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    Deutsches Theater Berlin
    www.deutschestheater.de
    Schumannstraße 13a - 10117 Berlin
    Telefon: 030 284410
    SPIELPLAN & KARTEN

    Väter und Söhne

    Bewertung und Kritik zu

    VÄTER UND SÖHNE 
    von Brian Friel nach dem Roman von Iwan Turgenjew
    Regie: Daniela Löffner 
    Premiere: 12. Dezember 2015 
    Deutsches Theater Berlin

    Inhalt: Arkadij und Bazarow, zwei junge Studenten, kehren für den Sommer in ihre ländliche Heimat zurück. Beide stellen aufgrund ihrer nihilistischen Überzeugungen die gegenwärtige Gesellschaft völlig in Frage: die Wissenschaft, die Kunst und sämtliche Konventionen. Ihre Negierung alles Bestehenden verweigert ihnen den Glauben an überhaupt etwas. Ihr Aktivismus kennt nur das einzige Ziel, die Welt neu zu erschaffen. Doch während Arkadij versucht, diese Vision aus den gegebenen Verhältnissen heraus zu entwickeln, sucht Bazarow die radikale Konfrontation mit seiner Umwelt. Wo liegt der Grat zwischen Idealismus und Pragmatismus, zwischen innerer Revolte und äußerer Anpassung, zwischen Bedingungslosigkeit und Kompromiss? Väter und Söhne ist ein Generationenbild und Familienpanorama, es erzählt vom ewigen Konflikt zwischen Jung und Alt, von Verändern und Bewahren. Wonach streben? Und was bleibt vom eigenen Wirken in der Welt?

    Mit: Marcel Kohler, Alexander Khuon, Helmut Mooshammer, Oliver Stokowski, Bernd Stempel, Katrin Klein, Lisa Hrdina, Franziska Machens, Kathleen Morgeneyer, Elke Petri, Hanna Hilsdorf, Markwart Müller-Elmau, Benjamin Radjaipour

    Regie: Daniela Löffner
    Bühne: Regina Lorenz-Schweer
    Kostüme: Katja Strohschneider
    Musikalische Einstudierung: Katharina Debus, Ingo Schröder
    Licht: Marco Scherle
    Dramaturgie: David Heiligers

    Dauer: 4 Stunden, eine Pause

     
    Meinung der Presse zu „Väter und Söhne“ - Deutsches Theater Berlin


    FAZ
    ★★★★☆

    rbb
    ★★★★☆

    taz
    ★★★☆☆

    nachtkritik
    ★★★☆☆

    Berliner Zeitung
    ★★★☆☆

    Die Welt
    ★★★★☆

    Zitty
    ★★★★★

    tip
    ★★★★☆

    3.6 von 5 Sterne
    • 5 star
      1
    • 4 star
      4
    • 3 star
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    väter und söhne und belangloses
    7 years ago
    Kritik
    russischer geist von 1861 weht ins deutsche theater. die regisseurin daniela löffner (jahrgang 1980) hat sich den bekanntesten roman von iwan turgenjew ausgesucht und „väter und söhne“ inszeniert für die kompakten kammerspiele. vier stunden mit pause sollen das werk erklären und die kritiker überschlugen sich schon wieder entzückt. ich habe aber irgendwann die minuten gezählt bis zur pause (nach zwei stunden). keine frage, das ensemble ist sympathisch, die geschichte um zwei studien-freunde, die an überholten gesellschaftsstrukturen rütteln, durchaus interessant, aber es funkt nicht. die dialoge plätschern oder sind überzogen, die konstellationen wirken oft fahrig oder egal. löffner hat sich eine quadratische bühne ausgedacht, die terrasse eines gutshauses, mitten in die kammerspiele platziert und die zuschauerreihen drumherum bauen lassen. da die bühne ebenerdig ist, wurde in den voll besetzten reihen auch gemurrt, denn nicht immer war die sicht gut. in den ersten reihen gab es freie plätze, die für das ensemble reserviert waren in ihren rollen-szenenpausen. man sprang also auf oder setzte sich plötzlich. intendantensohn alexander khuon durfte die filet-rolle des jewgenij spielen und tat das gewohnt mürrisch und steif. schlaks marcel kohler als sein studentenfreund arkadij zog die aufmerksamkeit dafür ziemlich lässig auf sich. väter und söhne also. bedeuteten hier aber müde „konflikte“. petrowitsch, der vater von arkadij und gutsbesitzer, gesteht übertrieben aufgeregt und verschwitzt seine affäre mit dem jungen dienstmädchen und die zeugung eines halbbruders. da arkadij aber der lässige ist und sich sogar darüber freut, verpufft eine mögliche spannung. nächste vater-sohn-konstellation: der spröde jewgenij trifft auf mutter (die kantige barbara schnitzler) und vater wasilij (der baumlange glatzkopf bernd stempel), ein pensionierter arzt, der sich ständig um die zukunft des söhnchens sorgt. sohn jewgenij verachtet das wirken des unterwürfigen vaters durchaus, wird selbst arzt und eine koryphäe. der müde „konflikt“ hier: vater wasilij sorgt sich also um die zukunft des sohnes, arkadij bestätigt ihm aber, wie angesehen dessen leistungen schon sind. erleichterung breitet sich im hause aus, euphorie bricht gar aus und die sprödheit des söhnes weicht etwas auf, man umarmt sich sogar ungelenk. konflikt wieder eingeschlafen. dazwischen wird geplaudert und ein bunte ballonreihe installiert. man nähert sich in all den rollen an, aber dann doch nicht wirklich. es bleibt szenisch. ab und zu wird ein song als storybreaker clubtauglich performt, das ganze bleibt aber ein fremdkörper. bis zur ersehnten pause ein abend, der weder aufregt noch den irgendwann nur noch halbwachen geist anregt. und wenn das eine inszenierung nicht schon in zwei stunden schafft…ein netter abend also. und das ist eigentlich das schlimmste. das dt bleibt aber mein lieblingstheater. wie ich bei „berlin alexanderplatz“ verzückt erlebte, können vier stunden auch sehr wuchtig und intensiv sein.
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    Russische Elegie nach Turgenjew
    8 years ago
    Kritik
    Zwischen Pollesch und Serres wirkt Daniela Löffners „Väter und Söhne“ am Deutschen Theater fast wie ein Kulturschock: Vier Stunden lang klassisches Schauspielertheater, ohne Schnickschnack und Fremdtext, dafür mit großem Ensemble. Das Publikum ist ganz nah dran, sitzt auf Stühlen am Rand der Bühne. Die Schauspieler, die gerade nicht dran sind, mischen sich unter die Zuschauer und verfolgen die Dialoge über Politik, Liebe und Generationenkonflikt.(...) Ausgiebiges Palaver an der langen Tafel wechselt mit kurzen Redegefechten im Stehen, die Waffeln duften verlockend: dennoch bleibt nach den vier Stunden der Eindruck, dass es diesen ausufernden Seelenbespiegelungen gut getan hätte, sie noch mehr zu verdichten. Diese russische Elegie bietet viele schöne Momente und auch Kabinettstückchen von Schauspielkunst, ist aber doch etwas langatmig geraten. Vor allem aus den politischen Debatten im vorrevolutionären Russland hätte das Regieteam noch mehr Funken schlagen können, während einige Tischszenen, auch wenn schon alles gesagt schien, noch weiter gedehnt wurden. Weiterlesen
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