deutschen Theater“. Stattdessen muss sie sich mit etwas Slapstick behelfen, turnt auf einem überdimensionalen Torten-Imitat herum, tigert mit dem Kopftuch einer Bergbäuerin über die Bühne oder sitzt einfach nur auf der Couch und trägt die 21seitige Textfassung vor, die ihr Partner, der Musiker und Regisseur Clemens Maria Schönborn, mit ihr erarbeitete.

Zum Glück gibt es einige Knalleffekte, wenn sie mal wieder überraschend eine Gewehrsalve abfeuert, und die schönen Songs, u.a. eine Neudichtung von Wolfgang Ambros des Bob Dylan-Hits „Lika a Rolling Stone“, die Sophie Rois in breitestem österreichischem Dialekt. Diese „Hallo wach“-Momente schrecken das Publikum hoch, das sonst bei dem betulich vor sich hinplätschernden, äußerst verqualmten Monolog einzunicken droht.

Symptomatisch ist, dass die gelungene Applaus-Choreografie des gesamten Teams einer der einfallsreichsten Momente dieses szenisch enttäuschenden Monolog-Abends ist.

Komplette Kritik mit Bildern
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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Tortenstück mit Sahne und Wiener
  · 01.02.20
''Der Roman ist ab den 1980er Jahren viel in Richtung Öku-Feminismus interpretiert worden, was einigen Passagen durchaus zu entnehmen ist. Eine Frau findet ganz allein ohne Männer zu einem neuen, selbstbestimmten Leben in der Natur und definiert sich irgendwann selbst nicht mehr als Frau. Doch die Angst vor dem Alleinsein, vor der Dunkelheit und dem Tod bleibt. Diesen philosophischen Aspekt überspielt die Rois mit einer trotzigen Attitüde in der wie immer rauchigen Stimme. Wenn dann auch noch ein großes Tortenstück mit Erdbeeren und Sahne vom Bühnenhimmel herunterfährt, ein Sinnbild kulinarischer Wollust, auf das die Rois zunächst wie auf einen Berggipfel steigt und sich dann als nur von selbst gezogenen Kartoffeln und Grünzeug Lebende der Süßspeise voller Inbrunst hingibt, dann bringt das natürlich etliche Lacher im Publikum.

Dass sich da jemand seinen existentiellen Gedanken und Ängsten stellt, diese sogar aufschreibt, um sich ihnen nicht ergeben zu müssen, kommt einem in der Erzählung der Rois kaum in den Sinn. Nachdenken über Wahrheit, Wahnsinn, Gott, die Liebe und das menschliche Dasein erschließen sich so nicht wirklich aus dem Vortrag. Die Inszenierung und der forsche Ton kitzeln das vielleicht bisher unentdeckte komödiantische Potential des Romans heraus, was aber auch nicht ganz über die recht kurze Dauer des Abends rettet. „Ich glaube, die Zeit steht ganz still und ich bewege mich in ihr.“ heißt es im Roman. Aber wie der Protagonistin die Zündhölzer ausgehen, so geht auch langsam der Inszenierung die Puste aus. Ein wenn auch streckenweise unterhaltsames Treten auf der Stelle.'' schreibt Stefan Bock am 1. Februar 2020 auf KULTURA-EXTRA
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0 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Man verlässt das Theater beschwingt
  · 03.02.20
''Auf der Erzählebene ist wenig vom Roman geblieben. Die Bühnenfassung hat gerade einmal 20 Seiten, der Roman knapp 300. Schönborn inszeniert ein 70minütiges kindliches Gedankenspiel: Was, wenn die Katastrophe eintreten würde? Er wirft kleine philosophische Schlaglichter: übers Schlafen, das Jagen, Verzicht, Tod, ihre Kinder, Weihnachten. Am Ende resümiert Rois: „Eines möchte ich dieser Frau, die ich mal war, zugute halten: Sie spürte immer ein dumpfes Unbehagen und wusste, dass dies alles viel zu wenig war.“ Um diese neue Identitätsfindung abseits gesellschaftlicher Dogmen kreist auch der Roman. Nur ist er von elementarer Einsamkeit, während auf der Bühne ein fröhliches „Was wäre wenn“-Spiel im Gange ist. Die Inszenierung verhält sich zum Roman wie Dur zu Moll. Wie Spiel zu Ernst.

Wenn man sich von der Vorlage lösen kann, ist das ein charmanter, unterhaltsamer, kleiner Abend mit einer spiellüsternen Sophie Rois. Mit Schönborn verbindet sie eine lange künstlerische und private Beziehung. Szenische Lesungen und Liederabende haben sie gemeinsam entwickelt – und auch hier singt Rois wohligen Austro-Pop von Wolfgang Ambros in herrlichem Wiener Schmäh und mit Zigarette im Mund. Die großen Fragen drohen bei diesem Rois-Solo zwar manches Mal unter zu gehen. Doch man verlässt das Theater beschwingt und erwärmt und dem philosophischen Gedankenspiel nachhängend.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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