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Bewertung und Kritik zu

ERINNERUNGEN AN EINEN STAAT
Musikalische Lesung
Premiere: 3. Dezember 2019 
Deutsches Theater Berlin 

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Zum Inhalt: Am 4. November 1989 fand auf dem Alexanderplatz in Ost-Berlin die größte Kundgebung des Herbstes der Friedlichen Revolution statt. Es ging dabei nicht um die Abschaffung des Sozialismus in der DDR, sondern um die Vereinigung von Sozialismus und Demokratie, um einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz", eine Hoffnung, die auch nach dem Prager Frühling 1968 in den Köpfen und Herzen vieler Menschen nicht ganz erloschen war. Es sprachen die Schriftsteller Stefan Heym, Christoph Hein, Christa Wolf, Heiner Müller und viele andere. Sie sprachen vom Ende der Alleinherrschaft der SED und dachten nicht an das Ende der DDR, das nach dem Fall der Mauer mit dem Beitritt der DDR zur BRD am 3. Oktober 1990 besiegelt wurde.

Mit Texten von DDR-Autoren und einigen Songs von Gerhard Gundermann erinnern Corinna Harfouch und Alexander Scheer an die bewegten Zeiten des Umbruchs, an die Hoffnungen und an die Enttäuschungen. "Wir haben 1989 und 1990 in der DDR", schreibt Friedrich Dieckmann, "das Phänomen eines friedlichen Staatsunterganges erlebt, ein wahrhaft antimythischer Vorgang – fast so etwas wie eine wirklich gewordene Utopie. Etwas voreilig wird die DDR heutzutage als gescheitert dargestellt; es gelang diesem Staat, friedlich zu enden, nachdem er seine geschichtliche Aufgabe erfüllt hatte. Diese Aufgabe war nicht, wie viele glaubten und glauben, die Verwirklichung des Sozialismus in einem Viertelland (dies war das Mittel, nicht der Zweck), sondern die Gewöhnung der Deutschen an die 1945 von den Siegermächten gezogene neue deutsche Ostgrenze, der zufolge Mitteldeutschland zu Ostdeutschland wurde."

mit Corinna Harfouch und Alexander Scheer


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Konzert zum Film
  · 04.12.19
In den Dialog kommen Scheer und Harfouch selten. Die Collage besteht aus kurzen Ausschnitten. Die Anmoderationen verzichten auf Überleitungen und Einordnungen, beschränken sich nur auf knappe Angaben zu Titel und Autor. Die Texte sollen für sich sprechen. Als Kommentare erlauben sich Scheer und Harfouch höchstens eine hoch gezogene Augenbraue oder ein ironisches Lächeln.

Ein echtes Zusammenspiel der beiden Vortrags-Künstler erleben wir nur bei einer kurzen Passage aus Rolf Hochhuths „Wessis in Weimar“, einer Abrechnung mit der Politik der Treuhandanstalt. Die Trauer und Wut über verpasste Chancen im Einheitsprozess, als sehr schnell die Regeln der Bundesrepublik für das größer gewordene Deutschland übernommen wurden, prägt vor allem die zweite Hälfte der „Erinnerungen an einen Staat“.

Der Abend ist aber nicht nur eine Lesung von zwei Theater-Promis aus zeitgeschichtlichen Reflexionen, sondern vor allem auch ein Konzert-Abend zum Film „Gundermann“. Die Lesung wird aufgelockert durch kurze Songs von Alexander Scheer, dem mehrfach preisgekrönten Hauptdarsteller des Biopics über den Liedermacher aus der untergegangen DDR.

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Ergreifend
  · 04.12.19
'Da wurde das DDR-Volkseigentum nicht etwa dem Volk zugängig gemacht, sondern einfach privatisiert. Die DDR-Bürger hatten nicht die Mittel um gleichberechtigt mitzubieten und so gelangte ein Großteil der Betriebe und Grundstücke in West-Hand. "Kolonisierung" nannte das der Schriftsteller Wolfgang Hilbig in einer Rede 1997, die Corinna Harfouch und Alexander Scheer ausführlich zitierten, ebenso einen Dialog aus dem Stück "Wessis in Weimar" von Rolf Hochhuth, wo es genau darum geht: Der Westen hat die DDR aufgekauft. Die nicht verwirklichten Utopien von 1989 wirken als Phantomschmerz nach.

Dass der Abend trotzdem nicht in Melancholie erstickte, ist erstaunlich. Corinna Harfouch und Alexander Scheer gelang es, die Texte so vorzutragen, dass sie das Publikum nicht niederdrückten. Und Scheer hatte auch seine Gitarre dabei. Seit er im Film von Andreas Dresen den Liedermacher Gerhard Gundermann gespielt hat, singt er auch dessen Songs, und sie klingen bei ihm fast besser als im Original. Da ist von den Kämpfen des Alltags die Rede und von der Sehnsucht nach Ehrlichkeit. Wer von Gundermanns Stasi-Vergangenheit weiß, wird auch Zwischentöne hören – zum Beispiel im Song "Ich mache meinen Frieden", der ein paar Jahre nach der Wiedervereinigung herauskam. Alexander Scheer hat ihn mit seiner leicht kratzigen Diktion ungeheuer ergreifend gesungen. Da war sogar Corinna Harfouch, die ja oft cool und überlegen wirkt, sichtlich bewegt.'' schreibt Oliver Kranz auf rbbKultur
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